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Erwin Bootz

Erwin Bootz (* 30. Juni 1907 in Stettin; † 27. Dezember 1982 in Hamburg) war ein deutscher Pianist und Mitglied des Berliner Ensembles Comedian Harmonists.

Erwin Bootz wuchs mit seinen sechs Geschwistern in Stettin auf. Er kam aus einem wohlhabenden Elternhaus, so konnten seine Eltern sich ein Klavier leisten. Bootz lernt bereits mit vier Jahren darauf zu spielen. 1924 begann er ein Studium an der Musikhochschule Berlin.

1928 kam er über Ari Leschnikoff zu den Comedian Harmonists, die gerade gegründet worden waren. 1938 ließ er sich von seiner Frau Ursula scheiden. Als Grund gab er „unüberbrückbare Gegensätze“ an. Seine Freunde warfen ihm jedoch vor, er habe Ursula aus Angst vor den Nürnberger Rassengesetzen verlassen, weil sie Jüdin war. Diese Vorwürfe hat er jedoch immer abgestritten.

Nach Auflösung der Comedian Harmonists 1938 arbeitete Bootz als Komiker, Autor, Orchesterleiter und als Komponist. Er heiratete ein zweites Mal.

1942 wurde er als Soldat eingezogen. Er durfte jedoch als Alleinunterhalter in Offizierskasinos auftreten. Nach dem Krieg versuchte Bootz sein Glück in der Filmbranche: Er synchronisierte Zeichentrickfilme bei Bavaria in München. Er schrieb über 180 Dialogbücher und übernahm die Dialogregie für etwa 100 Filme.

Schließlich ließ er sich von seiner zweiten Frau scheiden und wanderte 1959 nach Kanada aus, wo er auch einige TV-Shows moderierte. 1970 kehrte er zurück nach Deutschland und arbeitete an den Theatern in Bochum, Bremen und Berlin.

1982 starb er in Hamburg an den Folgen eines Herzinfarkts.

In Joseph Vilsmaiers Film Comedian Harmonists wurde Bootz von Kai Wiesinger verkörpert.

Personendaten
Bootz, Erwin
Pianist der Comedian Harmonists
30. Juni 1907
Stettin
27. Dezember 1982
Hamburg