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Aldenhoven

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gemeinde Aldenhoven im Kreis Düren. Für den Ortsteil der Gemeinde Jüchen im Rhein-Kreis Neuss siehe Aldenhoven (Jüchen).
Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 54′ N, 6° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Düren
Höhe: 114 m ü. NN
Fläche: 44,26 km²
Einwohner: 14.175 (31. Juli 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 320 Einwohner je km²
Postleitzahl: 52457
Vorwahl: 02464
Kfz-Kennzeichen: DN
Gemeindeschlüssel: 05 3 58 004
Gemeindegliederung: 7 Ortschaften
Adresse der Gemeindeverwaltung: Dietrich-Mülfahrt-Straße 11-13
52457 Aldenhoven
Webpräsenz:
www.aldenhoven.de
Bürgermeister: Lothar Tertel (parteilos)

Aldenhoven ist eine Gemeinde im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen (Deutschland). Vor dem 1. Januar 1972 gehörte Aldenhoven zum Kreis Jülich.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geologie

Der Ort gab der Aldenhovener Platte den Namen. Sie ist ein Teilgebiet der Jülicher Börde und wird begrenzt von den Flußtälern der Rur, der Inde und der Wurm. Fruchtbarer Lößboden liegt auf Schotter der Hauptterasse.

Im Untergrund steht Braunkohle aus dem Tertiär sowie Steinkohle an.

Lage

Aldenhoven liegt im Dreieck Aachen, Köln, Düsseldorf, direkt an der A44.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind, im Uhrzeigersinn und im Norden beginnend: Linnich, Jülich, Inden, Eschweiler, Alsdorf, Baesweiler.

Wappen

Nach dem Inkrafttreten der kommunalen Neugliederung beschloss der Rat der Gemeinde Aldenhoven am 10. August 1972 die Weiterführung des Wappens des ehemaligen Amtes Aldenhoven als neues Gemeindewappen. Mit Urkunde des Regierungspräsidenten vom 8. Februar 1973 wurde das Wappen der neuen Gemeinde Aldenhoven genehmigt.

Die Wappenbeschreibung lautet wie folgt: „Geteilt; oben in gold (gelb) eine blaue Lilie; unten in schwarz ein schwebendes goldenes (gelbes) Kreuz innerhalb eines silbernen (weißen) Lorbeerkranzes.“

Das Wappen ist eine heraldische Komposition aus den Wappen der früheren selbständigen Gemeinden Aldenhoven, Siersdorf und Freialdenhoven. Es zeigt in halbiertem Feld oben in gold eine blaue Gleve aus dem früheren Wappen Aldenhovens. Schon in dem ältesten Schöffensiegel des heutigen Zentralortes stehen 2 Sterne und 2 Gleven (Lilien) als Symbol der Mutter Gottes.

Unten sehen wir in schwarz einen silbernen Lorbeerkranz aus dem Wappen der früheren Gemeinde Siersdorf, welcher das Emblem der Kommende des deutschen Ordens aus dem 13. Jahrhundert darstellt.

Das innerhalb des Lorbeerkranzes freischwebende goldene Kreuz ist dem Schöffensiegel des Schöffengerichtes Freialdenhoven entnommen und stellt das Sinnbild der damaligen freien Gerichtsbarkeit dar.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Aldenhoven gehören die Orte und Weiler

Abgegangene Ortsteile

Der Ortsteil Obermerz fiel bereits vor dem Zweiten Weltkrieg dem Bagger zum Opfer. In den 1970er Jahren wurde der Ortsteil Langweiler und in den 1980er Jahren der Ortsteil Pattern wegen des Braunkohletagebaus „Zukunft“ abgebaggert.

Städtepartnerschaften

Geschichte

Auf dem Gebiet der Gemeinde Aldenhoven liegen eine Reihe neolithischer Siedlungen, unter anderen die bandkeramischen Siedlungen von Langweiler 2, Langweiler 8 und Langweiler 9.

Aus römischer Zeit sind Überreste einer Wasserleitung erhalten, die aber im Bereich von Aldenhoven unterirdisch geführt wurde und daher nicht sichtbar ist.

Urkundlich nachweisbar ist der Ort Aldenhoven seit dem Jahr 922. In einer Urkunde vom 11. August 922 weist Hermann I. von Köln den Nonnen aus Gerresheim das Kölner Ursulastift zu, hierzu gehörte ein in der Urkunde beschriebenes Gelände im namentlich aufgeführten Aldenhoven.

Im Zentralort erinnert heute noch der „Alte Turm“ an die im 15. Jahrhundert errichteten Festungsanlagen. Aldenhoven ist seit 1654 Marienwallfahrtsort.

Weltgeschichtliche Bedeutung erlangten die beiden Schlachten bei Aldenhoven in den Jahren 1793 und 1794. Aldenhovens Name ist noch heute im Triumphbogen von Paris mit der Jahreszahl 1794 unter den Orten aufgeführt, an denen Napoleons Truppen siegreich blieben.

In Siersdorf, dem zweitgrößten Ortsteil der Gemeinde, befindet sich die Ruine der ehemaligen Kommende des Deutschen Ordens. Der um 1580 errichtete Bau des Haupthauses wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und bisher nicht wieder aufgebaut. Die benachbarte katholische Pfarrkirche St.Johannes der Täufer wurde zwar auch teilweise zerstört, jedoch wieder aufgebaut und durch einen Erweiterungsbau ergänzt. Sehenswert ist das spätgotische Antwerpener Retabel, das Chorgestühl und der hölzerne Lettnerbogen.

Wirtschaft

Von 1952 bis 1992 war der Hauptarbeitgeber die Steinkohlezeche „Emil Mayrisch“ in Siersdorf, welche in ihren besten Zeiten mehr als 4000 Beschäftigte hatte. Kurz nach der Zechenstillegung wurde auch das daneben befindliche Steinkohlekraftwerk (150 MW) stillgelegt und abgebrochen. Somit war die Grube eine der letzten des Aachener Steinkohlenreviers.

Nach der Stilllegung der Zeche gibt es nun ein Gewerbe- und Industriegebiet östlich von Aldenhoven entlang der ehemaligen Bundesstraße 1. Auf dem ehemaligen Zechengelände entstand eine Autoteststrecke und ein Stück Autobahn zu Filmzwecken, wo unter anderem für die Serie Cobra11 gedreht wird. Sie ist gleichzeitig Europas größte Filmkulisse, genannt die Film + Test Location (FTL). Die FTL ist ein 2,3 km langer Autobahn-Nachbau, inkl. Seitenstreifen, Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen, Parkplatz und Nothaltebuchten. Die beiden zweispurigen Fahrstreifen sind jeweils 1.000 m lang und durch eine 81 cm hohe Betonleitwand voneinander getrennt. Mit den Wendeschleifen an beiden Enden der Straße beträgt die Gesamtstrecke 2.300 Meter. Das Gelände kann für Filmaufnahmen, Testzwecke und Veranstaltungen von jedermann gemietet werden.

Im Industriegebiet befindet sich die Firma Indeplastik, Deutschlands größter Hersteller von Verpackungen für den Convenience Food - Bereich.

Erholung

Der Blausteinsee, ein künstlicher See auf dem Gebiet der Nachbarstadt Eschweiler, entstand durch die Auffüllung eines Tagebaurestlochs mit Oberflächenwasser. Heute dient der See als Naherholungsgebiet für die umliegenden Städte. Er wird von einem breiten Grüngürtel umgeben, in dem sich Wanderwege und separate Reitwege befinden.

Museum

Verkehr

Straße

Aldenhoven liegt an der B 56 sowie der ehemaligen B 1 (heute L136) und verfügt über den Autobahnanschluss "Aldenhoven" auf der A 44.

Busverkehr

Aldenhoven gehört zum Aachener Verkehrsverbund. Hauptbusverkehrspunkt ist "Aldenhoven Markt". Die Gemeinde wird per Bus mit allen Nachbargemeinden verbunden: Alsdorf (Linien 90, SB 11), Baesweiler (Linie 71), Eschweiler (Linie 6), Jülich (Linien 6, SB 11), Linnich (Linie 278).

Eisenbahn

Die Bahnstrecke von Aachen-Nord über Würselen, Alsdorf-Mariadorf und Aldenhoven nach Jülich ist stillgelegt und vollständig abgebaut. Die Trasse dient heute größtenteils als Radweg. Es existiert noch die ehemalige Grubenanschlussbahn von Alsdorf über Mariadorf nach Siersdorf, welche aber schon seit der Stilllegung des Steinkohlekraftwerks nicht mehr befahren wird.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Gemeinde

Sonstiges

Literatur

 Commons: Aldenhoven – Bilder, Videos und Audiodateien