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Chemnitz-Gablenz

Karte
Basisdaten
Fläche: 3,60 km²
Einwohner: 15.950 (31. Dezember 2001)
Bevölkerungsdichte: 4.431 Einw./km²
(31. Dezember 2001)
Postleitzahlen: 09126 und 09127

Gablenz ist ein Stadtteil im Südosten von Chemnitz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Angrenzende Stadtteile sind im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, das Yorckgebiet, Adelsberg, Bernsdorf, Lutherviertel und Sonnenberg.

Geschichte

Das ehemalige Bauerndorf Gablenz wurde um 1200 (als Gabilencia) erstmalig im Zinsregister des Chemnitzer Benediktinerkloster urkundlich erwähnt. Seinen Namen hat Gablenz nach dem gleichnamigen Bach erhalten, der den Ort durchfließt. Der Name stammt aus dem slawischen und bedeutet „Apfelbaumbach“, er wurde 1888 zur Stadt Chemnitz hin überdacht. Der Gablenzbach mündet unterirdisch in Höhe der heutigen Rochlitzer Straße in den Chemnitzfluss.

Das alte Waldhufendorf erstreckte sich einst von der Chemnitzer Johannisvorstadt im Westen bis nach von Euba im Osten. Im Norden grenzte Gablenz an den Zeisigwald (heute als Yorckgebiet bekannt), der Nordosten reichte bis über den Sonnenberg hinaus. Im Jahr 1402 verkaufte das Chemnitzer Kloster den westlichen Teil des zum Kloster gehörenden Gablenz an die Stadt Chemnitz, womit sich die Flugrenze bis zur heutigen Zeiß- und Jahnstraße verschob. Mit der Auflösung des Chemnitzer Benediktinerklosters im Jahr 1547 kam Gablenz an das Amt Chemnitz. Wie viele umliegende Dörfer wurde auch Gablenz im Dreißigjährigen Krieg mehrfach verwüstet und ausgeplündert.

Die Chemnitzer Bannmeile verhinderte eine schnellere Entwicklung der Gemeinde, erst im 19. Jahrhundert siedelten sich beiderseits des Gablenzbaches Fabriken an. Durch den dadurch einsetzenden Zuzug entwickelte sich Gablenz zu einer Arbeiterwohnsiedlung, z. B. an der Geibel- und Clausstraße. Immer mehr wuchs Gablenz im Westen mit der Stadt Chemnitz zusammen, so wurde die Gemeinde am 1. April 1900 nach Chemnitz eingemeindet. Im östlichen Randgebiet entstand 1967 bis 1970 eine Siedlung mit Wohnblöcken in Plattenbauweise, die noch heute Hans-Beimler-Gebiet genannt wird. Eine weitere Plattenbausiedlung wurde im Nordosten in den Jahren 1970 bis 1974 als Wohngebiet Yorckstraße errichtet, welche seit 1992/93 den Stadtteil Yorckgebiet bildet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Durch Gablenz führt die Chemnitzer Stadtbahnlinie 5 der Chemnitzer Verkehrs-Aktiengesellschaft (CVAG) mit den Haltestellen Gablenzplatz, Arthur-Strobel-Straße, Pappelhain und Gablenz. Außerdem erreicht man den Stadtteil seit 30. März 2008 mit den Buslinien 62 und 72, außerdem ist ein Zugang aus südlicher Richtung durch die Buslinie 33 möglich. Längste Straße ist die Carl-von-Ossietzky-Straße, die nicht nur selbst durch zahlreiche Wohngebiete (beispielsweise Lutherviertel, Hans-Beimler-Gebiet) führt, sondern sich vor allem mit Straßen kreuzt, an denen bedeutende und teils denkmalgeschützte Siedlungen liegen (Heimgarten-Siedlung, Geibelstraße/Gartenstadt).

Bildung

Bis Februar 2008 befand sich in Gablenz das Johannes-Kepler-Gymnasium, das - wegen seiner erstklassigen Ausbildung im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich - bis über die Grenzen der Stadt Chemnitz hinaus bekannt ist. Es ist in den Winterferien 2008 in die sanierte Schule auf der Humboldthöhe umgezogen. Auch die Friedrich-Adolf-Wilhelm-Diesterweg-Mittelschule sowie die Gablenzer Mittelschule und die Grundschule Gablenz (ehemals Ernst-Enge-Schule) sind zu nennen.

Gablenz-Center

An der Ernst-Enge-Straße befindet sich das ehemalige Versorgungszentrum „Hans Beimler“. In den späten 1990er-Jahren wurde es komplett modernisiert und erweitert und trägt heute den Namen Gablenz-Center. Es bietet dem Anrainer in kleineren und größeren Lebensmittel-, Drogerie-, Bücher- oder Elektronikmärkten mehrere Einkaufsmöglichkeiten. Die zentrale Rolle für das Leben in Gablenz erfüllt es zusätzlich, indem es gastronomische Einrichtungen, Frisöre, zwei Bankfilialen u. a. beherbergt.

Sehenswürdigkeiten

Gartenstadt Gablenzsiedlung

Mitten im Herzen von Gablenz befindet sich die Gartenstadt Gablenzsiedlung. Das außergewöhnliche architektonische Kleinod besticht durch seine stilvollen Außenanlagen und abwechslungsreiche, harmonische Fassadengestaltung. Die fast geschlossen erhaltene Siedlung wurde zwischen 1910 und 1937 erbaut und zwischen 1999 und 2003 denkmalschutzgerecht saniert. Im Jahre 2003 wurde die Gartenstadt mit dem Deutschen Bauherrenpreis ausgezeichnet.

Literatur

Koordinaten: 50° 49' 45" N, 12° 57' 45" O