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Manganknolle

Manganknollen bestehen aus bis zu 27 % aus dem Metall Mangan. Sie sind in Tiefen zwischen 4000 und 6000 Metern auf dem Meeresboden zu finden. Andere Elemente wie Kupfer, Cobalt, Zink und Nickel sind mit 0,2–1 % enthalten, der Eisenanteil liegt bei 15 %.

Manganknollen wachsen extrem langsam (ca. 5 mm in einer Million Jahre). Etwa 15 % des Mangans stammen aus den Kalkschalen ehemaliger Kleinstlebewesen, die sich an der Calcit-Kompensationstiefe auflösten. Dieser Anteil wird als hydrogenetischer Anteil bezeichnet. Der Großteil des Mangans entstammt aber dem Sediment. Während das Mangan im Sediment in seiner zweiwertigen Form gelöst in Porenwässern vorliegt, wird es beim Erreichen des Meeresbodens von den sauerstoffreichen antarktischen Bodenströmungen in seine vierwertige Form aufoxidiert und liegt damit als wasserunlösliches MnO2 vor. Auf die gleiche Weise wird das von oben kommende biogene zweiwertige Mangan abgelagert.

Die innere Struktur der Knollen ist mit dem Aufbau einer Zwiebel vergleichbar. Die Knollen enthalten einen schalenförmig aufgebauten Kern, der aus verschiedenen Materialien bestehen kann. Die größten Fundstellen für Manganknollen befinden sich im Pazifischen Ozean. Allein in diesem Ozean rechnet man mit einer Menge von etwa 100 Millionen Tonnen.

Ein angebliches Versuchsprogramm zum Abbau von Manganknollen am Anfang der 1970er Jahre war lediglich die Tarnung für das Jennifer-Projekt, die geheime Bergung eines sowjetischen U-Boots.

In der Zeit von Februar bis Mai 1978 hat ein internationales Konsortium, die OMI (Ocean Management Inc.), bestehend aus den Firmengruppen AMR (Arbeitsgemeinschaft meerestechnisch gewinnbare Rohstoffe, Bundesrepublik Deutschland: Deutsche Schachtbau- und Tiefbohrges.mbH, Lingen, Metallges. AG, Frankfurt/M., Preussag AG, Hannover), DOMCO (Deep Ocean Mining Corp., Japan), INCO (International Nickel Comp. Ltd, Kanada) und SEDCO (South East Drilling Corp. Inc., USA), im Zentralpazifik bei einem erfolgreichen Pilot-Mining-Test zum ersten Mal mehrere hundert Tonnen Manganknollen aus über 5000 m Tiefe gefördert. Damit wurde gezeigt, dass sowohl das Konzept der hydraulischen Vertikalförderung mittels Pumpen als auch das Lufthebeverfahren (Airlift-Verfahren, Mammutpumpe) für den Abbau von Manganknollenfeldern geeignet ist, wenngleich bei diesem Versuch noch keine wirtschaftliche Förderleistung – auch nicht kurzfristig – erreicht wurde.

Anfang der 1980er Jahre wurden Manganknollen von Mineralogen und Chemikern intensiv untersucht, um Hinweise zu ihrem Wachstum und ihrer Zusammensetzung zu erhalten. Auch ihr metallurgischer Wert, besonders im Hinblick auf den Gehalt der Knollen an Nickel und Kupfer, wurde diskutiert. Die beiden Bilder zeigen eine Manganknolle aus einer Sammlung, die am Institut für Mineralogie an der Universität Heidelberg mineralogisch untersucht wurde.

Literatur

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/12/0,3672,3958732,00.html