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Rinde

Dieser Artikel befasst sich ausschließlich mit der Rinde bei Pflanzen. Für andere Bedeutungen siehe Rinde (Begriffsklärung).

Als Rinde (lat. Cortex) werden bei der Sprossachse und der Wurzel von Gefäßpflanzen (Kormophyta) alle Gewebe außerhalb des Zentralzylinders bezeichnet. Wenn der Begriff Rinde im Alltag verwendet wird, ist meist jedoch nur ein Teil der Rinde von Gehölzen gemeint, nämlich das Abschlussgewebe, das spezifischer Periderm oder Borke genannt wird.

Inhaltsverzeichnis

Rinde in primärem Spross und Wurzel

Bei Pflanzen ohne sekundärem Dickenwachstum oder vor dessen Einsetzen umfasst die Rinde das Grundgewebe zwischen der Epidermis und dem Zentralzylinder der Wurzel oder dem Kambiumring der Sprossachse. Die Rinde ist meist reich an Interzellularen und dient oft der Speicherung. Häufig befinden sich in der Rinde auch Festigungsgewebe wie Sklerenchym- und Kollenchymstränge.

Rinde im sekundären Spross

Bei Pflanzen, die ein Sekundäres Dickenwachstum durchmachen, wird der vom Kambium nach außen abgegebene Bast (sekundäres Phloem) zur (sekundären) Rinde gezählt: dieser besteht aus den Siebröhren mit Geleitzellen, Bastfasern, und Sklereiden.

Ein Teil dieser Rinde bildet das Sekundäre Abschlussgewebe, das Periderm. Umgangssprachlich wird dieses Periderm mit dem Begriff Rinde gleichgesetzt.

Pflanzen mit sehr starkem sekundären Dickenwachstum, viele Bäume und Sträucher, bilden ein tertiäres Abschlussgewebe, die Borke, die im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Rinde bezeichnet wird.

Nutzung

Vor allem die äußeren Bereiche der Rinden finden vielfache Nutzung: Ihr Reichtum an Gerbsäure macht sie zu den wichtigsten Gerbmaterialien. Zur Gewinnung der Gerbrinden werden die betreffenden Gehölze (Eichen und Akazien) in Lohwäldern gezogen. Man lässt die Schösslinge nur das Alter erreichen, in welchem sie die beste Rinde liefern. Die Korkeiche liefert den Kork. Viele andere Rinden und Rindenteile, so die Chinarinde oder der Zimt, werden arzneilich (siehe Heilpflanze) oder als Gewürz benutzt.

Rinde fällt in allen Betrieben an, die Holzstämme entrinden. Rinde wird für die Erzeugung von Mulchrinde (Rindenmulch) und Rindenkompost, als Torfersatz und für die Erzeugung von Energie verwandt. Mulchrinde und Rindenkompost werden durch Zerkleinerung, Siebung und gegebenenfalls Kompostierung von Baumrinde erzeugt. Sie wird lose oder in Säcken an den Endverbraucher geliefert. Rinde kann auch in Energiepellets eingemischt werden, vermindert aber deren Qualität.

Literatur


 Wiktionary: Rinde – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik