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Scheiterhaufen

Dieser Artikel erläutert die Todesstrafe der Verbrennung am Scheiterhaufen; zu der gleichnamigen Mehlspeise siehe Scheiterhaufen (Mehlspeise).

Der Scheiterhaufen (Scheiter: alte Pluralform von Scheit, althochdeutsch scît: Holzstück) ist ein aufgeschichteter Haufen Holz zur Verbrennung eines Toten oder zur Bestrafung eines Verurteilten durch den Feuertod.

Inhaltsverzeichnis

Der Scheiterhaufen als Methode der Hinrichtung

Besonders die (spanische) Inquisition bediente sich dieser Hinrichtungsweise. Bekannte sich der Verurteilte schuldig, so wurde er kurz vor dem Anzünden des Scheiterhaufens vom Scharfrichter erdrosselt oder bekam Schwarzpulversäcke umgehängt, um außerdem die Flammen von Sodom nachzuahmen – jener Stadt, die laut Bibel (1. Buch Mose 18-19) wegen ihrer Sündenverfallenheit unter einem Regen von Feuer und Schwefel begraben wurde.

Hexen wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt, um die dann gereinigte Seele ins Himmelreich zu schicken.

Bekannte Menschen, die auf dem Scheiterhaufen starben

Der Scheiterhaufen als Bestattungsritual

In Indien sind Scheiterhaufen die traditionelle Form der Kremation. Bis ins 19. Jahrhundert wurden häufig auch Witwen zusammen mit dem Leichnam ihres Mannes verbrannt (siehe Sati). Dem Ritual zufolge war dies ein Freitod, welcher der Frau als Heldentat angerechnet wurde, da sie ihrem Mann folgte, jedoch nie eine Hinrichtung oder ein erzwungener Tod, obwohl in vielen Fällen eine Nötigung zum Freitod nicht auszuschließen ist. Obwohl diese Praxis bereits seit 1829 gesetzlich verboten ist, werden auch heute gelegentlich Einzelfälle von Witwenverbrennungen bekannt.

Siehe auch

 Commons: Stake – Bilder, Videos und Audiodateien