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Luigi Giussani

Luigi Giussani (* 15. Oktober 1922 in Desio bei Mailand; † 22. Februar 2005 in Mailand) war katholischer Priester und Gründer der Bewegung Comunione e Liberazione.

Giussanis Mutter Angela führte ihn in den Glauben ein, während sein Vater Beniamino, der aus einer Künstlerfamilie stammte und Holzschnitzer und Restaurateur war, den kleinen Jungen beständig anhielt, sich nach dem Warum, nach dem Grund der Dinge zu fragen. In der Familie herrschte ein Klima, in dem die Person zutiefst geachtet und aktiv dazu erzogen wurde, die wahren Dimensionen des Herzens und der Vernunft wachzuhalten.

Bereits als Zehnjähriger besuchte Luigi Giussani das Knabenseminar seiner Heimatdiözese. Später setzte er seine Studien an der theologischen Fakultät von Venegono fort. Venegono prägte Giussani nicht nur wegen der kulturellen Bildung und der menschlichen Beziehungen zu einigen Lehrern, das Priesterseminar wurde für ihn auch bedeutend, weil er dort eine lebendige Weggemeinschaft mit einigen Kollegen wie Enrico Manfredini, dem späteren Erzbischof von Bologna, in der gemeinsamen Entdeckung des Wertes der Berufung erfuhr - ein Wert, der stets mit Blick auf die Welt und für die Welt verstanden wurde.

Es waren Jahre intensiven Studiums. Hierzu gehörte auch die Lektüre des italienischen Dichters Giacomo Leopardi. Mit einigen seiner Dichtungen, so erzählte Giussani später, pflegte er bisweilen die Meditation nach der Eucharistie zu begleiten.

Als junger Mann gründete Giussani, gemeinsam mit einigen Kommilitonen, eine Art Hauszeitschrift mit dem Titel Studium Christi. Sie wurde zum Mitteilungsblatt einer Studiengruppe, die das Anliegen hatte, die zentrale Bedeutung Christi für das Verständnis jedes Wissensbereichs zu entdecken.

Im Jahr 1945 wurde er zum Priester geweiht und widmete sich schließlich dem Unterricht am Seminar von Venegono. Dabei spezialisierte er sich auf das Studium der östlichen, insbesondere der slawophilen, sowie der protestantischen amerikanischen Theologie und vertiefte die Frage nach der der vernünftigen Begründung einer Zustimmung zum Glauben und zur Kirche.

Mitte der 1950er Jahre gab er den Unterricht im Seminar auf, um im Gymnasium zu unterrichten.

In jener Zeit entstand auch die studentische Jugendgruppe "Gioventù Studentesca" (GS - aus der später CL entstand), an deren Leitung sich Giussani sofort 1954 beteiligte.

Von 1964 an übernahm er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1990 den Lehrstuhl für Einführung in die Theologie an der Katholischen Universität vom Heiligen Herzen in Mailand. Bei mehreren Studienaufenthalten in den Vereinigten Staaten vertiefte er überdies seine Kenntnisse der protestantischen amerikanischen Theologie.

Giussani war eine erfahrungsbezogene Religiosität wichtig, für die der Glaube kein 'zaghaftes Ahnen', sondern eine Tatsache ist.

Im konfliktreichen Jahr 1968 entstand unter seiner Leitung seine Bewegung neu unter dem Namen Comunione e Liberazione (Gemeinschaft und Befreiung), deren (Laien-) Fraternität 1982 durch Papst Johannes Paul II. die offizielle kirchenrechtliche Anerkennung zuteil wurde und der heute weltweit etwa 100.000 Gläubige angehören. Johannes Paul II. verlieh Msgr. Giussani am 9. November 1983 auch den Titel Päpstlicher Ehrenprälat.

»Ich fühle mich nicht als Gründer von Comunione e Liberazione (dt.: Gemeinschaft und Befreiung)« - hat Giussani geschrieben und oft wiederholt. »Mein ganzes Leben habe ich nur versucht, den katholischen Glauben, der mir von meiner Mutter und von meinen Lehrern im Seminar mitgeteilt worden ist, zu leben.«

Am 22. Februar 2005 verstarb Don Luigi Giussani in Mailand im Alter von 82 Jahren. Das Requiem hielt Joseph Kardinal Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI.

Literatur

Personendaten
Giussani, Luigi
katholischer Priester
15. Oktober 1922
Desio bei Mailand
22. Februar 2005
Mailand