August Buchner
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August Buchner

August Buchner (* 2. November 1591 in Dresden, † 12. Februar 1661 in Apollensdorf, heute Stadtteil von Wittenberg) war ein deutscher Altphilologe, Poet und Literaturtheoretiker der Barockzeit.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Buchner war der Sohn des Oberzeugmeisters Paul Buchner und dessen Ehefrau Maria Kro(e)ß.

Seinen ersten Unterricht erhielt er in Dresden. Am 17. November 1604 übersiedelte er ins Landesgymnasium Schulpforta. Am 19. November 1610 immatrikulierte er sich für die Fächer Jura und Philosophie an der Universität Wittenberg. 1616 beendete er sein Studium als Schüler von Prof. Friedrich Taubmann mit Verleihung der Magisterwürde.

Noch im selben Jahr wurde Buchner am 19. März zum Professor für Poesie an die Universität Wittenberg berufen. 1632 erfolgte die Ernennung zum ordentl. Prof. der Rhetorik. Dieses Amt hatte er sein ganzes Leben inne, lediglich 1618, 1632 und 1654 durch die Wahl zum Rektor unterbrochen.

Durch Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen wurde Buchner 1641 in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen. Als Gesellschaftsname wurde ihm Der Genossene zugedacht und als Motto je öfter je lieber. Als Emblem verlieh man ihm das Kraut Musa <Musa L.>. Im Köthener Gesellschaftsbuch findet sich Buchners Eintrag unter der Nr. 362. Dort ist auch das Reimgesetz vermerkt, welches er anlässlich seiner Aufnahme verfertigt hatte.

Die frucht Musa heist, wird aus Egipten bracht,
Je öfter man sie ißt, ie besser sie uns schmecket:
Es ist mir dieses kraut auch worden ausgedacht,
Weil freye wißenschaft gelehrte leut' erwecket,
Noch größer wird die Lust durch den Genos gemacht,
Bis sie sich ins gestirn auch gar hinauf erstrecket:
Mein name wort und frucht gibt dieses klar an tag,
das man im lernen nicht ersättigt werden mag.

Buchners Einfluss auf die Entwicklung der deutschen Barockdichtung war außerordentlich groß. Zu seinen Schülern und Epigonen zählt eine lange Reihe namhafter Barockdichter und Schriftsteller wie Christian Brehme, Samuel von Butschky, Simon Dach, Johann Michael Dilherr, Paul Fleming, Johann Franck, Paul Gerhardt, Enoch Gläser, Balthasar Kindermann, Johann Klaj, Christoph Kormart, Zacharias Lund, Johann Sebastian Mitternacht, Heinrich Mühlpfort, Martin Opitz, David Schirmer, Johann Georg Schoch, Jacob Schwieger, Andreas Tscherning und Philipp von Zesen. Angesichts Buchners zentraler Bedeutung für die Entwicklung der deutschen Barockpoesie ist es zu bedauern, daß sein großer Briefwechsel, eine Schatzgrube für die Forschung, bis heute nicht wissenschaftlich ediert und ausgewertet worden ist.

Von ausschlaggebender Wirkung war Buchners Poetik, die bereits zu Lebzeiten handschriftlich unter seinen Schülern kursierte, jedoch erst nach seinem Tode von seinem Schwiegersohn Otto Praetorius ediert wurde.

Werke (Auswahl)

Sammelausgaben

Einzelwerke

Literatur (Auswahl)

Werk- und Literaturverzeichnis

August Buchner. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Bd. 3, Leipzig 1876, S. 485.

Personendaten
Buchner, August
deutscher Lyriker
2. November 1591
Dresden
12. Februar 1661
Pollensdorf