Heim

Leo Jogiches

Leo Jogiches auch Tyszka (* 17. Juli 1867 in Wilna, heute Litauen, † 10. März 1919 in Berlin ermordet) war ein sozialistischer Politiker und Mitbegründer der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD).

Er war zeitweiliger Lebensgefährte Rosa Luxemburgs und Mitglied der Sozialdemokratie des Königreiches Polen und Litauen (SdKPiL). Den Führungsanspruch der Bolschewiki innerhalb der russischen Arbeiterbewegung lehnte er ab, ebenso wie deren Konzept einer proletarischen Avantgardepartei.

Während des Ersten Weltkrieges lebte er in Berlin im Untergrund. Neben Franz Mehring, Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und anderen war er Mitbegründer des Spartakusbundes und der aus ihm zusammen mit anderen kommunistischen Gruppierungen am 1. Januar 1919 hervorgegangenen KPD.

Im Zuge der revolutionären und gegenrevolutionären Auseinandersetzungen im Gefolge der Novemberrevolution, so etwa dem Berliner Spartakusaufstand vom Januar 1919, wurden die charismatischen Leitfiguren der KPD, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht am 15. Januar 1919 von rechtsextremen Freikorpssoldaten ermordet. Daraufhin wurde Jogiches der Parteivorsitz der KPD übertragen. Im März 1919 wurde er verhaftet und am 10. März 1919 in der Untersuchungshaft in Berlin-Moabit ermordet.

Leo Jogiches hatte sich wie die führende Theoretikerin der KPD, Rosa Luxemburg, gegen eine Führungsrolle der Kommunistischen Partei Russlands (Bolschewiki) innerhalb der Komintern gewandt. Aufgrund dieses dominierenden Einflusses sah sich auch Jogiches’ Nachfolger im KPD-Parteivorsitz, Paul Levi, im Februar 1921 wegen seiner kritischen Haltung gegenüber der Komintern-Leitung zum Rücktritt gezwungen. Wenige Jahre später begann aufgrund des sich konsolidierenden Sowjetthermidors die Abhängigkeit der KPD im Zuge des wachsenden Einflusses Moskaus auf die Komintern rapide zuzunehmen.

Literatur

Personendaten
Jogiches, Leo
Tyska
sozialistischer Politiker
17. Juli 1867
Vilnius, heute Litauen
10. März 1919
Berlin, Deutschland