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Gotthard Graubner

Gotthard Graubner (* 13. Juni 1930 in Erlbach (Vogtland)) ist ein zeitgenössischer deutscher Maler.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Graubner studierte von 1947 bis 1948 an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin und wechselte dann zur Dresdner Kunstakademie, an der er bis 1951 blieb. 1954 verließ er die DDR und ging an die Düsseldorfer Kunstakademie. Dort studierte er bis 1959. Von 1964 bis 1965 war er Kunsterzieher in Düsseldorf am Lessing-Gymnasium. 1971 unternahm er eine Studienreise nach Brasilien, Kolumbien, Peru und Mexiko.

Graubner setzt sich in seinem Werk mittlerweile seit Jahrzehnten mit der Farbe als Gegenstand der Malerei auseinander. Von 1962 an schafft er abstrakte Gemälde, die in die dritte Dimension vorstoßen. Die zweidimensionale Leinwand spannt er auf den Keilrahmen über eine dicke Schicht synthetischer Watte. Es entstehen kissenartige Gebilde, „Kissenbilder“. Zwischen 1968 und 1972 stellt er „Nebelräume“ her und ab 1970 nennt Graubner seine Werke „Farbraumkörper“, dreidimensionale Kissen, häufig große Formate, wie z. B. die Gemälde seines Zyklus zu Franz von Assisi. Die von Graubner erreichte malerische Qualität ist ungewöhnlich und in der Malerei der Gegenwart singulär. Viele Schichten Farbe bzw. Lasur trägt er auf die Landwand auf, so dass, bedingt durch die Saugkraft des Untergrundes, pulsierende Unregelmäßigkeiten mit hoher Suggestivkraft entstehen. Entscheidend für ihre Wirkung ist in unterschiedlicher Weise die Intensität seiner gestischen Malweise. Es entstehen virtuose Farblandschaften mit zur Kontemplation einladender großer Ruhe; vielfarbigen Werken stehen monochrome Bilder mit feinsten Farbnuancen gegenüber. Das Eigenleben der Farbe zu entwickeln, befreit von dem Anspruch etwas anderes darstellen zu müssen als sich selbst, ist das große Thema der Kunst Gotthard Graubners.

Graubner scheint in seinem Werk unberührt zu sein von den Entwicklungen der Kunst der Gegenwart. Weder die in seiner direkten Umgebung entstandenen Bewegungen und Stilrichtungen des ZERO, der Konzept- oder Minimal Art, der Jungen Wilden oder das neue Erstarken naturalistischer Malerei in den 1990ern haben seine künstlerische Entwicklung beeinflusst. Graubner hat vielmehr den einmal eingeschlagenen Weg konsequent beschritten und seine technische wie künstlerische Kompetenz fortentwickelt.

1988 schuf Graubner für den Amtssitz des Bundespräsidenten (Schloss Bellevue in Berlin) ein Gemälde. Für den Protokollraum des Reichstages ist ein Triptychon vorgesehen.

1965 hatte Graubner einen Lehrauftrag an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg erhalten, dem 1969 eine Professur für Malerei folgte. 1976 wurde Graubner Professor für Freie Malerei an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Graubner ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin, und erhielt 1987 den August Macke-Preis der Stadt Meschede, 1988 den Norddeutschen Kunstpreis.

1992 wurde Graubner mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstorden der Bundesrepubklik Deutschland ausgezeichnet. 2002 erhielt er das "Große Verdienstkreuz des Verdienstordens".

Graubner lebt und arbeitet in Düsseldorf und auf der Museumsinsel Hombroich in Neuss-Holzheim.

Zitate

„Meine Bilder bauen sich auf im Wachsen des Lichts.“

Ausstellungen (Auswahl)

Literatur


Personendaten
Graubner, Gotthard
deutscher Maler
13. Juni 1930
Erlbach, Vogtland