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Dhronecken

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 49° 44′ N, 6° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-Wittlich
Verbandsgemeinde: Thalfang am Erbeskopf
Höhe: 380 m ü. NN
Fläche: 1,45 km²
Einwohner: 125 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54426
Vorwahl: 06504
Kfz-Kennzeichen: WIL
Gemeindeschlüssel: 07 2 31 019
Adresse der Verbandsverwaltung: Saarstraße 7
54424 Thalfang
Ortsbürgermeister: Detlef Jochem

Dhronecken im Hunsrück ist eine Gemeinde im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz. Der Ort gehört zur Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Dhronecken liegt zwischen Trier und Saarbrücken, an der Hunsrückhöhenstraße, 9 km von der Autobahn 1, Richtung Morbach und Hahn. Nach Trier sind es etwa 30 Minuten, nach Saarbrücken etwa 45. Dhronecken gehört zum Hochwald genannten Teil des Hunsrücks, der Erbeskopf (816 m) ist nicht weit. Sanfte Hügel, reine Luft und viele Wanderwege machen Dhronecken zu einem Mittelpunkt für Wanderer. In der Dhronecker Mulde bildet sich durch Zusammenfluss zweier Forellenbäche die Kleine Dhron, die durch ein Tal dem Flüsschen Dhron und damit der Mosel zufließt.

Geschichte

Zu Beginn der Neuzeit war Dhronecken unter dem Namen "Troneck" Sitz der Wildgrafen und Hauptort der Mark Thalfang. Nach der Französischen Revolution wurde 1794/95 das linke Rheinufer und damit auch Dhronecken an Frankreich abgetreten. Aufgrund eines Gesetzes vom 26. März 1798 hoben die Franzosen die Feudalrechte in ihrem Besatzungsgebiet auf. Nach Ende der französischen Herrschaft kam der Ort 1814 zum Königreich Preußen. Seit 1947 ist der Ort Teil des im gleichen Jahr neu gegründeten Bundeslandes Rheinland-Pfalz.

Dhronecken, die Heimat des Hagen von Tronje ?

Mehrere Orte beanspruchen, Heimat des Hagen von Tronje ("Hagene von Tronege") zu sein, des heldenhaften, seit Wagners Opern weltbekannten Kämpfers aus dem Nibelungenlied,doch hat wohl Dhronecken, trotz aller Eifersucht, die besten Argumente. Das Nibelungenlied hat einen historischen Kern, die Zerschlagung des Burgunderreiches Worms um 436 nach Christus, seine Personen aber (Siegfried gewinnt das Rheingold durch Mord, heiratet Prinzessin Kriemhild und gefährdet dadurch das Königshaus, weshalb ihn Hagen ermordet, der schließlich durch Kriemhild selbst getötet wird), sie bleiben im Ungefähren einer Sage. Diese wurde erst annähernd 700 Jahre später niedergeschrieben, um 1200. Das Original ist verschollen und zwei Nachschriften, eine aus den heutigen Niederlanden und eine aus Sankt Gallen in der Schweiz, gelten als die werktreuesten. Was spricht für Dhronecken? Es gehörte einstmals zum Reich der Burgunder. In beiden Handschriften nennt sich Hagen als "von Tronege". Mit Hagen lebte am Hofe zu Worms sein Verwandter und Gefährte Ortwin von Metz. Genannt wird auch der Recke Hunold, und nordöstlich von Dhronecken liegt die Burg Hunolstein, um 1200 latinisiert als Hunoldipetra (Felsen des Hunold) bezeichnet. Hagen ordnet sich dem Geschlecht der Balder zu, wahrscheinlich also dem Rittergeschlecht der Burg vom heutigen Baldringen (damals "Balderingin" genannt), zwischen Dhronecken und Metz gelegen. Schließlich: (Xanten), Hunolstein, Dhronecken, Baldringen, Metz, sie sind aufeinander folgende Orte an einem einzigen Weg, den wohl ein fahrender Dichter und Sänger zurückgelegt hatte, so dass seine Kenntnis um entlegene Burgen und Orte um 1200 in das Nibelungenlied einfließen konnte. Dagegen spricht keineswegs, dass das Nibelungenlied wahrscheinlich in Niederbayern (Passau) niedergeschrieben wurde. Aus dem Nibelungenlied: "Uns ist in alten maeren wnders viel geseit von heleden lobebaeren von grozer arebeit. . .Daz was von tronege hagene . . . von Metzzen Ortwin". Übertragung ins Neuhochdeutsche von Lothar Voetz: Uns ist in alten Geschichten an Wunderbarem viel erzählt: Von rühmlichen Helden, von großem Leid ... Das waren: Hagen von Tronje ... Ortwin von Metz.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Burg Dhronecken

Die Burg Dhronecken wurde um 1200 erstmals urkundlich erwähnt, ist aber vielleicht viel älter. Mehrfach zerstört, durch kölnische, kaiserliche, durch französische Truppen, schließlich durch ein Erdbeben, sind nur noch Reste vorhanden, doch kann ein Eckturm sogar bestiegen werden.

Auf den Fundamenten der alten Burg wurden in der Neuzeit Wirtschaftsgebäude errichtet, auch ein größeres, hochragendes Gebäude, das "Schloss" genannt, heute als zentrales Forstamt genutzt wird. Daneben dient eine Scheune, eindrucksvoll im Balkengefüge und stilsicher ausgestaltet, als Bürgerhaus der Gemeinde Dhronecken. Die schön gelegenen Schlossgärten sind erst teilweise wieder bepflanzt und gepflegt.

Unterhalb der Burg, beiderseits des klaren Baches, ist ein Naturspielplatz im Werden, der schon vor Fertigstellung von Kindern rege genutzt wird. Eine Wasserfurt mit Springsteinen und ein forumartig angelegter Spiel- und Versammlungsort, in mittelalterlicher Umgebung und in Erinnerung an den germanischen Hagen auch "Dhronecker Thing" genannt, sind die ersten Attraktionen.

Haus des wild- und rheingräflichen Verwalters der Burg Dhronecken

Das, wie dendrologische Untersuchungen zeigen, um 1700 in barockem Stil erbaute Haus des wild- und rheingräflichen Verwalters der Burg Dhronecken, Friedrich Christian Heusner, zugleich Amtmann wie auch Richter. Seit 1981 steht dieses Haus unter Denkmalschutz und konnte, auch mit Hilfe des Landesamtes für Denkmalpflege und engagierter lokaler Behörden, so saniert werden, dass außen seine ursprüngliche Gestalt wiederhergestellt wurde, innen, in der "Säulenhalle", die gedrechselten 4 bis 5 m hohen Eichensäulen erhalten blieben. Was dieses Haus kulturhistorisch hervorhebt, ist sein Altan (Gartenloggia) aus gedrechselten Eichenstämmen und eichenen Balustern: die Familie des Erbauers F. Ch. Heusner stammte aus Franken, wo sich, Italien als Vorbild nehmend, auf Säulen stehende Balkone damals verbreitet fanden. In die Gegenwart, da in Deutschland aus Holz, haben sich nur sehr wenige gerettet. Neben Ulm ("3-Kannen-Anlage") ist der Dhronecker Altan wohl der größte und eindrucksvollste.

Decker Mühle

Eine heute noch funktionsfähige Sägemühle, die Decker Mühle, sie wurde nach der Dhronecker Chronik um 1750 erstmals erwähnt.

Wasserturm, erbaut um 1900 (Siehe eigene Seiten, unter Google/Dhronecken).

 Commons: Dhronecken – Bilder, Videos und Audiodateien