Wels (Stadt)
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Wels (Stadt)

Wappen Karte
Lage von Wels in Oberösterreich
Basisdaten
Bundesland: Oberösterreich
Bezirk: Wels (Statutarstadt)
Postleitzahlen: 4600, 4601, 4603, 4604, 4605, 4606
Vorwahl: 0 72 42
Kfz-Kennzeichen: WE
Gemeindeschlüssel: 40 301
NUTS-Region: AT312 Linz-Wels
UN/LOCODE: AT WSL
Gliederung: 6 Katastralgemeinden
31 Ortsteile
Magistrat: Stadtplatz 1
4600 Wels
Offizielle Website: www.wels.at
Geografie
Geografische Lage: 48° 09' N, 14° 01' O Koordinaten: 48° 09' N, 14° 01' O
Höhe: 317 m ü. A.
Fläche: 45,92 km²
Einwohner
Stadt:
Ballungsraum:
58.623 (Stand: 1.1.2007)
ca. 81.000
Bevölkerungsdichte: 1.266 Einwohner/km²
Arbeitslosenquote: 4,0 %[1]
Politik
Bürgermeister: Peter Koits (SPÖ)
Sitzverteilung im Gemeinderat (36 Sitze): SPÖ 21
ÖVP 8
FPÖ 4
Die Grünen 3

Wels ist die nach der Landeshauptstadt Linz zweitgrößte Stadt in Oberösterreich. Als Statutarstadt ist sie zugleich Gemeinde und Bezirk sowie Verwaltungssitz des Bezirks Wels-Land. Die Stadt erlebte während der Römerzeit und des Mittelalters eine Hochblüte. Seine heutige wirtschaftliche Bedeutung erlangte Wels als Messe- und Industriestandort sowie als Verkehrsknotenpunkt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage

Wels liegt inmitten des Bezirks Wels-Land an der Traun im Hausruckviertel auf 317 m ü. A., gemessen bei der Stadtpfarrkirche im Zentrum von Wels. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9,5 km, von West nach Ost 9,6 km.

Die Stadt wird vom Mühlbach und vom Grünbach durchflossen. Der Mühlbach wird künstlich von der Traun abgezweigt und mündet in Linz wieder in diese. Der Grünbach entspringt in der Nähe von Bachmanning und fließt in einen Baggersee im Stadtteil Stadlhof in der Nähe von Marchtrenk.

Die Gesamtfläche der Stadt ist folgendermaßen aufgeteilt:[2]

Da die Stadt im Gebiet der Welser Heide, einer ebenen, durch jahrhundertelange Schlierdüngung fruchtbar gemachten Landschaft liegt, wird heute sehr viel Fläche landwirtschaftlich genutzt.

Nachbargemeinden

Krenglbach Buchkirchen Buchkirchen
Gunskirchen Marchtrenk, Weißkirchen
Steinhaus Thalheim bei Wels Schleißheim


Die Grenze zwischen Wels und Thalheim bei Wels bildet die Traun.

Stadtgliederung

Das Gemeindegebiet von Wels ist in 32 Ortsteile unterteilt: Aichberg, Au, Berg, Brandln, Dickerldorf, Doppelgraben, Eben, Gaßl, Höllwiesen, Hölzl, Kirchham, Laahen, Lichtenegg, Mitterlaab, Nöham, Niederthan, Oberhaid, Oberhart, Oberlaab, Oberthan, Pernau, Puchberg, Roithen, Rosenau, Schafwiesen, Stadlhof, Trausenegg, Unterleithen, Waidhausen, Wels, Wimpassing und Wispl.[3]

Weiters ist der politische Bezirk Wels-Stadt in sechs Katastralgemeinden gegliedert: Lichtenegg, Obereisenfeld, Pernau, Puchberg, Untereisenfeld und Wels selbst[2]. Die Katastralgemeinde Wels zerfällt wiederum in fünf Stadtteile: Innenstadt, Lichtenegg, Vogelweide, Neustadt und Pernau.

Daneben gibt es noch inoffizielle Bezeichnungen für Siedlungsgebiete oder Teile von Wels, wie Noitzmühle, eine größtenteils aus Hochhäusern bestehende Siedlung, die Gartenstadt oder Maxlheid, eine kleine Siedlung am Rande der Stadt.

Demografie

Bevölkerungs-
entwicklung[4]
Jahr Einwohner
1869 11.704
1880 13.175
1890 14.735
1900 17.308
1910 22.015
1923 24.248
1934 25.956
1939 29.533
1951 38.120
1961 41.060
1971 47.527
1981 51.060
1991 52.594
2001 56.478
2005 58.146

17 % der Wohnbevölkerung sind unter 15 Jahren, 63 % zwischen 15 und 60 Jahren und somit 20 % älter als 60 Jahre.[5]

Der Ausländeranteil beträgt etwa 16 %, davon kommt 1 % aus den EU-15-Ländern. Die wichtigsten Herkunftsländer sind – in absteigender Reihenfolge nach der Staatsbürgerschaft der Bewohner geordnet – Bosnien-Herzegowina, Türkei, Kroatien und die ehemalige Bundesrepublik Jugoslawien („Serbien-Montenegro“).[5]

Die größte religiöse Gemeinde ist die römisch-katholische. Ihr gehören etwa 63 % der Stadtbevölkerung an. Die nächstgrößere Gruppe ist die der Bekenntnislosen, der 14 % angehören. Etwa 10 % gehören der islamischen Religion und 7 % der evangelischen Kirche an. Der Rest verteilt sich auf orthodoxe und sonstige Religionsgemeinschaften.[5]

Geologie

Das Gebiet um Wels ist durch eine Molassezone, also eine Hügellandschaft, die aus tertiären Ablagerungen aufgebaut ist (Tertiärhügelland), und durch fluviale Terrassen geprägt. Das Tertiärhügelland, im Norden und Nordwesten der Stadt, besteht vor allem aus Lehm und Schotter. Die Terrassen entstanden durch den Fluss Traun im Holozän und bestehen vor allem aus Kies, Sand und Ton. Seit der Flussregulierung im 19. Jahrhundert und der damit verbundenen Eintiefung der Traun gibt es im Welser Stadtgebiet kaum noch Überschwemmungen. Etwa 1985 wurden Dämme erhöht und mit dem Kraftwerk Marchtrenk die Traun ab Wels eingestaut.

Die Rohstoffe des Welser Bodens werden zu wirtschaftlichen Zwecken genutzt. Es werden Sand, Kies, Löß und Lehm gefördert. Die beiden Letztgenannten kommen vor allem im Ortsteil Mitterlaab vor und werden zur Ziegelherstellung verwendet. Aufgelassen wurde der Abbau in Oberlaab, wo sich heute das Ziegelwerk Pichler befindet. Bereits 1892 wurde in Wels Erdgas gefördert, im Großraum Wels entstanden viele Bohrungen. Mit Erdgas als Energiequelle wurde bis 1990 das Allgemeine Krankenhaus, gegen Ende hin nur mehr in geringen Mengen, versorgt.

Trinkwasser aus der Welser Heide ist auf Grund der dichten Besiedelung, der Landwirtschaft und der Industrie seit Jahrzehnten gesundheitlich nicht unbedenklich. Die Stadtverwaltung entschied sich daher nach dem Zweiten Weltkrieg für eine zentrale Wasserversorgung und Kanalisation. Seither bezieht die Stadt das Trinkwasser vor allem aus den Wasserwerken Hartholz und Au an der Alm, sowie aus einem Tiefbrunnen in der Nähe von Steinerkirchen.[6]

Blick auf das Stadtzentrum vom Reinberg in Thalheim aus, rechts im Bild die Ägydikirche, links das „Theresienhochhaus“, das höchste Gebäude der Stadt, das ganz kurz das höchste Österreichs war

Geschichte

Urzeit

Die ältesten Funde aus der Gegend von Wels stammen aus der jüngeren Steinzeit, also dem Zeitraum von 3500 bis 1700 v. Chr. Man fand einfache Werkzeuge, vor allem am Ufer der Traun und im heutigen Zentrum der Stadt.

In der Bronzezeit, ab 1700 v. Chr., wurden Gräberfelder im Bereich des heutigen Flughafens angelegt sowie unweit davon ein Urnenfeld, das auf die Zeit der Urnenfelderkultur (1100–750 v. Chr.) datiert wird. Darin befanden sich 60 Gräber mit Beigaben, wie Bronzeschmuck oder Lebensmittel.

Aus der Hallstattzeit (750–400 v. Chr.) fanden sich Schwerter in der Pernau.

In der La-Tène-Zeit (bis 100 v. Chr.) bevölkerten Kelten das Gebiet um Wels und hinterließen Goldmünzen, Schwerter und Fibeln aus Eisen und Irdenware. Der Name „Traun“ kommt aus dieser Zeit. Möglicherweise ist der Name „Wels“ auch keltischen Ursprungs. Wels hieße dann übersetzt soviel wie „Siedlung an den Traunwindungen“.

Römerzeit

Die kleine Siedlung entwickelte sich zu einem wichtigen Stützpunkt und Außenposten des Römischen Reiches. Unter Kaiser Hadrian wurde das damalige Ovilava zu einer Stadt (municipium) erhoben. Das bebaute Gebiet schloss das Gebiet von der Traun bis zur Höhe des heutigen Kaiser-Josef-Platzes ein. Es gab bereits Häuser aus Ziegel, Dampfbäder, eine Arena sowie ein Bewässerungssystem, das Wasser vom jenseits der Traun liegenden Reinberg brachte.

In der Folge wurde Wels unter Kaiser Caracalla zu einer Großstadt (colonia). Aufgrund der drohenden Alemannengefahr wurde die Stadt erweitert, mit einer Stadtmauer umgeben – das Gebiet war etwa 90 ha groß – und eine Straße von Passau der Donau entlang gebaut. Sicher ist, dass sechs Türme und eine Toranlage in die Mauern integriert waren, die von der Burg angefangen der Westbahn entlang, und über die Feldgasse zurück Richtung Traunufer gebaut war.

Kaiser Diokletian machte Wels im Rahmen seiner Reform des Provinzen-Systems zu einer Hauptstadt, die das Gebiet des Römischen Reiches nördlich der Alpen, das Ufernoricum (Noricum Ripense) verwaltete. Zwei Duumviri, die als Stadtrichter fungierten, zwei Ädilen, die für die Einhaltung der Gesetze und Marktrechte eintraten, ein Quästor, der die Stadtkasse verwaltete und ein 100-köpfiger Stadtrat standen an der Spitze der Stadt.

Ovilava verwaltete ein Gebiet, das von Inn und Donau eingeschlossen, östlich von den Verwaltungsgebieten Lauriacums (Enns) begrenzt, bis nach Bad Ischl reichte. Zum Stadtbezirk zählten auch Grenzbefestigungen, zu denen auch Linz (Lentia) und Passau (Boiodurum) gehörten, und unzählige Siedlungen auf oberösterreichischem und salzburgischem Boden. Auffallend für die römische Gräberkultur in Wels ist, dass nur wenige kostbare Dinge beigesetzt wurden. Zum einen war das eine Wirkung der nahen Grenze, der ständig drohenden Überfälle und Kriege, zum anderen des strengen Klimas, weshalb sich nur wenige reiche Bürger ansiedelten. Reichere Gräber stammen nur aus früheren Perioden der Besiedlung.

Vom 3. bis zum 5. Jahrhundert wurde das Gebiet um Wels oft von Germanen- und Vandalenstämmen sowie von Attilas Heer im Zuge der beginnenden Völkerwanderung überfallen. Unter Kaiser Gallienus wurde die Provinz Noricum als verwüstet beschrieben. Der Offizier und König von Italien, Odoaker, ließ Noricum räumen, da es nicht mehr zu halten war.

Ab dem 4. Jahrhundert dürfte Wels für einige Jahrhunderte wieder zu einer kleinen und unbedeutenden Siedlung geworden sein.[7]


Wirtschaft im römischen Wels

Landwirtschaft und Grenzhandel sowie Ziegelherstellung, Töpferei und Steinabbau waren die wirtschaftliche Grundlage der Stadt. Da durch das Stadtgebiet mehrere römische Reichsstraßen verliefen, unter anderem die große Ost-West-Verbindung nach Enns, wurden viele Güter aus dem Westen, wie Gallien und aus dem Rheingebiet, importiert, darunter Terra-Sigillata-Gefäße und Statuetten, darunter die so genannte „Venus von Wels“. Aber auch mit Italien herrschte reger Handel. Man fand Amphoren, Austernschalen und Bronzefiguren italienischer Herkunft. Der Anbau von Getreide deckte gerade den regionalen Verbrauch, wahrscheinlich wurden Rinder und Pferde exportiert. Im heutigen Stadtgebiet wurde der älteste Getreidespeicher im Bereich der Ostalpen gefunden, in dem den Erkenntnissen zufolge vor allem Weizen, Zwergweizen, Emmer, Gerste und Roggen eingelagert waren.


Religion im römischen Wels

Es gibt Hinweise, dass ein Pontifex und das Kollegium der Sexviri, eine Gemeinschaft, die sich dem Kaiserkult widmete, ansässig waren. Ihr Tempel, der der kapitolinischen Trias geweiht war, wurde noch nicht gefunden. Für andere Götter und Geisterwesen, wie Apollo, Jupiter, Vulcanus, Genius und Laren wurden jedoch Weihesteine gefunden. Einige Statuen von Diana, Venus, Fortuna, Merkur und Minerva konnten ebenso ausgegraben werden. Die keltische Götterwelt konnte nur anhand einer Statue einer Muttergottheit sowie eines Abbilds des keltischen Stiergottes Tarvos nachgewiesen werden. Das aufkommende Christentum war schon seit dem 3. oder 4. Jahrhundert in Wels vertreten. Diese ersten Stunden der christlichen Religion waren vor allem durch Verfolgung und Unterdrückung geprägt, doch soll Florian von Lorch in Wels gewirkt haben, bevor er nach St. Pölten flüchtete. Ein Teil eines Pilasters gibt Aufschluss über eine frühchristliche Kirche aus dem 4. oder 5. Jahrhundert und deutet auf eine größere christliche Gemeinde hin. Der Grabstein der Ursa gilt als einer der ältesten Funde einer frühchristlichen Gemeinschaft. Der Grabstein wurde von einem römischen Soldaten für seine Frau in Auftrag gegeben.

Völkerwanderung

Die Bajuwaren besiedelten im 6. Jahrhundert die Region um Wels. Waffenfunde in bairischen Gräberfeldern stammen aus dem 7. Jahrhundert.

Im 8. Jahrhundert wurde Wels wieder mit Befestigungsanlagen ausgestattet, urkundlich wurde Wels als castrum uueles, was soviel wie „befestigte Siedlung Wels“ heißt, erstmals 776 erwähnt. Vorher Amtssitz von Graf Machelm, einem Verwandten der Agilolfinger, kam Wels bis in das späte 9. Jahrhundert zu den Besitzungen der Karolinger.

Mittelalter

Ab dem Jahr 1000 wurde Wels als „Markt“ bezeichnet und war bekannt für seinen Tuchhandel. Da Wels im 11. Jahrhundert zum Kloster Lambach gehörte, wurde es später dem Bistum Würzburg zugesprochen (Siehe dazu auch: Wels-Lambacher).

Im 12. Jahrhundert wurde Wels regelrecht aufgeteilt, denn das Marktrecht, die Maut für die Brücke, die Pfarrkirche und eine Marienkapelle wurden von Würzburg, Kloster Lambach, Stift Kremsmünster und einigen Adeligen getrennt verwaltet. Die ältesten erhaltenen Welser Dokumente stammen aus dieser Zeit. Es handelt sich hier um Bruckamtsrechnungen, also um Aufzeichnungen der Einkünfte der Traunbrücke, die zwischen 1138 und 1140 entstand.

Durch einen Erbvertrag kam Wels nach dem Tod des letzten Traungauers 1192 in den Besitz der Babenberger, die im Jahr 1222 Wels als Stadt (civitas) beurkundeten. Wels gehörte zu dieser Zeit schon, neben Linz und Steyr, zu den größten Befestigungen Oberösterreichs und war Schauplatz einer Schlacht zwischen den Heeren von Herzog Heinrich XIII. von Bayern und König Ottokar II. von Böhmen.

1233 bricht Herzog Otto II. von Bayern in das Herrschaftsgebiet der Babenberger ein, denen er nach der Besetzung der Stadt Wels unterliegt.

Der Stadtplatz entstand im 13. Jahrhundert und das Ledertor, der Vorläufer des Ledererturms, wurde 1326 erwähnt. Die Habsburger vergrößerten die Stadt auf das Doppelte.

Am 13. Juni 1295 wurde erstmals ein Siegel von Wels verwendet.

Im 14. Jahrhundert erfolgte die Ausweitung des Marktrechts, der Bau von Schutzeinrichtungen gegen Überflutungen, die Befreiung von der Getränkesteuer, die Verleihung des Pfändungs- und des Stapelrechts und die Stadt musste nur an den Landesfürsten Steuern bezahlen.

Charakteristisch für das 14. und 15. Jahrhundert war das Aufkommen der ersten wohlhabenden Bürgerfamilien, die sich ihre – zum Teil bis heute erhaltenen – Häuser im Bereich des Stadtplatzes und der Traungasse bauten und die Ausbildung der Handwerkszünfte, die sogenannten „Zechen“. Ihre Häuser standen und stehen vor allem in der heutigen Schmidt- und Bäckergasse. Ebenso hatten einige Adelsfamilien, Pfarren und Klöster Häuser in Besitz, für die sie den Status als (steuerbefreite) Freihäuser erwirken wollten.

Kaiser Maximilian I.

Kaiser Maximilian I. hielt sich sehr oft in Wels auf, viel öfter als andere Kaiser. Ein Grund dafür war sicher sein Jagdschloss in der Welser Heide. Unter ihm wurde 1514 das Rathaus und die Burg Wels ausgebaut und er erließ einige Privilegien für die Stadt. Die Stadt erhielt von ihm 1519 das Recht, in rotem Wachs zu siegeln.

Ende 1518 machte der Kaiser zum letzten Mal in Wels Halt. Eine Erkrankung der Verdauungsorgane oder nicht erkannte Gallensteine ließen den Kaiser nicht mehr gesunden, sodass er Anfang 1519 mit den Worten

„Ich bin für diese Reise mit Gottes Gnade ganz gerüstet“[8]

in der Burg verstarb. Kaiser Maximilian I. wurde in Wiener Neustadt beigesetzt.

Reformation

Wasserturm am Zwinger

Im 16. Jahrhundert erfuhr Wels durch seine Stellung als Umschlagsplatz für landwirtschaftliche Güter aus der Umgebung und aus dem Fernhandel eine wirtschaftliche Blütezeit. Erhaltene Bauwerke aus dieser Zeit sind der um 1577 erbaute Wasserturm, der aus dem Mühlbach geschöpftes Wasser speicherte, das über ein Rohrsystem in der Stadt verteilt wurde, und der Ledererturm, der 1619 erneuert wurde.

Die Reformationsbewegung war vor allem von Welser Adeligen und Studenten getragen. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts lebten in Wels vor allem protestantische Bürger. Der Theologe Konrad Cordatus, ein Bekannter Martin Luthers, stammte aus der Umgebung von Wels. Nach ihm ist ein Veranstaltungssaal neben der evangelischen Kirche benannt. Die von Kaiser Ferdinand II. angeordnete Rekatholisierung wurde sehr streng durchgeführt und hatte eine starke Auswanderungswelle vor allem der führenden Familien zur Folge. Wels blieb, bis auf das Jahr 1626, größtenteils von Bauernaufständen und den Bestrebungen der Gegenreformation verschont. Als die aufständischen Bauern unter Stefan Fadinger in Wels Halt machten, wurde die Stadt ein Opfer der Flammen, ein Schaden, von dem sich Wels nur schwer erholte. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurden etwa 200 Häuser neu erbaut, und die Wirtschaft sowie Kunstgewerbe und Handwerke begannen zu florieren. Wichtig wurde zu der Zeit die Eisenverarbeitung, der Großhandel und das Geldgeschäft. Zur bestehenden politischen Verwaltung der Stadt kamen ab 1569 der Bürgermeister und das Stadtrichteramt, die jährlich gewählt wurden. Der Stadtrichter hatte ab diesem Zeitpunkt nur mehr juristische Aufgaben.

Barock

Nach dem Dreißigjährigen Krieg, während dessen einige Male Truppen in Wels einquartiert wurden, waren die Stadtkassen leer. Die Pest, Hochwässer und ein Erdbeben im Jahre 1690 richteten große Schäden an. Die Bevölkerung von Wels belief sich zu der Zeit auf ungefähr 4000 Einwohner, die in rund 550 Häusern lebten.

Die wirtschaftliche Ordnung der Stadt veränderte sich: das Eisenhandwerk und die Weber verloren an Bedeutung, nur die Zahl der Brauereien stieg auf fünf an. Der landesgrößte Getreidemarkt und einige Vertreter des Kunsthandwerkes überstanden die Rezession. Trotzdem entstanden im 18. Jahrhundert viele neue Denkmäler, einige alte Bauwerke wurden unter der Federführung von Wolfgang Grinzenberger und Johann Michael Prunner renoviert oder umgebaut. Der ehemalige Semmelturm am Kaiser-Josef-Platz (1733), das Rathaus (1739) und das Minoritenkloster (1745) wurden erbaut oder entscheidend verändert.

Im 17. Jahrhundert wurde dem Stadtwappen das Fallgitter hinzugefügt.

Kaiser Josef II.

Die Reformen von Kaiser Josef II. zeigten in Wels ihre Auswirkungen. Zum einen wurden einige Kapellen abgerissen oder geschlossen. 1784 wurde das Minoritenkloster zugesperrt, dafür wurde 1781 der Grundstein für die evangelische Gemeinde gelegt; die ersten Versammlungen fanden statt. Im Jahr der Gründung der Vorstadtpfarre (1785) wurde der Stadtgraben trockengelegt. Um 1800 wurde Wels wiederholt von französischen Truppen besetzt und geplündert, fungierte aber auch als Hauptquartier einiger österreichischer Regimenter. Die Inflation legte Fabriken lahm, und die Preise für Getreide fielen wegen zu guter Ernten.

Kaiser Josef II. ist heute auf dem nach ihm benannten Kaiser-Josef-Platz ein Denkmal in Form eines Standbildes gewidmet, das sich auf die Aufhebung der Erbuntertänigkeit bezieht.

Biedermeier und Vormärz

Die hohe Politik im 19. Jahrhundert war vom Metternich’schen System geprägt, auch Wels wurde keinen großen Reformen unterzogen. Die Stadt wuchs gemächlich und war unter anderem Stützpunkt des k. u. k. Husarenregiments 12, bekam neue Ämter und ab 1823 eine einheitliche Stadtbeleuchtung. 1829 erfolgte die Gründung des Welser Theatervereins, der in der ehemaligen Spitalskirche vier-, später fünfmal in der Woche spielte. Erst 1883 übernahm das Linzer Landestheater den Spielplan für die Welser Bühne. Für die wirtschaftliche Entwicklung bedeutend war 1835 die Eröffnung der Pferdeeisenbahn Budweis–Linz–Gmunden, die erst 1860 von der Eisenbahn abgelöst wurde. Die Wirtschaft war geprägt durch die beginnende Industrialisierung. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden eine Nagel- und eine Hutfabrik sowie einige Maschinenfabriken und die Welser Kunstmühle Fritsch.

Nach der Märzrevolution 1848 kam es zur Gründung zahlreicher Zeitungen, darunter das erste Wochenblatt „Der Welser Landbote“, das von Michael Haas herausgegeben wurde. Sein Sohn Johann Nepomuk Haas (*1820; †1897) leitete später das seit 1855 erscheinende Wochenblatt „Welser Anzeiger“, das bis 1939 zu den wichtigsten Zeitungen Oberösterreichs zählte. Heute beherbergt sein ehemaliges Geschäft eine Buchhandlung am Welser Stadtplatz. Bedeutend war der Bau der Dragonerkaserne, die so groß war wie die Altstadt zu der damaligen Zeit. 1858 wurde sie fertiggestellt und sogleich vom Husarenregiment Nr. 6 bezogen. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges waren Dragonerregimenter, zuletzt das Vierte, in Wels stationiert.

In diese Zeit fällt auch die Eröffnung der „k.k. privilegierten Kaiserin-Elisabeth-Bahn“ (Westbahn) im Jahre 1860. Damit erhielt Wels Anschluss an das österreichische Eisenbahnnetz, so dass sich Wien, Linz und Salzburg binnen Stunden erreichen ließen.

Fin de siècle und Weltkriege

Die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert war von reger Bautätigkeit geprägt, Gebäude wie die Sparkasse an der Ringstraße und das Krankenhaus wurden errichtet, sowie Fabriken, darunter die Nahrungsmittelfabrik Knorr, die Hanf- und Drahtseilerzeugung Teufelberger, die Landmaschinenfabrik Reformwerk, die Rahmenfabrik Nöttlinger und das Elektrizitätswerk gegründet. 1904 wurde das Stadtmuseum im Sparkassengebäude am Ring eröffnet.

Der Erste Weltkrieg riss ein tiefes Loch ins Stadtbudget. Die Stadt musste sich um die Verwundeten kümmern, die Grundversorgung der Zivilbevölkerung sichern, durfte aber auch wirtschaftliche Belange nicht vergessen. Die Inflation beherrschte die Nachkriegswirtschaft, bis sie 1924 für einige Jahre eingebremst werden konnte. Die steigende Anzahl an Bürgern führte zur Gründung der Welser Heimstättengenossenschaft im Jahr 1911 und zu großen Bauvorhaben auf dem Wohnungssektor seitens des Magistrates. 1921 wurde die Müllereifachschule gegründet und 1923 die Landesfrauenklinik. Nach dem Krieg ging es wieder bergauf, die Stadt wuchs sehr schnell und neue Industriefirmen wurden gegründet, wie beispielsweise die Farbenfabrik Tigerwerk. Trotzdem dominierten Ende der 20er Jahre hohe Arbeitslosigkeit und finanzielle Krisen die Stadt.

Die Vorbereitungen zur Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden am Vorabend des 12. März 1938 im Café Markut in der Ringstraße getroffen. Das Militär wurde der NS-Ortsführung unterstellt und die Dienststellen der Polizei von der SS und der SA übernommen.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Ortschaften Lichtenegg, Pernau und Puchberg eingemeindet. In dieser Zeit entstand auch der Stadtteil Vogelweide, und 1939 wurde der Flughafen für ein deutsches Fliegerregiment ausgebaut. In der Nachbargemeinde Gunskirchen befand sich ein Nebenlager des KZ Mauthausen (Siehe auch: Konzentrationslager Gunskirchen).

Seit Ende der 1990er Jahre bemühten sich die österreichische Partei Die Grünen und die Kommunistische Partei Österreichs darum, dass nach Persönlichkeiten, denen ein Naheverhältnis zum Nationalsozialismus nachgesagt wird, benannte Straßen und Plätze umbenannt werden. Beispiele dafür sind die Wagner-Jauregg-Straße, benannt nach dem in Wels geborenen Nobelpreisträger Julius Wagner-Jauregg, die Ginzkeystraße, benannt nach Franz Karl Ginzkey, einem Autor und Mitglied der NSDAP und die Waggerlstraße, benannt nach Karl Heinrich Waggerl, einem Schriftsteller und ebenfalls Mitglied der NSDAP.[10] Die jahrzehntelang umstrittene „Moritz-Etzold-Halle“ des Welser Turnvereins wurde 1997 in „Turnhalle Wels“ umbenannt.[11] Moritz Etzold war NSDAP-Kreisschulungsleiter.[12]

Der Krieg hinterließ seine Spuren, hunderte Häuser wurden 1944 durch Fliegerbomben zerstört. Im Mai 1945 wurde die Stadt von der US-Armee befreit.

Nachkriegszeit

Bis 1948 war die Lebensmittelversorgung prekär, die Industrie war am Boden und der Viehbestand stark reduziert. Die Eisenbahn war zerstört, die Wirtschaft brauchte zehn Jahre, um sich einigermaßen zu erholen. Neue Unternehmen wurden in dieser schweren Zeit gegründet, wie 1945 die Pumpenfabrik Vogel oder 1947 die Stahlwarenfirma Rübig. Der zunehmende Verkehr und die hohe Anzahl an Schülern waren die wichtigsten Probleme dieser Zeit, die mit dem Aus- und Neubau von Straßen und Bahnanlagen sowie der Handelakademie (1952) als auch der Höheren Technischen Lehranstalt (1962) größtenteils gelöst werden konnten. Alle heutigen Kindergärten wurden zu der Zeit gegründet, die Wohnungsgenossenschaften investierten massiv in neuen Wohnraum. Die Grundsteine für die meisten heutigen öffentlichen Einrichtungen wurden in den 60er und 70er Jahren gelegt. Die Stadtbücherei, die Volkshochschule oder die Musikschule wurden zu der Zeit ins Leben gerufen. Der Höhepunkt der guten wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Entwicklung war im Jahr 1964 die Verleihung eines eigenen Statutes für die Stadt, Wels wurde nach jahrzehntelangen Bestrebungen zu einem eigenen (Stadt-)Bezirk erhoben. Im Zuge dessen wurden das Wappen und die Stadtfarben Grün und Rot offiziell in die Gemeindestatuten aufgenommen. In der offiziellen Beschreibung des Stadtwappens heißt es:

„In Blau auf grünem, gewelltem Schildfuß ein silberner, zweitürmiger, gezinnter Torbau, das durchbrochene Rundbogentor mit hochgezogenem, goldenem Fallgitter, die Türme mit je drei schwarz geöffneten Fenstern, eines über zwei gestellt. Über dem Gebäude schwebt der österreichische rot-weiß-rote Bindenschild.“[13]

Das Wappen symbolisiert die Burg Wels oder die ehemalige Befestigung der Stadt im Mittelalter mit dem Fluss Traun davor.

Die 70er Jahre brachten neben der Gründung des Stadtteils Noitzmühle und vieler sozialer Einrichtungen, wie der Lebenshilfe und Beratungsstellen für Drogen- und Alkoholabhängige, auch Energiekrisen und ökonomische Rückschläge in Form von Konkursen einiger großer Firmen, wie der Firma Reisner & Wolff oder der Papierfabrik Welsermühl.

Politik

Die Stadt wird vom Stadtsenat (der Stadtregierung) und dem Gemeinderat verwaltet. Der Gemeinderat besteht aus 36 Mitgliedern. Nach der Gemeinderatswahl 2003 hat die SPÖ 21, die ÖVP acht, die FPÖ vier und die Grünen haben drei Sitze.

Wels ist Sitz eines Bezirks- und eines Landesgerichts. Das zuständige Oberlandesgericht befindet sich in Linz. 1996 erfolgte der Neubau des Bezirksgerichtes, das sich gegenüber dem Landesgerichtssitz befindet. Die beiden Gerichte sind heute durch einen unterirdischen Gang miteinander verbunden. 2005 erfolgte nach zweijähriger Renovierung die Neueröffnung des um 1900 errichteten früheren k. u. k. Kreisgerichtes und heutigen Landesgerichtes.

Die Zentrale der Bundespolizeidirektion befindet sich seit 1977 gegenüber der alten k. u. k. Dragonerkaserne und ist Arbeitsplatz für rund 180 Sicherheitswachebeamte, 32 Kriminalbeamte und 70 Verwaltungsbedienstete. Ist im Jahr 1880 noch ein Polizist auf 1600 Einwohner gekommen, sind es heute 250 Bürger pro Ordnungshüter.


Städtepartnerschaften

Die erste Städtepartnerschaft wurde am 14. April 1973 mit Straubing geschlossen. Der Vertrag wurde von den damaligen Bürgermeistern von Straubing (Ludwig Scherl) und Wels (Leopold Spitzer) unterzeichnet und sollte laut Urkunde:

„[…] dauernde freundschaftliche Verbindungen […] unterhalten, auf allen Gebieten von gemeinsamem Interesse zusammenarbeiten, den Austausch unter den Bürgern, vor allem unter der Jugend fördern […].“[14]

Bei den jährlich stattfindenden Fußballturnieren in Straubing nehmen oft Jugendmannschaften aus Wels und Umgebung teil.

Die zweite Partnerschaft wurde am 9. Mai 1988 mit Chichigalpa in Nicaragua eingegangen, die von den Bürgermeistern Carlos Manuel Garcia Castillo und Karl Bregartner unterzeichnet wurden. Viele Hilfsprojekte und -organisationen aus Wels setzen sich insbesondere für diese Region in Mittelamerika ein.

Am 10. September 2005 wurde die Städtepartnerschaft von Wels mit Tábor in Tschechien besiegelt. Verantwortlich dafür zeichneten Bürgermeister Frantisek Dedic aus Tabor und Bürgermeister Peter Koits.

Wirtschaft

Wels hat etwa 40.000 Beschäftigte in über 4000 Unternehmen, wobei 22.600 Menschen regelmäßig aus der Umgebung nach Wels und 8.600 Menschen aus Wels in die umliegenden Gemeinden pendeln. Über 60 % der Beschäftigten sind im Dienstleistungssektor tätig. Die meisten Unternehmen in diesem Sektor operieren im Handel, der Rest verteilt sich auf Soziales, den öffentlichen Dienst sowie das Finanz- und Transportwesen. Das zweite wirtschaftliche Standbein ist das produzierende und verarbeitende Gewerbe. Das Industriegebiet von Wels befindet sich in der Pernau. Es gibt dort Firmen der chemischen Industrie, Möbelerzeuger, Maschinenbauer und diverse Großhändler.

Bekannte Welser Unternehmen sind unter anderem die Firma Trodat, ein Hersteller von Stempeln- und Lasergravurmaschinen, TGW, ein Hersteller von Fördertechnik und Sondermaschinen, Rübig, ein Hersteller von Anlagen für die Härtung von Werkstoffen, Teufelberger, ein Hersteller von Seilen aus verschiedenen Materialien, das Ziegelwerk Pichler, die Reformwerke Wels und die Firma Daxner, ein Hersteller von Anlagen für Schüttgüter. Des weiteren sind Resch & Frisch, eine Großbäckerei, Richter Pharma, ein pharmazeutisches Unternehmen, das Tigerwerk, ein Hersteller von Lacken und Farben sowie ein Spezialist für Pulverbeschichtung von Materialien und die Firma Felbermayr, ein Spezialist für Hebe- und Transportangelegenheiten zu nennen.

Die Landwirtschaft hat in den letzten Jahrzehnten stark an Bedeutung verloren. Heute existieren nur mehr 80 landwirtschaftliche Betriebe innerhalb der Bezirksgrenzen, die über 2000 ha Land bewirtschaften und 4000 Rinder und Schweine besitzen.


Messe Wels

Die Ursprünge der Messe Wels reichen bis in das 14. Jahrhundert zurück. Damals gab es neben dem Wochenmarkt, der zweimal wöchentlich stattfand, auch zwei Jahr- und Pferdemärkte. Der Schwerpunkt dieser Märkte lag im Handel mit landwirtschaftlichen Gütern.

Der Ort des Frühjahrsmarktes im 19. Jahrhundert war die Innenstadt und die Freiung beim Schloss Polheim. Am 6. September 1878 fand das erste Welser Volksfest statt, der Jahrmarkt im Herbst verlor an Bedeutung, auch auf Grund der Konkurrenz aus Linz und Ried. Das Volksfest fand auf Teilen des heutigen Ausstellungsareals statt, das ungefähr 29.000 m² umfasste. An drei Tagen kamen 56.000 Menschen. Zu dem Zeitpunkt stand schon die Volksfesthalle, anstelle derer später die Stadthalle erbaut wurde, und der Volksgarten wurde auf dem Messegelände angelegt.

1880 fand das nächste Volksfest statt, das schon mit elektrischem Licht (Kohlelichtbogen) versehen war. Die sogenannte „Probebeleuchtung“ (heute der Abend vor dem 1. Messetag) wurde zu diesem Zwecke eingeführt und besteht bis heute. Die Welser Industrie und Gewerbebetriebe, sowie Aussteller aus ganz Österreich boten hier ihre, vor allem, landwirtschaftlichen Waren an. Das Volksfest brachte einen Rekord von über 86.000 Besuchern. Auf Grund des Ersten Weltkrieges und der erschwerten wirtschaftlichen Lage danach wurde das Volksfest von 1912 bis 1924 ausgesetzt.

Zum 50-jährigen Bestehen kamen 300.000 Menschen, wofür das Ausstellungsgelände auf fünf Hallen mit 106.000 m² ausgeweitet wurde. Das Angebot reichte von Lebensmitteln und Maschinen bis zu Tieren aller Art. Es gab schon in der Zwischenkriegszeit erste Ansätze der Spezialausstellungen, den späteren Fachmessen. Der Zweite Weltkrieg bedingte eine zehnjährige Messepause. Trotz der schwierigen Bedingungen kamen im Jahr 1948 schon wieder 482.000 Menschen.

1952 waren 840.000 Besucher und insgesamt 1100 Aussteller in der Messe. In diesem Jahr wurde das Volksfest in „Österreichische Landwirtschaftsmesse – Welser Volksfest“ umbenannt. Die Größe des Messegeländes betrug 322.000 m². Zwischen 1964 und 1978 wurden 13 neue Hallen errichtet und die Messe in „Internationale Welser Messe“ umbenannt. In diesen Jahren wurde der bis heute bestehende Höhepunkt an Besucherzahlen verzeichnet – über eine Million Besucher.

Um das Freigelände zu erweitern, wurde die Trabrennbahn nach Westen verschoben.

Seit 1965 findet in ungeraden Jahren eine Frühjahrsmesse statt. In der sonstigen Zeit finden zahlreiche Fachmessen, wie beispielsweise die ÖBA & ÖKONDA, die Messe der Bäcker und Konditoren, oder die Pferdemesse statt. In der Stadthalle werden Konzerte, Ausstellungen und Bälle abgehalten. Seit 1993 ist die Messe Wels dem Magistrat ausgegliedert und damit ein eigenständiges Unternehmen. Auch 2006/2007 wurden große Hallen neu errichtet.

Neue Aspekte bringt das Thema Energie, hier vor allem erneuerbare Energie, das in der Wirtschaft und in den Messen stärker einbezogen werden soll. Seit vielen Jahren schon durch die Energiesparmesse (im März) thematisiert, ist für 2009 ein Energy Science Center geplant, das das Thema Energie effektiv präsentieren wird.

Heute befindet sich Wels mit 4000 Ausstellern und 461.000 Besuchern auf 100 Veranstaltungen pro Jahr hinter Wien auf Rang 3 der Messestandorte in Österreich. [15]

Infrastruktur

Verkehr

Die Westautobahn A1, die Welser Autobahn A25 und die Innkreisautobahn A8 bilden einen Autobahnring um Wels. Das letzte Teilstück dieses Ringes, den als Welser Westspange bezeichneten Abschnitt der A8 zwischen dem Knoten Voralpenkreuz bei Sattledt und der Anschlussstelle Wels West, wurde im Jahr 2003 eröffnet. Erst nach jahrzehntelangen Diskussionen wurde dieser 11 Kilometer lange Abschnitt genehmigt und im Jahr 2000 schließlich mit dem Bau begonnen. Im August 2003 erfolgte die Freigabe für den Straßenverkehr. Aufgrund ökologischer Bedenken führt die Trasse unter dem Stadtteil Noitzmühle hindurch, eine Tunnelbrücke quert die Traun, erst in Steinhaus wird die Trasse wieder oberirdisch geführt.

Der im Herbst 2005 wiedereröffnete Hauptbahnhof von Wels ist ein bedeutender Knoten im österreichischen Schienenverkehr. Hier zweigt von der Westbahn Wien-Linz-Salzburg der nach seinem Endpunkt benannte Passauer Ast nach Nordwesten ab. Nach Süden führt seit 1893 überdies die eingleisige und nicht elektrifizierte Almtalbahn nach Grünau.

Bedeutend für den Güterverkehr ist das Terminal Wels, wo täglich bis zu 1000 LKWs und ebenso viele Güterwagen abgefertigt werden. Daneben werden jährlich über 200.000 LKWs auf die sogenannte Rollende Landstraße verladen. Der Verschiebebahnhof wurde zur Zeit des Dritten Reiches errichtet, um große Mengen kriegswichtiger Rüstungsgüter abwickeln zu können. Der Bau eines zweiten Verschiebebahnhofs kam kriegsbedingt nicht über die Planungen hinaus.

Die Stadt besitzt mit dem Flugplatz Wels den seit 1972 mit 100 ha Fläche größten öffentlichen Zivilflughafen Europas (ICAO-Code LOLW). Dort befindet sich der Welser Fliegerclub mit einer eigenen Flugschule sowie Möglichkeiten für Segel-, Modellflug und Fallschirmsprünge.

Städtische Betriebe

Das Elektrizitätswerk Wels, kurz E-Werk, ist verantwortlich für die Versorgung der Stadt mit Strom, aber auch mit Wasser und Kanalisation. Ein Drittel aller Haushalte bezieht Fernwärme vom E-Werk Wels. Weitere Geschäftsfelder sind die Versorgung mit Erdgas, die Umsetzung von Lichtanlagen und Beleuchtungen, wie beispielsweise die Weihnachtsbeleuchtung einer Stadt oder die Realisierung von Solaranlagen.

Für die Müllbeseitigung ist die Welser Abfallverwertung, kurz WAV, zuständig. Sie besitzt eine thermische Abfallverwertung, wo neben der Müllverbrennung Strom und Fernwärme gewonnen wird und damit 60.000 Haushalte versorgt werden. Seit 1995 steht die WAV im Dienste der Abfallverminderung, damals noch mit 100.000 t Kapazität, bis 2003 der Ausbau auf eine jährliche Kapazität von 300.000 t Abfall erfolgte.

SNF Steyr (Drehleiter "Leiter 1")

Brandschutz

Die erste Feuerwehr in Wels wurde 1863 als Turnerfeuerwehr gegründet. Die Anforderungen überstiegen jedoch schnell die Möglichkeiten des Turnvereins und so wurde sie 1870 von der freiwilligen Gemeindefeuerwehr abgelöst. Heute zählt die Freiwillige Feuerwehr Wels zu den größten Freiwilligen Feuerwehren Österreichs. Neben der Hauptfeuerwache in der Hamerlingstraße sind noch Feuerwachen in den Stadtteilen Pernau, Puchberg und Wimpassing eingerichtet. Zusätzlich existieren noch drei Betriebsfeuerwehren im Stadtgebiet.

Gesundheitswesen

Die Stadt besitzt mit dem Klinikum Wels-Grieskirchen das größte Ordenskrankenhaus Österreichs. Die Einrichtung ist nun seit der oö Spitalsreform 2007 Eigentum des Ordens der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz und des Ordens der Franziskanerinnen von Vöcklabruck, die beschlossen haben, die beiden Krankenhäuser in Wels und Grieskirchen ab 2008 als einheitliche Krankenanstalt zu führen. Ebenso kam es zur Eingliederung der Psychiatrischen Klinik Wels, in der sowohl stationäre Hilfe als auch eine ambulante Versorgung verfügbar ist. Hinzu kommt noch die Klinik St. Stephan (in Wels), die mit etwa 60 Belegärzten einen Teil des medizinischen Spektrums abdeckt.

Das ergibt eine systemisierte Bettenanzahl von 1349 und damit die größte Krankenanstalt in Oberösterreich und Platz fünf im österreichischen Vergleich.

Es arbeiten rund 3500 Angestellte, davon etwa 470 Ärzte, verteilt auf 25 Abteilungen und 12 Instituten an 4 Standorten, wo pro Jahr schätzungsweise 80.000 Patienten stationär versorgt und ca. 30.000 Operationen durchgeführt werden.

Medien

Einmal im Monat gibt der Magistrat das Amtsblatt der Stadt Wels heraus, in dem offizielle Verlautbarungen des Stadtsenats und deren Mitglieder, Veranstaltungen, Ausschreibungen, Adressen, Geburten oder Todesfälle veröffentlicht werden. Sonst gibt es nur Wels-spezifische Lokalteile in diversen oberösterreichischen Printmedien.

Der private Fernsehkanal WT1, gegründet 1996, gilt er als einer der ersten regionalen Privatsender in Österreich. Mittlerweile ist WT1 der Partnersender des Linzer Stadtfernsehsender LT1, die gemeinsam das Programm gestalten.

Bildung

In Wels gibt es elf Kindergärten, zehn Volksschulen und sieben Hauptschulen mit verschiedenen Schwerpunkten, wie z. B. Informatik, Sprachen, Sport sowie Musik. Wels besitzt eine private Mädchenhauptschule und ein Wirtschaftskundliches Realgymnasium für Mädchen, die beide vom Orden der Franziskanerinnen verwaltet werden. Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden in Integrationsklassen in den Volks- und Hauptschulen, im "Integrativen Schulzentrum Wels-Stadt Dr.-Schärf-Schule“ bzw. in der "Jakob-Muth-Schule" unterrichtet.

Drei Gymnasien, mit Schwerpunkten in Naturwissenschaften, Sprachen und Sport, mit Unter- und Oberstufenunterricht sowie eine Polytechnische Schule befinden sich in der Stadt.

Im Bereich der Berufsbildenden Höheren Schulen hat Wels eine Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe, zwei Handelsakademien, zwei Höhere Technische Lehranstalten, die HTL Wels mit den Schwerpunkten Chemie, Elektrotechnik, Maschinenbau, Mechatronik und Informationstechnologie und die HTL für Lebensmitteltechnologie, welche die einzige Schule mit dieser Ausbildung in Österreich ist.

Die Fachhochschule gibt es erst seit 1994, damals mit nur einem Studienzweig. Bis 2004 stieg die Anzahl der Studiengänge auf sechs an. Die etwa 300 Fachhochschüler pro Jahrgang studieren Themen aus Wirtschaft und Technik sowie Umwelt und Energie. Durch den Neubau im Jahr 2005 ist die gesamte Fachhochschule in einem Gebäude untergebracht und nicht wie bisher auf zehn Außenstellen aufgeteilt.[16]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Der Großteil des städtischen Tourismus ist bedingt durch die Welser Messe. Jährlich verzeichnet der Tourismusverband bis zu 150.000 Nächtigungen und weitere 90.000 Menschen, die nach Wels kommen.

In den Jahren 1983 und 2000 war Wels Schauplatz der oberösterreichischen Landesausstellung zu den Themen „1000 Jahre Oberösterreich“ und „Zeit – Mythos, Phantom, Realität“.

Architektur

Viele der historischen Bauten sind heute nicht mehr erhalten und der Modernisierung oder Bränden zum Opfer gefallen, so zum Beispiel die mittelalterliche Stadtmauer, die heute nur mehr teilweise erhalten ist, oder die Stadttore. Beim Bau der Ringstraße war das Schmidttor im Weg und wurde deshalb 1875 abgerissen. Das Fischertor wurde nach einem Brand 1870 nicht wieder aufgebaut, und das Trauntor wurde schon 1842 abgerissen. Das gleiche Schicksal ereilte den Semmelturm, der 1959 abgerissen wurde. Heute ist nur mehr das Wahrzeichen von Wels, der Ledererturm, übrig.

Viele Gebäude auf dem Stadtplatz stammen aus dem 13. Jahrhundert. Besonders hervorzuheben sind die Dutzenden Arkadenhöfe aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die teilweise öffentlich zugänglich sind.


Burg Wels

Die Ursprünge der Burg liegen im Dunkeln. Ihr heutiges Aussehen hat sie unter Kaiser Maximilian I. erhalten. Nach einer Margarinefabrik war ab 1954 das Stadtmuseum in der Burg, wo bis heute Teile seiner Ausstellungen stattfinden.


Haus der Salome Alt

Das wappengeschmückte Eckhaus mit prächtiger Fassaden, das sich gegenüber der Stadtpfarrkirche befindet, gelangte 1150 in den Besitz Hans Hoffmanns, des adeligen Vorstehers der Burg Wels, es wird daher „Hoffmannsches Freihaus“ genannt. 1464 wird es erstmals urkundlich erwähnt. 1611 zog Salome Alt ein und wohnte bis zu ihrem Tod 1633 dort.

Dieses Haus zählt zu den schönsten Bauwerken in Wels.


Herminenhof

Im 16. Jahrhundert wurde der Adelssitz Alttrauneck gegründet. 1725 wurde darauf ein zweistöckiges Herrenhaus mit einer schönen Außenfassade errichtet. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Teile des heute als Herminenhof bekannten Gebietes abgerissen. Es ist für 2009 geplant, die Stadtbücherei, das Stadtarchiv und die Musikschule dorthin zu verlegen.


Ledererturm

Der Ledererturm, auch das Lederertor genannt, ging aus dem Ledertor hervor, das 1326 erstmals erwähnt wurde. Das Ledertor hatte den Namen vom Viertel der Lederer, das dort an die Innenstadt grenzte. Sein heutiges Aussehen erhielt der Ledererturm zwischen 1616 und 1619. Das Zwiebeldach fiel den Flammen zum Opfer und wurde 1771 durch die heutige Dachkonstruktion ersetzt. Auch er sollte, wie die anderen Stadttürme, auf Grund von Verkehrsproblemen abgerissen werden. Der Fußgängerdurchgang neben dem Tor besteht erst seit 1928.

Heute ist der Ledererturm wieder eingeschränkt begehbar.


Minoritenkloster

Der Bettelorden der Minoriten in Wels wurde vermutlich um 1280 gegründet. Dieser errichtete sogleich ein Gotteshaus und ein Schutzhaus für die Stadtbevölkerung. Die Minoriten lebten vor allem von Almosen. Sie erwarben 1410 in Salzburg ein Bürgerhaus als Stützpunkt. Der Orden wurde von ortsansässigen Adeligen und später von den Habsburgern unterstützt. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts kam die Barbarakapelle an den Mauern des Minoritenklosters hinzu. Das Kloster wurde zwischenzeitlich als kaiserliches Hofspital genutzt. Ab 1784 gehörte es der Stadt Wels, die es für das Militär, die Feuerwehr oder für Wohnungen nutzte, bis es für die OÖ. Landesausstellung im Jahr 2000 renoviert wurde.


Schloss Polheim

Das Schloss Polheim geht auf das Adelsgeschlecht der Polheimer zurück. Für das Schloss wichtig war im 13. Jahrhundert Albero von Polheim. Der Adelige war nicht nur einflussreicher Machthaber in Wels, er errichtete wahrscheinlich das Schloss Polheim, das 1237 erstmals urkundlich erwähnt wurde. 1695 kam es in den Besitz der Stadt Wels. Da die Geldschulden der Welser Linie der Polheimer zu hoch waren, mussten sie das heruntergekommene Schloss verkaufen. Das Schloss wurde von einer Brauerei und später von der Hauptschule genutzt. Die Stadt plante im 19. Jahrhundert, dort ein Gefängnis einzurichten. Heute gehören nur mehr Teile des Schlosses der Stadt Wels, wo die Landesmusikschule untergebracht ist.

Ein weiterer für Wels wichtiger Polheimer war Ludwig von Polheim. Er errichtete Mitte des 16. Jahrhunderts das Wasserschloss Lichtenegg, das 1642 wieder verkauft werden musste.


Palais Tilly

Das frühere Freihaus wurde nach dem Kauf von Ferdinand Lorenz Graf Tilly 1720 von Johann Michael Prunner entscheidend umgebaut. Heute hat dort die Bezirkshauptmannschaft Wels-Land ihren Sitz. Der Gartenpavillon im Hof aus dem Jahr 1730 ist ebenfalls Johann Michael Prunner zugeschrieben.


Kirchen (Auswahl)

Die Stadtpfarrkiche wurde im Jahr 888 − damals noch eine hölzerne Kapelle − erstmals urkundlich erwähnt. Im 14. Jahrhundert wurden die Glasfenster neu gestaltet und es erfolgte der Umbau zu einer gotischen Kirche. Die Kirche erhielt innerhalb von 19 Jahren vier Ablassbriefe, in denen Gebete und finanzielle Beiträge verzeichnet waren, die einen Ablass von Sünden versprechen würden. Es kommen in der Kirche romantische Elemente vor und Sarkophage der Welser Adelsfamilie Polheim haben dort ihren Platz gefunden.
Die Vorstadtpfarrkirche liegt zwar heute im Stadtgebiet, im Gründungsjahr 1785 befand sie sich noch etwas außerhalb der damaligen Stadt. Die Kirche wurde, nachdem das seit 1631 bestehende Kapuzinerkloster geschlossen wurde, erbaut. Heute gehört sie zur Stadtpfarre und ist eine Marienkirche.
Die einzige evangelische Kirche in Wels wurde 1849 - 1852 in neugotischem Stil erbaut. Die Kirche war die erste evangelische Kirche in Österreich, die 1860 einen Turm mit Geläute erhielt.
In der Neustadt befindet sich die Pfarre Herz-Jesu mit der gleichnamigen Kirche. Sie wurde 1911 nach sechsjähriger Bauzeit fertiggestellt. Seit 1922 wird die Pfarre vom Orden der Steyler Missionare geleitet.
Die Kalvarienbergkirche wurde wahrscheinlich von Wolfgang Grinzenberger um 1715 erbaut und hat deshalb einen der Vorstadtpfarrkirche ähnlichen Baustil. In ihr finden heute keine regelmäßigen Gottesdienste mehr statt.
Die jüngste Pfarre befindet sich in Laahen. Die Errichtungsurkunde der Kirche St. Franziskus ist auf das Jahr 1996 datiert, die Pfarre nahm erst 1997 ihren Seelsorgebetrieb auf. Platzmangel machte bereits 2004 einen Neubau nötig.[17]
Im Stadtteil Pernau, im Osten von Wels, befindet sich die Pfarre St. Josef. Sie ist dem Heiligen Josef, dem Arbeiter, geweiht. Die Pfarre ist die Nachfolgepfarre der Welser Vorstadtpfarre. Die Pfarranlage wurde von den Architekten Franz Riepl und Othmar Sackmauer unter dem letzten Vorstadtpfarrer Alois Raster erbaut. Die Grundsteinlegung erfolgte im Jahr 1965. Der Grund, auf dem die Kirche steht, gehörte einst dem Adalbero von Würzburg, dem Stifter des Klosters Lambach.

Standdenkmale und Skulpturen

Der Welser Metzen wurde um 1552 oder 1553 erbaut und diente als Getreidemaß. Seit 1595 fasst der Metzen rund 75 Liter. Heute steht eine Nachbildung an der Ecke Schmidtgasse/Stadtplatz, das Original im Stadtmuseum.
Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Stadtbrunnen erbaut; er wurde 1891 entfernt und 1942 wurde eine Nachbildung vor dem Magistratsgebäude aufgestellt. Die steinernen Außenpaneele zeigen stilisierte Lutherrosen, ein Zeugnis des Protestantismus in Wels.
Die Säule wurde um 1660 auf dem Minoritenplatz errichtet. Nach einer Renovierung um 1745 steht sie seit 1840 neben der Vorstadtpfarrkirche auf der Ringstraße.

Kulturzentren

Wels verfügt über einige Organisationen, die kulturelle Aktivitäten veranstalten oder ein Forum für Kulturschaffende und -interessierte bieten.

Zum einen wäre das der Alte Schlachthof, in dem verschiedene Kulturvereine, unter anderem das Städtepartnerschaftsprojekt Wels-Chichigalpa, ein Jugendzentrum und eine Jugendherberge ihren Sitz haben. Das Kulturzentrum im Schlachthof besteht seit 1985 und legt seinen Schwerpunkt auf eine soziale und experimentelle Kunst und Kultur und unterstützt Projekte zur Förderung von Langzeitarbeitslosen und arbeitslosen Jugendlichen. Es werden Proberäume für Musikgruppen zur Verfügung gestellt, wo über 100 Musiker ihre Kunst ausüben. Im Alten Schlachthof gibt es Theater, Kabarett und Musik, wobei von Elektronik bis Jazz keine Grenzen gesetzt sind.

Die Galerie Nöfa in der alten Rahmenfabrik nahm 1923 ihre kulturelle Tätigkeit auf. Hier wird vor allem Malerei und visuelle Kunst vermittelt. Dort gibt es unter anderem das Atelier Wels, das Jugendkreativzentrum und ein Fotoatelier.

Das Medien Kultur Haus beherbergt mehrere kulturelle Einrichtungen: Das „Media Space – Verein zur Förderung von Medienkultur“ fungiert als Veranstalter der „YOUKI − Internationales Jugend Medien Festival“. Bei dieser Veranstaltung vermitteln Workshops für Filme aller Art, für Journalismus und Malerei sowie Fotographieausstellungen einen Einblick in die Kunst der Gegenwart. Die „Galerie der Stadt Wels“ bemüht sich besonders um die junge Kunstszene. „Buch.Zeit“ als Veranstalter der Lesetopia dient als Service- und Beratungsstelle für Schulbibliotheken. Das „Lesekompetenzzentrum OÖ.“ ist Trägerin der Leseinitiative OÖ und arbeitet als Informationszentrum und Ideenwerkstatt zum Thema Lesen. Das Kaiserpanorama im Medien Kultur Haus ist das einzige in Österreich noch erhaltene stereoskopische Rundpanorama.

Theater

Das Stadttheater Greif gibt es seit 1904. In ihm finden 630 Personen Platz. Heute wird das Stadttheater für Veranstaltungen, wie Bälle, Kabarett, Ballettaufführungen, Kongresse und als Sitz des Programmkinos genutzt. Jährlich findet hier das Richard-Wagner-Festival statt, das 2005 sein 10-jähriges Jubiläum feierte.[18]

Im Kornspeicher finden jährlich bis zu 80 Veranstaltungen statt, die von avantgardistischen bis zu Kindertheater, Lesungen und Kabarett reichen.

Kino

In Wels wurde im Jahr 1900 das erste Kino Oberösterreichs „Kieners Kinematograph“ in Betrieb genommen. 1907, noch vor Eröffnung des ersten Kinos in Linz, wurde es verkauft und 1910 in „Kino Patry“ umbenannt. Bis vor neun Jahren gab es noch vier Kinos in Wels. Heute befindet sich nur ein Megaplex-Kino und ein Programmkino im Stadtgebiet. Das Programmkino bespielt zumeist an den Wochenenden das Stadttheater Greif mit Filmen abseits der bekannten Kinokultur. Nach der Schließung des Kinocenters Zentral 2004 gibt es jetzt wieder Diskussionen über einen eigenen, neuen Standort für das Programmkino.

Zwischen 1984 und 1996 war Wels Schauplatz der Österreichischen Filmtage, die zugunsten der Diagonale nicht mehr veranstaltet wurden.

Museen

Das Stadtmuseum Wels ist aufgeteilt in die Standorte Burg Wels und ehemaliges Minoritenkloster. Während sich in den Minoriten die archäologische Sammlung mit der Dauerausstellung über die Urgeschichte, die Römerzeit und die Frühgeschichte der Stadt befindet, wird in der Burg die Geschichte ab dem Mittelalter bis zur Neuzeit dokumentiert. Daneben gibt es die „Sammlung Landwirtschaftsgeschichte“ sowie das „Österreichische Gebäckmuseum“ und das „Museum der Heimatvertriebenen“, die ebenso zum Stadtmuseum gehören.

Im Lebensspuren-Museum können 300 Siegel und Stempel, einige mehrere 1000 Jahre alt, betrachtet werden. Das Museum ist im Besitz der Familie Just, der die Firma Trodat, ein ortsansässiger Hersteller von Stempeln, gehört.

Im Puppenweltmuseum befinden sich über 150 Puppen und Exponate über das Leben von Käthe Kruse. Das private Museum besteht in seiner heutigen Form seit 2001 und ist das einzige Museum dieser Art in Österreich. Mit der Sammlung von Käthe-Kruse-Puppen wurde bereits vor etwa 25 Jahren begonnen.

Im privaten Dragonermuseum ist die Geschichte des k. u. k. Dragoner-Regiments Nr. 4 aufgearbeitet, das während seines Bestehens in Wels stationiert war. Das Museum befindet sich in der Dragonerkaserne, worin neben Kleinbetrieben und einigen Vereinen vor allem Wohnungen sind.

Vereine

Der ESV Fotoclub Bahnbau Wels ist ein Fotoclub, der schon seit Jahrzehnten besteht und zahlreiche Staats- und Landesmeistertitel in allen Sparten der Fotokunst gewonnen hat. 2005 feierte der Club sein 50-jähriges Bestehen mit einer Ausstellung in den Minoriten.

Freizeit und Erholung

Die Freizeitanlage Welldorado bietet mit einem Hallen- und Freibad sowie einer Kunsteishalle zahlreiche sportliche Möglichkeiten. Das Hallen- und Freibad wurde im Jahr 2001 neu eröffnet, wobei vor allem das Hallenbad und der Saunabereich komplett renoviert und vergrößert wurden. Vier Wasserbecken, ein 10 m hoher Sprungturm, mehrere Wasserrutschen sowie eine Minigolf- und Trampolinanlage und Freiraum für Volley- und Fußballspiele sind im Freibad untergebracht. Im Hallenbad sind es ebenso viele Wasserbecken und einen großen Saunabereich.

Der Welser Tierpark ist der älteste Zoo Oberösterreichs, der sich 1930 als Dauereinrichtung für Tiere, die bei der Landwirtschaftsmesse ausgestellt wurden, entwickelte. Im Bereich des Herminenhofs entstand vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg ein Vogelhaus, über 650 Tiere aus mehr als 100 Arten wurden angesiedelt. Bei freiem Eintritt kann unter anderem das Affenhaus, Schildkrötenbiotop oder der Ententeich besucht werden. Im eigenen Zuchtbetrieb wird der Bestand von bedrohten Tierarten aufrecht erhalten.

Grünflächen im Stadtinneren bieten der Burggarten, das Gelände der Messe Wels sowie zahlreiche magistratseigene Parks und Spielplätze. Die Freizeitanlage Wimpassing, früher das größte Naherholungsgebiet, ist seit Jahren durch Umleitung des Grünbaches überschwemmt.

Der Traunuferweg reicht von der Traunwehr an der Stadtgrenze, bis zum Ende des Industriegebietes und weiter bis nach Linz. Auf dem Weg befindet sich ein Modell des Sonnensystems, das Welser Schüler gestaltet haben. Seit einigen Jahren ist die Traun wieder sauber genug, um darin zu baden.

Sport

Etwa 100 Sportvereine aus allen Sparten gibt es in Wels, einige davon sehr erfolgreich:

Regelmäßige Veranstaltungen

Im Pavillon im Hof der Bezirkshauptmannschaft Wels-Land werden Konzerte und Ausstellungen zeitgenössischer Künstler abgehalten. Jeden Sommer bieten die Arkadenhöfe ein schönes Ambiente für den Welser Arkadenhof Kultur Sommer (WAKS), wo Lesungen und klassische Konzerte geboten werden. Seit 1990 alle zwei Jahre und seit 1994 jährlich findet das Internationale Figurentheater statt, das Puppentheater für Kinder und Erwachsene bietet.

Regelmäßige sportliche Veranstaltungen sind der Upper Austria Cup, ein Fußballturnier, wo Jugendmannschaften aus aller Welt eingeladen werden, der Welser Halbmarathon, das Welser Innenstadtradkriterium, wo heimische und internationale Radrennfahrer teilnehmen, und das Kirschblütenrennen, ein Radrennen, das seit über 40 Jahren vom Welser Fahrradclub veranstaltet wird.

Für die jüngeren Schüler bietet der Magistrat jährlich Veranstaltungen in den Sommerferien an. Man kann unter anderem an Tennis-, Tauchkursen oder Ausflügen teilnehmen. Auch die Kinderfreunde bieten jedes Jahr mehrtägige Ausflüge in Oberösterreich an.

Im Sommer findet bereits seit zehn Jahren der Mittelaltermarkt statt. Neben mittelalterlichem Handwerk wird dem jüngeren Publikum das Leben der Ritter und Gaukler nähergebracht. Die Reiterturniere und Schwertkämpfe sowie eine Feuershow bilden den Höhepunkt dieser Veranstaltung.

Für das ältere Publikum bietet das Open-Air-Kino „Filmfestiwels“ im Sommer neben filmischen auch kulinarische Angebote. Auf dem Platz vor den Minoriten ist eine Leinwand aufgebaut, wo neben bekannten Filmen des Jahres ebenso Filme aus dem Repertoire des Programmkinos gespielt werden. Daneben gibt es die Gourmetmeile, wo ausländische Spezialitäten angeboten werden.

Das ackern® wird etwas außerhalb der Stadt in einem Sonnenblumenfeld veranstaltet. Auf Strohballen sitzend kann der Livemusik von lokalen Musikgruppen zuhört werden.

Persönlichkeiten

Persönlichkeiten (in Wels geboren)

Ehrenbürger


Persönlichkeiten (in Verbindung mit der Stadt stehend)

Schon gewusst?

Literatur

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria: Lebensunterhalt der Einwohner von Wels (PDF-Datei, 6 kB), 10.8.2006
  2. a b Land Oberösterreich: Geographie der Gemeinde Wels, 24.9.2006
  3. Statistik Austria: Wohnbevölkerung nach Ortschaften (PDF-Datei, 2 kB), 9.8.2006
  4. Statistik Austria: Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Wels (PDF-Datei, 6 kB), 30.7.2006
  5. a b c Statistik Austria: Demografische Daten der Welser Bevölkerung (PDF-Datei 6 kB), 20.9.2006
  6. Geologische Bundesanstalt: Erläuterungen zu Blatt 49 Wels (PDF-Datei, 0,98 MB), 10.9.2006
  7. Dr. Renate Miglbauer: Ovilava - Das römische Wels (PDF-Datei, 171 kB), 10.9.2006
  8. Kurt Holter, Gilbert Trathnigg (Hrsg.): Wels von der Urzeit bis zur Gegenwart. 2. Auflage. Welsermühl, Wels 1985, S. 102
  9. AEIOU: Ansicht der mittelalterlichen Stadt Wels, 25.8.2006
  10. KPÖ OÖ: News: Braune Flecken/Umbenennung/Widerstand, 28.10.2006
  11. Antifa - Welser Initiative gegen Faschismus: Erfolgsbilanz, 28.10.2006
  12. Infoladen Wels: Presseaussendung des Infoladen Wels, 16.9.03, 28.10.2006
  13. Land Oberösterreich: Wappen der Gemeinde Wels, 28.7.2006
  14. Magistrat Wels: Offizielle Stadthomepage (Bild der Urkunde bei Überschrift „Straubing“), 28.7.2006
  15. a b Magistrat Wels: Wirtschaftsdatenblatt 2005 (PDF-Datei, 178 kB), 29.7.2006
  16. FH Wels: Infoblatt Neubau (PDF-Datei, 283 kB), 10.9.2006
  17. Markus Kinschner: Entstehung und Entwicklung einer neuen Pfarre am Beispiel Wels - St. Franziskus (PDF-Datei, 2,45 MB), 19.8.2006
  18. Richard Wagner Festival: Entstehungsgeschichte (PDF-Datei, 196 kB), 10.9.2006
  19. Helmut Grassner: Die Messestadt Wels und ihre Umgebung. Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-156-7, S. 46
  20. ORF.at: Zwei Mio. Keksausstecher pro Jahr aus Wels, 2.7.2007


Quellen


Weiterführende Literatur

 Commons: Wels – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Wels – Nachrichten
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