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Uni-Ferkelei

Die so genannte Uni-Ferkelei, eine Aktion mit dem offiziellen Titel „Kunst und Revolution“, fand am 7. Juni 1968 vor rund 300 Zuschauern im Hörsaal 1 des NIG (Neues Institutsgebäude) der Universität Wien statt und wurde von den Aktionisten Günter Brus, Otto Muehl, Peter Weibel und Oswald Wiener ausgeführt. Weiters waren Malte Olschewski und Valie Export beteiligt.

Die nahezu vollständig versammelten Protagonisten des Wiener Aktionismus brachen in einem Hörsaal an der Wiener Universität gleich mehrere Tabus: Nacktheit, das Verrichten der Notdurft, Onanie, Auspeitschen, Selbstverstümmelung, das Verschmieren der eigenen Exkremente am eigenen nackten Körper und das Erbrechen durch Reizung des Ösophagus – und das alles unter Absingen der österreichischen Bundeshymne[1] und auf der ausgebreiteten österreichischen Nationalflagge. Eine der Szenen bestand darin, dass der (am Kopf mit Verbandzeug umwickelte) Teilnehmer Malte Olschewski („Laurids“) einen Text verlas, während Otto Muehl versuchte, das Papierblatt mit einem Gürtel zu zerfetzen, dabei aber den Lesenden traf.[2] Das führte zur Bezeichnung „Masochist Laurids“ für den - zunächst unbekannt gebliebenen - Olschewski.

Die von anwesenden Boulevardjournalisten aufgeschreckte Öffentlichkeit tobte und prägte den Ausdruck „Uni-Ferkelei“, die österreichische Justiz antwortete mit Gefängnisstrafen und Exildrohung. Der umstrittene Gerichtsgutachter und Psychiater Heinrich Gross, dem Tötungen am Spiegelgrund während der NS-Zeit vorgeworfen wurden, war beauftragt, die Aktionisten für das Gericht zu begutachten.

Literatur

Herbert Lackner: Der fünfte Mann. In: profil. Das unabhängige Nachrichtenmagazin Österreichs. Heft Nr. 23 vom 2. Juni 2008. 39. Jahrgang. ISSN 1022-2111. Seiten 30–32.

Einzelnachweise

  1. bestritten vom Teilnehmer Olschewski in Der fünfte Mann, Seite 32.
  2. Der fünfte Mann, Seite 32.