Heim

Praktiker (Baumarkt)

Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG
Unternehmensform Aktiengesellschaft
Gründung 1978
Unternehmenssitz Kirkel
Unternehmensleitung

Wolfgang Werner

Mitarbeiter 21.000[1]
Umsatz 3,03 Mrd. Euro
Produkte

.

  • Gartenartikel (18,5%)
  • Sanitär (13,6%)
  • Holz (11,9%)
Website http://www.praktiker.com

Die Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG ist die führende unabhängige Baumarktkette in Deutschland. Praktiker ist börsennotiert und Teil des MDax Indexs. Der Hauptsitz der Praktiker AG befindet sich in Kirkel. Vorstandsvorsitzender ist Wolfgang Werner.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Praktiker als Teil des Metro Konzerns

Gegründet wurde Praktiker im Jahre 1978 unter dem Namen „bâtiself“ in Luxemburg. Konzernmutter war die in Saarbrücken ansässige Asko Deutsche Kaufhaus AG. 1979 übernahm Praktiker in Deutschland neun BayWa-Baumärkte und eröffnete zusätzlich vier neue Märkte. 1982 wurde schrittweise das Discountprinzip eingeführt. Ab 1985 Expansion durch Übernahme weiterer Baumärkte, Wickes-Baumärkte und schließlich 1990 die Realkauf-Baumärkte, ab 1991 mit zunächst Griechenland auch ins Ausland. Nach knapp 15 Jahren kam es 1993 zu einer Bereinigung. Metro Cash & Carry, der die Massa Großhandels AG gehörte, spaltete den Baumarkt-Teil ab und verkaufte ihn an Praktiker. Der Rumpfteil wurde in Real Großhandels AG umbenannt. Ähnlich wurde mit BLV und Extra verfahren. Die ersten Schritte zur bevorstehenden Fusion und Marktbereinigung waren damit vollzogen.

Nach Übernahme der kleineren Baumärkte, „BLV“, „massa“, „MHB“, „Huma“ und „extra“, ging Praktiker 1995 als Teil der Asko Deutsche Kaufhaus AG in die Fusion mit der Metro Cash & Carry zum Metro Konzern über. In den Folgejahren übernahme weiterer Baumärkte, „Bauspar“, „Wirichs“. Zwei Jahre später wurde der erste Markt in Polen eröffnet. Praktiker gehört nun zum größten europäischen Handelskonzern.

Im Jahr 1998 eröffnete die Metro den 250. Praktiker-Markt in Erfurt und feierte fünf Jahre später das 25-jährige Jubiläum der Praktikermärkte. 2000 weitere Rationalisierungen und Übernahme von 27 „Top“-Baumärkten. Von 2004 bis 2005 expandierte Praktiker weiter und eröffnete erste Baumärkte in der Türkei, in Bulgarien und Ungarn. 2002 übernimmt die Metro 100% der Aktien und nimmt die Kette von der Börse.

Ende 2004 trat Praktiker, ebenso wie Bauhaus, aus dem Branchenverband BHB aus.

Börsengang und Rückzug der Metro

Am 22. November 2005 brachte Metro die Praktiker AG erneut an die Frankfurter Wertpapierbörse und reduzierte damit seine Beteiligung auf 40,5 %. Zugleich firmierte das Unternehmen von Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte AG in Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG um. Bei einem Ausgabekurs von 14,50 Euro wurden mittels Greenshoe 34,5 Millionen Stückaktien ausgegeben. Das Emissionsvolumen betrug damit 500 Millionen Euro wovon Praktiker nach Abzug aller Kosten 111 Millionen Nettoemissionserlös verblieben.[2] Die Erstnotierung lag bei 14,90 Euro.[3] Konsortialführer war die amerikanische Bank JPMorgan Chase & Co.[4]

Am 7. Dezember 2005 veräußerte die Metro ihre 53 Praktiker-Immobilien für 480 Millionen Euro an das Immobilien-Investmentunternehmen Curzon/IXIS. Schließlich teilte die Metro AG am 10. April 2006 in einer Pflichtveröffentlichung mit, dass sie sich von ihrem verbliebenen Anteil an der Baumarktkette trennt.

Mit dem Börsengang wurde das Ziel einer Expansion in Osteuropa verknüpft. Seit 2006 ist die Aktie im Aktienindex MDAX der Frankfurter Börse notiert.

Übernahme Max Bahr

Im Januar 2007 wurde die Übernahme von Max Bahr vollzogen; die 77 Max-Bahr-Baumärkte mit ihren ca. 3.200 Mitarbeitern wurden hierbei übernommen. Max Bahr wird künftig als Premiummarke, Praktiker als Discountmarke auftreten. Der Aktienmarkt reagierte auf die Ankündigung positiv und die Aktien Praktikers stiegen nach der Ankündigung um 5,55 % auf 25,47 Euro. Der Kaufpreis wurde nicht genannt, er wird auf 1,0 bis 1,5 Mrd. Euro geschätzt.[5] Mit der Übernahme erhofft sich Praktiker, seinen Marktanteil in Deutschland von bisher 7,2 % auf über 9 % zu heben und damit zum Marktführer Obi, welcher 9,7 % Marktanteil beansprucht, aufschließen zu können.[6] Weiterhin erwartet Praktiker ab 2008 Synergieeffekte, welche 2009 über 20 Mio. Euro liegen sollen. Die Integrationskosten werden mit 12 Mio. Euro veranschlagt.[7]Zusätzlich zum operativen Geschäft hat Praktiker eine 24-prozentige Beteiligung an der Immobiliengesellschaft Max Bahrs erworben. Marktbeobachter erwarteten bereits seit geraumer Zeit eine Konsolidierung auf dem Markt und sehen in dem Schritt von Praktiker den Anfang.[8]

Werbung

Praktiker wirbt seit Jahren mit dem Slogan „20 % auf alles, außer Tiernahrung“. Der Zusatz „außer Tiernahrung“ hat heutzutage keine rechtliche Bewandtnis mehr und dient nur noch der Werbung. Zum Zeitpunkt, da Praktiker Tiernahrung in sein Sortiment aufnahm und der Slogan entstand, konnte Tiernahrung allerdings tatsächlich aufgrund rechtlicher Rahmenbedingungen nicht rabattiert werden.[9]

Am 17. Juni 2008 entschied das Oberlandesgericht Saarbrücken, Praktiker dürfe nicht mehr mit dem Slogan werben, da dieser "irreführend" sei. Der Baumarkt biete nämlich Tchibo-Produkte als Kommissionsware an, die von Rabattaktionen ausgeschlossen sei. Einen Einspruch des Unternehmens wies der Bundesgerichtshof zurück. [10]

Quellenangaben

  1. davon ca. 8.700 Teilzeit
  2. Praktiker
  3. Geschäftsbericht. 2005, S. 15
  4. Praktiker
  5. n-tv
  6. Vorstandsvorsitzender Wolfgang Werner auf der Pressekonferenz
  7. Präsentation für Analysten zur Übernahme
  8. n-tv
  9. Eintrag auf den Seiten von Es-gibt-keine-dummen-Fragen.de
  10. Artikel auf handelsblatt.com
 Commons: Praktiker (Baumarkt) – Bilder, Videos und Audiodateien