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DX-Cluster

DX-Cluster sind der Zusammenschluss mehrerer Datenbanken in denen gespeichert wird,

gehört hat. Zusätzlich ist ein Kommentar z.B. über die Empfangsqualität möglich.

DX-Cluster sind durch die Anbindung an Packet Radio-Knoten Teil des Packet Radio Netzes der Funkamateure. In DX-Clustern melden Funkamateure, wenn sie auf einem der verschiedenen Bändern eine seltene oder besonders interessante DX-Station gehört oder gearbeitet haben (dies nennt man DXen.) Diese Meldungen (spots) werden von einem DX-Cluster über das Packet Radio Netz zu anderen DX-Clustern weitergegeben und so sehr schnell weltweit verbreitet. Auch die meldenden und mitlesenden Funkamateure verbinden sich über das Packet Radio Netz mit dem DX-Cluster. Heute ist es auch schon möglich und erfreut sich immer mehr Beliebtheit (dank der schnelleren Datenübertragung) die Daten der DX-Cluster im Internet abzurufen.

Da sehr viele Funkamateure DX-Meldungen absetzen, bekommt man schnell einen Überblick über die Ausbreitungsbedingungen, die für die DXer so wichtig sind. Die Abkürzung DX stammt aus den Anhängen zum internationalen Fernmeldevertrag und bedeutet große Entfernung.

Durch die große Anzahl der meldenden Funkamateure auf einem DX-Cluster und da die DX-Cluster normalerweise zu einem Netz zusammengeschaltet sind, vergrößert sich mit der größeren Zahl der Gesamtbenutzer auch die Zahl der potentiellen DX-Meldungen (s. Kritik). Man findet auch andere Informationen in einem DX-Cluster, wie z. B. die Adressen fremder Funkamateure, die weltweit in einem sogenannten Callbook (wie bei der Adress-Auskunft) gesammelt sind. Man kann zu anderen ins Cluster eingeloggten Stationen auch private Nachrichten schreiben (talken), auch wenn der Gesprächspartner ein anderes DX-Cluster benutzt, das dem DX-Cluster-Netz angeschlossen ist. Im sogenannten Converse-Mode kann man sich mit mehreren Stationen gleichzeitig austauschen. Die DX-Meldungen werden in die laufende Verbindung eingeworfen und treffen auch während der Unterhaltung ein.

Inhaltsverzeichnis

DX-Cluster Daten

So sehen DX-Cluster Daten aus, wenn sie ein Funkamateur in Echtzeit von einem DX-Cluster empfängt:

N4BAA      3503.0 VP5/K4SV                                  0028 07 Aug
ND3F       3503.1 VP5/K4SV                                  0026 07 Aug
N4BAA      3505.0 C91CW       Tnx! Up 2.2                   0026 07 Aug
W2QN-@     3793.0 OK2BJJ      cq                            0025 07 Aug
UY5ZZ-@    3505.0 C91CW       up 2 tnx QSO                  0024 07 Aug
DL3KVC-@   3649.0 5B4AGL      CQ CQ CQ                      0024 07 Aug
UA9CGL     3505.0 C91CW       QSX 3507.01 up2               0017 07 Aug
MM0NDX     3799.0 LU6QI       clg you                       0016 07 Aug
W1IBQ      3505.0 C91CW       weak but workable in GA       0015 07 Aug
W5VU       3505.0 C91CW       QSX 3507.00 good sig MA       0001 07 Aug
NO2R       3505.0 C91CW       up 2                          2357 06 Aug
N2MF-@     3505.0 C91CW       Cpy in NE USA, Lsn up 2       2356 06 Aug
PA3EWP     3796.0 9G5OO                                     2343 06 Aug
DL7ON      3505.0 C91CW                                     2340 06 Aug
SP4AWE-@   3505.0 C91CW       up2                           2335 06 Aug
UR4LRG-@   3505.0 C91CW       yess! weak sig                2334 06 Aug
VK6HD      3502.1 DL1EL       tnx qso ralf                  2326 06 Aug
DL1EL      3502.1 VK6HD                                     2325 06 Aug
9G5CR      3796.0 9G5OO                                     2318 06 Aug
IZ7EDQ     3725.0 IZ7AUH      test                          2310 06 Aug

In der ersten Spalte steht das Rufzeichen des meldenden Funkamateurs. Die zweite Spalte enthält die Frequenz, auf der die seltene Station gehört oder gearbeitet wurde. Danach folgen in der dritten Spalte das Rufzeichen der seltenen Station und danach weitere Bemerkungen zur DX-Station oder zur Funkverbindung. Am Ende einer Zeile wird Uhrzeit und Datum vermerkt, an dem der Funkamateur die Verbindung gemeldet hat. Die Uhrzeit wird dabei in UTC angegeben.

Kritik

Die ersten DX-Cluster waren nur auf lokaler Ebene per Packet Radio miteinander verbunden, ein DX-Spot fand somit nur auf wenigen benachbarten DX-Clustern Verbreitung, der User-Zugang war ebenfalls ausschließlich per Packet Radio möglich. Durch die Verknüpfung aller DX-Cluster weltweit über das Internet und die Bereitstellung unzähliger anonymer Zugänge über Telnet hat das "SNR", also das Verhältnis von brauchbaren zu unbrauchbaren Spots im DX-Cluster, in den letzten Jahren stark abgenommen.

Für die Kurzwellen-Amateurfunkbänder werden über die anonymen Telnet-Zugänge, besonders in Amateurfunk-Wettbewerben, eine Unzahl von gefälschten Spots, meist unter gefälschtem Absenderrufzeichen für das eigene Rufzeichen gesendet (sog. selfspotting).[1] Ebenso ist zunehmend zu beobachten, dass ein und die selbe seltene DX-Station innerhalb kurzer Zeit von vielen verschiedenen Rufzeichen aus dutzende Male gespotted wird, vermutlich da manche Funkamateure ihr eigenes Rufzeichen gerne im Cluster sehen. Oft sind diese Spots noch mit sinnlosen Kommentaren wie "YES!" oder "BINGO!" versehen.

Auch verleitet die im Internet mögliche Anonymität dazu, unqualifizierte und abfällige Bemerkungen über andere Funkamateure in einen DX-Cluster einzustellen.

Ein weiterer Kritikpunkt besteht darin, dass durch die zunehmende Verbreitung des DX-Clusters viele Funkamateure und DXer sich nicht mehr die Mühe machen, selbst nach DX-Stationen zu suchen, sondern sich nur noch auf das DX-Cluster verlassen und warten bis dort eine begehrte Station gespotted wird. Dies führt zu gewaltigen sogenannten Packet-Pileups, die nicht selten (wegen der riesigen Anzahl von plötzlich auftauchenden Anrufer) im totalen Chaos enden.

Nutzung der DX-Cluster für den UKW-Bereich

DX-Spots im VHF-, UHF- und Mikrowellenbereich sind fast durchweg wertvolle Informationen, die das Studium der Ausbreitungsbedingungen erlauben. Es gibt eine Reihe von Postprozessoren, z.B. DX Robot im Internet und LiveMUF als lokaler Client beim Nutzer, die auf Basis der Cluster-Informationen Darstellungen der nutzbaren Verbindungswege bei Überreichweite, insbesondere den selten auftretenden Sporadic-E-Überreichweiten, erlauben oder automatisch per e-mail und SMS registrierte Nutzer darüber informieren.

Neben den DX-Clustern hat der von dem belgischen Funkamateur Alain Stievenart, ON4KST, betriebene Chatroom eine große Bedeutung für Ausbreitungsversuche speziell in den Mikrowellenbereichen, wo wegen der sehr schmalen Öffnungswinkel der Hochgewinnantennen viele Funkverbindungen vorher vereinbart werden.


Deutsche DX-Cluster Karte

Übersicht der Verbindungen zwischen DX-Clustern in Deutschland

Links

Einzelnachweise

  1. Bericht von K1TTT über verdächtige DX-Spots im ARRL SSB Contest 2006. (Stand: ).