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Intervention

Die Intervention (lat. intervenire = dazwischentreten, sich einschalten) bezeichnet das Eingreifen einer bis dahin unbeteiligten Partei in eine Situation. Meist ist damit das Einschreiten in einen fremden Konflikt gemeint mit dem Ziel, diesen zu lösen oder in eine bestimmte Richtung zu lenken. Der Begriff der Intervention wird dabei für einen Eingriff innerhalb der verschiedensten Bereiche genutzt, von der Politik über die Medizin bis zur Kunst.

Inhaltsverzeichnis

Politik

Außenpolitik

Mit Intervention wird in der Außenpolitik das meist militärische Eingreifen eines Staates oder eines Militärbündnisses in einen innerstaatlichen bewaffneten Konflikt bezeichnet. Dies kann entweder zugunsten einer der beteiligten Parteien geschehen oder zur Befriedung der Lage oder beteiligten Personen. Die Intervention ist damit prinzipiell zu trennen von dem Angriff gegen ein Land zum Zwecke der dauerhaften Besetzung (Invasion).

In bestimmten Fällen ist die Unterscheidung aber schwerer (z. B. Sturz von Saddam Hussein im Irak, Sturz der Taliban in Afghanistan) und ein klassischer Krieg wird dann oft mit dem Begriff der humanitären Intervention umschrieben. Vor allem während des Kalten Krieges war es auch üblich, eigentliche Invasionen euphemistisch als Intervention zu bezeichnen, beispielsweise bei der US-Invasion in Grenada.

Währungspolitik

In der Währungspolitik spricht man von Intervention, wenn die Zentralbank als Käufer oder Verkäufer von Währungen am Devisenmarkt auftritt, um den Wechselkurs zu beeinflussen.

Subventionspolitik

Interventionsgetreide ist Getreide, das von der öffentlichen Hand aufgekauft und wieder verkauft wird, um das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zu wahren.

Weiterhin wird dadurch sichergestellt, dass landwirtschaftliche Unternehmen nicht auf ihren Erzeugnissen „sitzen bleiben“. Dies führte allerdings auch dazu, dass einige ausreichend effizient arbeitende landwirtschaftlichen Betriebe von vornherein auf „Intervention“ produzierten. Die aus dieser Hauptursache resultierende Überproduktion und teure Lagerhaltung zeigte, dass die Marktordnung reformiert werden musste.

Dadurch ergibt sich eine Stützung der Erzeugerpreise. In Deutschland wird die Intervention von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Bonn, durchgeführt. Die BLE gibt jährliche Richtlinien zur Durchführung der Intervention von Getreide für das jeweilige Getreidewirtschaftsjahr bekannt [1]. Die Richtlinien wenden sich an diejenigen, die Getreide (Weichweizen, Hartweizen, Gerste, Mais) an die BLE verkaufen. Wenn die BLE das Getreide in die Intervention nimmt, wird es in so genannte Interventionslager eingelagert. Die Richtlinien legen das Verfahren fest und regeln die Bedingungen der Intervention. Rechtsgrundlagen sind zahlreiche EG-Verordnungen sowie nationales Recht. Bieter können ihre Angebote für Getreide, das sich in einem Lager in der Bundesrepublik Deutschland befinden muss, vom 01. November bis zum 31. Mai abgeben. Bevor es zu einer Übernahme des Getreides durch die BLE kommt, hat das Getreide bestimmte Qualitätsmerkmale aufzuweisen; dementsprechend wird es bestimmten Kontrolluntersuchungen unterzogen. Übernimmt die BLE das Getreide, so wird an den Verkäufer ein so genannter Interventionspreis gezahlt, der von der EG festgelegt wird.

Medizin

Eine medizinische Intervention soll den Ausbruch oder das Fortschreiten einer Erkrankung verhüten bzw. umkehren. Beispiele für eine Intervention sind eine Angioplastie oder Stentangioplastie.

Pädagogik

Im Vergleich zur Beratung im engen Sinne greift die Intervention direkt in das Geschehen ein, um ein unerwünschtes Phänomen zu beseitigen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Im Mittelpunkt stehen hier nicht Entscheidungs-, sondern Handlungsprobleme. In diesem Zusammenhang gibt es sogenannte "Zieldimensionen", die der Unterscheidung von Interventionsmaßnahmen dienen: es geht um die Aktivierung von personalen (personeninternen) oder sozialen Ressourcen.

Die Bedeutung der Intervention in Erziehungsprozessen ist verbunden mit der pädagogischen Orientierung desjenigen, der interveniert. Die Frage ist nicht nur, wie zu intervenieren ist, sondern auch, ob Intervention grundsätzlich oder in bestimmten Fällen sinnvoll, angebracht oder auch verwerflich ist. So unterscheiden sich Pädagogen u. a. darin, ob sie Interventionen

Wertet man die Möglichkeit der Intervention, so scheint relativ eindeutig: Die Selbstregulierung des Kindes/Jugendlichen ist (im Vergleich) allemal vorrangig und pädagogisch sinnvoller. Zum einen, weil Intervention (einerseits) als relativ unsensibel gilt und die Alternative der Selbstregulierung (andererseits) die Identität (das Selbstvertrauen) des Kindes stärkt. Intervention scheint eher angebracht, einen wahrscheinlichen Schaden/eine Schädigung des Kindes/Jugendlichen abzuwenden. Intervention setzt in der Regel voraus, dass sie gegen die Einsichten des Betroffenen (Kindes/Jugnedlichen/Klienten) gerichtet ist; da sie aber Schaden abzuwenden imstande sein soll, wird sie als notwendiges Übel zu definieren sein.

EDV

In der EDV versteht man unter einer Intervention eine durch den Benutzer veranlasste Änderung des Programm-Ablaufs bzw. von Einstellungen, die den weiteren Programmablauf im Sinne des Benutzers steuern sollen.

Kunst

Bei einer Intervention in der Bildenden Kunst findet - im Unterschied zur Installation - ein Eingriff in bestehende Zusammenhänge in Innen- und Außenräumen statt, bei gleichzeitiger Thematisierung der dort vorhandenen gesellschaftlich-sozialen, kulturellen, funktionalen, räumlichen und materiellen Bezüge.

Die Intervention wird ähnlich dem Graffiti und der Street Art häufig ohne Auftrag und Genehmigung realisiert. Materialien jeder Art wie auch Zeit, Licht, Klang und Bewegung im Raum können bei einer Intervention Verwendung finden. Siehe: Lichtkunst, Klangkunst, Medienkunst und Kinetik.

Die Intervention gehört ebenso wie die Land Art zur Kunst im öffentlichen Raum. Bedeutende Vertreter der site-specific art sind :Daniel Buren, Eberhard Bosslet, Gordon Matta-Clark, Christo

Einzelnachweise

  1. Interventionsseite der BLE

Literatur