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Siebentischanlagen

Die Siebentischanlagen sind ein Landschaftspark in Augsburg. Sie wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts angelegt und sind heute ein zentrumsnahes Erholungsgebiet.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Siebentischanlagen verlaufen in Nord-Süd-Richtung zwischen Haunstetter Straße und Lech. Das Areal wird im Westen von Sportanlagen und Kleingärten, im Osten von dem Botanischen Garten und Zoo und im Norden von einer vierspurigen Straße ('Schleifenstraße') begrenzt. Im Süden schließt sich der Siebentischwald an.

Die Siebentischanlagen umfassen eine Fläche von ca. 27ha bei ca. 1,5km Länge und bis zu 250m Breite.

Oft werden die Siebentischanlagen auch als 'Siebentischwald' bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich aber um zwei verschiedene, wenn auch direkt aneinander anschließende Areale.

Geschichte

Entstehung

Die Anlagen entstanden in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts auf Anregung des damaligen Stadtbaurates Ludwig Leybold, der darum bemüht war, den durch die Industrialisierung hervorgerufenen Verlust von Grünflächen durch die Schaffung neuer Grünflächen auszugleichen. Darüber hinaus bestand in der Stadtbevölkerung der Wunsch nach einer schattigen Wegverbindung zur Ausflugsgaststätte 'Siebentisch' - der Weg dorthin führte bisher über landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Auf der Grundlage von (durch Leybold überarbeiteten) Plänen von Carl von Effner wurde 1874 mit der Anlage des Parks begonnen. Bereits ein Jahr später wurde dieser eröffnet.

Zwischen 1876 und 1879 wurde zwischen dem südlichen Altstadtrand beim Roten Tor und den neuen Anlagen eine Allee angelegt (heute Baumgartnerstraße).

Entwicklung

1902/1903 und 1907/1908 erfuhr der Park kleinere Erweiterungen in westlicher und südlicher Richtung.

1908 wurde am Südende der Anlagen (am Übergang zum Siebentischwald) der nach seinem Stifter Freiherr Edmund von Schaezler benannte Schaezlerbrunnen errichtet.

1914 wurde im Zentrum der Anlagen die Ausflugsgaststätte 'Parkhäusl' gebaut.

1936 und 1937 kam es wegen der Errichtung des Botanischen und des Zoologischen Gartens zu kleineren Flächeneinbußen.

Ab Mitte der 50er Jahre wurden die Siebentischanlagen in mehreren Schritten in westlicher Richtung um Spiel- und Sportwiesen erweitert, Ende der 70er Jahre wurde schließlich der Ackerstreifen zwischen Südende des Parks und Ilsungstraße als Grünfläche umgestaltet.

Kleinere Flächenverluste bedeutete auch die Erweiterung des Botanischen Gartens zur 2000-Jahr-Feier der Stadt Augsburg 1985.

Die schwersten Eingriffe in die Parkanlagen waren die Errichtung einer Minigolf-Anlage beim 'Parkhäusl' 1967 sowie der Bau der Schleifenstraße Ende der 90er Jahre, für den der nördlichste Teil des Parks aufgegeben wurde.