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Bugholz

Bugholz ist ein von Michael Thonet um 1830 entwickeltes Verfahren bei dem unter Wasserdampf meist Ahorn- oder Buchenholz gebogen und zu Stühlen verarbeitet wurde.

Ab 1830 begann Thonet mit Versuchen, aus verleimten und gebogenen Holzleisten Möbel herzustellen. 1836 gab es mit dem Bopparder Schichtholzstuhl einen ersten Erfolg.

Herstellungsmethode

Normalerweise bricht beim Biegen von Holz die Außenseite (= Zugseite). Durch die Verwendung eines Zugbandes wird die Dehnung der Außenzonen begrenzt, dafür wird aber die Innenzone (= Druckzone) stärker gestaucht. Vorher muss allerdings das Lignin des Holzes durch Wasserdampf oder durch Kochen erweicht werden. Nach dem Biegen müssen die Formteile eingespannt (gegen Rückformung gesichert) getrocknet werden, um eine Rückstellung zu vermeiden. Der Vorteil des Biegens besteht darin, dass kaum Holzverlust auftritt (im Gegensatz zu spanenden Verfahren wie Fräsen o.ä.) und trotz dünner Querschnitte und relativ engen Radien eine hohe Festigkeit der Formlinge erreicht wird.

Bei Bugholzverleimung werden dünne Holzschichten verleimt und dann in eine Form gebogen. Diese modernere Methode erlaubt Sitzmöbel freischwindend zu konstruieren und wurde in Skandinavien verwendet.

Anwendungsbereiche

Bugholz wurde für die Fertigung von Stühlen, Schaukelstühlen, Sofas, Klaviersessel usw. eingesetzt. Im 20. Jahrhundert wurde das Verfahren mit Bugholzverleimung von skandinavischen Designern wie Alvar Aalto, Bruno Mathsson und Yngve Ekström wieder aufgenommen.