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Unified Combatant Command

Ein Unified Combatant Command (UCC; zu dt. ungefähr: „Einsatzkommando mit vereinigten Kompetenzen“) ist aus mehreren Einheiten von zwei oder mehr Teilstreitkräften der Streitkräfte der Vereinigten Staaten zusammengesetzt und hat einen weitgefächerten und dauerhaften Auftrag. Sie unterteilen sich entsprechend ihrer Areas Of Responsibility (dt.: militärischer Verantwortungs- und Zuständigkeitsbereich) in regionale und funktionale Kommandobereiche und wurden im Zuge der Streitkräftereform von 1986 organisatorisch festgelegt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die ersten Regionalkommandos stellten die Vereinigten Staaten mit der tiefgreifendste Reform des US-amerikanischen Militärs seit 1947, dem Goldwater-Nichols Act im Jahre 1986 auf. Die Einführung dem Verteidigungsminister verantwortlicher Kommandeure, die militärische Operationen in ihrem geographischen Zuständigkeitsbereich durchführen sollten, beabsichtigte die Linderung der überbordenden Rivalitäten zwischen den Teilstreitkräften. Ihre Amtsbezeichnung lautete bis 2002 Commander-in-Chief mit ihrem entsprechenden Regionalzusatz.

Seit dem 11. September 2001 nimmt die Bedeutung des afrikanischen Kontinents für die Vereinigten Staaten aus vielfältigen Gründen stetig zu. Deshalb kündigte Präsident George W. Bush die Einrichtung eines bis 2008 einsatzbereiten Regionalkommandos für Afrika (US Africa Command) an.[1]

Die Befehlskette

Die Befehlskette der US-Streitkräfte verläuft administrativ vom Präsidenten über den Verteidigungsminister (National Command Authority) zu den Joint Chiefs of Staff (JCS). Die operative Befehlskette verläuft jedoch vom Präsidenten über den Verteidigungsminister direkt zu den Kommandeuren der einzelnen Unified Combatant Commands.

Der Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff kann die Kommunikation zu den Kommandeuren der Unified Combatant Commands übernehmen, hat dabei jedoch keine operative Befehlsgewalt über die Truppen.

Die einzelnen Teilstreitkräfte verfügen über parallele Kommandostrukturen, ihre jeweiligen Regionalkommandos sind in die zentralen UCCs integriert.

Regionalkommandos

Das US Central Command (CENTCOM) ist das zuständige Regionalkommando für den Nahen Osten, Ost-Afrika und Zentral-Asien. Dabei war das Kommando für den Einsatz und die Koordination des US-Militärs und US-geführter Koalitionstruppen während zahlreicher Operationen, inklusive der Operationen Desert Storm und Desert Shield und der Operation Iraqi Freedom, zuständig.

Das Hauptquartier von CENTCOM ist auf der MacDill Air Force Base nahe Tampa (Florida) stationiert und steht unter der temporären Führung von Lieutenant General Martin E. Dempsey.

Das US European Command (EUCOM) ist zuständig für alle militärischen Aktionen der Vereinigten Staaten in Europa, Afrika und einem Teil des Nahen und Mittleren Ostens. Dabei war das Kommando verantwortlich für die US-amerikanische Militärpräsenz während zahlreicher Operationen, einschließlich der Operation Enduring Freedom, Operation Joint Guardian JTF Falcon (KFOR-Präsenz im Kosovo), Operation Allied Forces JTF Noble Anvil (der Luftoperationen am Anfang des Kosovokriegs) und der Operation Restore Hope (Unterstützung der US-Sicherheitsbestrebungen in Somalia).

Das Hauptquartier von EUCOM ist in den Patch Barracks in Stuttgart stationiert und steht unter der Führung von General Bantz J. Craddock, der innerhalb der NATO-Strukturen zudem den Posten des Supreme Allied Commander Europe (SACEUR) inne hat.

Das US Pacific Command (PACOM) ist zuständige Regionalkommando aller US-Truppen im pazifischen Raum und dem Indischen Ozean. In Nord-Südausdehnung erstreckt sich die Zuständigkeit von der Arktis bis zur Antarktis, inklusive des US-Bundesstaates Hawaii und der Truppen in Alaska.

Das Hauptquartier von PACOM befindet sich auf der US-Marine-Corps-Basis Camp H. M. Smith auf der Insel Oahu (Hawaii) und steht unter der Führung von Admiral Timothy J. Keating

Das US Northern Command (NORTHCOM) ist zuständig für Nordamerika und die militärischen und zivilen Behörden in der Heimatverteidigung auf allen föderalen Ebenen der Vereinigten Staaten.

Das Hauptquartier von NORTHCOM ist auf der Peterson Air Force Base in Colorado Springs, Colorado, stationiert und steht unter der Führung von General Victor E. Renuart, Jr., der zudem das Kommando über das North American Aerospace Defense Command (NORAD) inne hat.

Das US Southern Command (SOUTHCOM) ist zuständig für Lateinamerika und dabei verantwortlich für die Koordination und Führung aller militärischen Operationen der Vereinigten Staaten in Süd- und Mittelamerika) sowie der Karibik.

Das Hauptquartier von SOUTHCOM ist in Miami, Florida, stationiert und steht unter der Führung von Admiral James G. Stavridis.

Das US Africa Command (AFRICOM) ist das zuständige Regionalkommando für der afrikanischen Kontinent (exklusive Ägypten). Es befindet sich in der Aufstellung und soll bis 2008 einsatzfähig sein.

Das Hauptquartier ist bisher in den Kelley Barracks in Stuttgart stationiert und wird von General William E. Ward geführt.

Funktionalkommandos

Das US Joint Forces Command (JFCOM) hat gemischte Kompetenzen. Es ist das zuständige Regionalkommando für den Schutz der Seewege im Atlantischen Ozean. Als Funktionalkommando ist es zudem als Denkfabrik zuständig für die Weiterentwicklung des verbundenen Kampfes der Streitkräfte (Transformation) und die Ausbildung der US-Streitkräfte.

Das Hauptquartier befindet sich in Norfolk, Virginia, und wird von General Lance L. Smith geführt, der innerhalb der NATO-Strukturen zudem den Posten des Supreme Allied Commander Transformation (SACT) inne hat. Er tritt in den Ruhestand und soll im Januar 2008 von General James N. Mattis abgelöst werden.

Das US Special Operations Command (SOCOM) ist die zuständige teilstreitkraftübergreifende Kommandoeinrichtung sämtlicher US-amerikanischer Spezialeinheiten der US Army, US Air Force, US Navy und des US Marine Corps. Es führt weltweit Einsätze - auch unabhängig von den Regionalkommandos - durch (militärische Terrorismusbekämpfung und Unterstützung nachrichtendienstlicher Operationen) und hat seit dem Inkrafttreten des Nunn-Cohen Amendment 1987 einen eigenen Etat, der es de facto zu einer eigenen Teilstreitkraft macht[2], weil es als einziges Verbundkommando seine Truppen selbstständig plant, ausbildet, ausrüstet und zum Einsatz bringen kann unabhängig von einer Teilstreitkraft, den zivilen Staatssekretären im Verteidigungsministerium oder den Vereinigten Staabschefs.

Das Hauptquartier ist auf der MacDill Air Force Base in Florida stationiert und wird von Admiral Eric T. Olson geführt.

Das US Strategic Command (STRATCOM) ist das zuständige Funktionalkommando für die Kontrolle der Nuklearwaffen der US-Streitkräfte sowie für Weltraumaktivitäten (z.B. auch Weltraumwaffen) und die National Missile Defense.

Das Hauptquartier von STRATCOM ist auf der Offutt Air Force Base in Nebraska stationiert und wird von General Kevin P. Chilton geführt.

Das US Transportation Command (TRANSCOM) ist zuständig für die Sicherstellung der weltweiten militärischen Mobilität der US-Streitkräfte.

Das Hauptquartier befindet sich auf der Scott Air Force Base in Illinois und steht unter dem Kommando von General Norton A. Schwartz.

Quellen

  1. USA wollen Anti-Terror-Kampf von Stuttgart aus führen (SPIEGEL Online vom 7. Februar 2007)
  2. Interview von Tom Clancy mit Gen. (ret.) Henry H. Shelton, Seite 92, Tom Clancy, John Gresham: Special Forces – Die Spezialeinheiten der U.S. Army. Heyne, München 2002 ISBN 3-453-86912-5