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Katholieke Universiteit Leuven

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Katholieke Universiteit Leuven
Motto Sedes Sapientiae
Gründung 1425
Trägerschaft kirchlich
Ort Löwen, Belgien
Rektor Marc Vervenne
Studenten 30.545 (2006)
Mitarbeiter 7.725 (2006)
Website www.kuleuven.be

Die Katholieke Universiteit Leuven (Abkürzung K.U.Leuven, deutsch Katholische Universität Löwen) ist eine niederländischsprachige Universität mit Sitz in Löwen (niederländisch Leuven) in der belgischen Region Flandern. In ihrer heutigen Form ist sie ein Produkt der Spaltung der Löwener Universität in eine niederländisch- und eine französischsprachige Hochschule im Jahr 1968 im Zuge des flämisch-wallonischen Konflikts. Die deutsche Übersetzung des Namens ist missverständlich, da sie auch auf die französischsprachige Université catholique de Louvain in Louvain-la-Neuve zutrifft.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Universität wurde am 9. Dezember 1425 durch eine Bulle von Papst Martin V. auf Bitte des Herzogs von Brabant gegründet. Als Vorbilder für die damalige Gründung dienten die Universitäten in Paris, Köln und Wien. Die Universität Löwen ist nicht nur die älteste Universität auf dem Gebiet der heutigen Beneluxländer, sondern bezeichnet sich in ihrer Selbstdarstellung auch als älteste katholische Universität der Welt.[1]

Im 16. Jahrhundert galt Löwen als eine der Hauptstädte des Humanismus. So lehrte Erasmus von Rotterdam hier mehrere Jahre und wirkte 1517 an der Gründung des Collegium Trilingue mit. Diese Einrichtung zum Studium des Lateinischen, Griechischen und Hebräischen war die erste Institution dieser Art in Europa; hier wurden griechische und hebräische Texte nicht länger in lateinischer Übersetzung, sondern in ihren Originalfassungen studiert.

Seit 1493 war Adrian von Utrecht hier Professor bis er 1522 zu Papst Hadrian VI. gewählt wurde - dem letzten nicht-italienischen Papst vor Papst Johannes Paul II.. Justus Lipsius unterrichtete viele Jahre in Löwen, und Gemma Frisius betreute hier Studenten wie Gerard Mercator, Rembert Dodoens und Andreas Vesalius. Später war es der Löwener Theologe Cornelius Jansen, der mit seinen Thesen für Aufruhr sorgte und 1783 entdeckte der Physiker Johannes Petrus Minckeleers die Eignung von Kohlengas für Beleuchtungszwecke.

1797 wurde die alte Universität von den französischen Besatzungstruppen geschlossen, 1817 als Staatsuniversität (Rijksuniversiteit) des Vereinigten Königreichs der Niederlande wiedereröffnet und 1835 schließlich in eine katholische Universität in kirchlicher Trägerschaft umgewandelt. 1882 wurde auf Initiative von Papst Leo XIII. das Institut für Philosophie gegründet, welches schnell berühmt wurde für seine Neuscholastik.

Am 2. August 1914 setzten deutsche Truppen die Universitätsbibliothek in Brand und zerstörten so 300.000 Bücher. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde in einer weltweiten Solidaritätsaktion eine neue Bibliothek errichtet, die im Zweiten Weltkrieg ebenfalls niederbrannte, wobei nur 15.000 von 900.000 Büchern gerettet werden konnten.

Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts hielt das Niederländische langsam Einzug in die bis dahin französischsprachige Universität. Schrittweise wurden in allen Fakultäten französische und niederländische Abteilungen geschaffen, die sich von einander immer mehr entfremdeten. In den 1960er Jahren, im Zeitalter der beginnenden Massenuniversität, entstand bei den Flamen die Sorge, dass das Umfeld der niederländischsprachigen Stadt Löwen (ndl. Leuven) durch die stark wachsenden frankophonen Studentenzahlen immer mehr französiert werden und schließlich an das offiziell zweisprachige, de facto französisch dominierte Gebiet von Brüssel angeschlossen werden könnte. Daher kam es zu wachsenden Forderungen der flämischen Studenten nach Absiedlung der französischsprachigen Professoren und Studenten aus dem niederländischsprachigen Gebiet. Auf der Basis einer Erklärung der belgischen Bischofskonferenz von 1966 wurden die beiden bisherigen, nach Sprachen getrennten Abteilungen ab dem Akademischen Jahr 1968/69 in zwei eigenständige Universitäten umgewandelt: die Katholieke Universiteit Leuven (KUL), die in Löwen verblieb, und die französischsprachige Université catholique de Louvain (UCL), für die ab 1971 eine neue Stadt südlich der Sprachgrenze, Louvain-la-Neuve ("das neue Löwen"), errichtet wurde, die erste belgische Neugründung einer Stadt seit dreihundert Jahren.

Selbst die Hauptbibliothek wurde aufgeteilt. Bücher mit einer ungeraden Registrierungsnummer blieben in Löwen, wogegen die anderen nach Louvain-la-Neuve gebracht wurden. Trotz der zweimaligen Zerstörung und der Spaltung beherbergt die Zentralbibliothek der KUL heute über eine Million Bücher, wobei die Löwener Bibliotheken insgesamt auf über 4,2 Millionen Bücher kommen.

Heute hat sich das lange angespannt gewesene Verhältnis zwischen der niederländischsprachigen KUL und der frankophonen UCL normalisiert und die beiden Universitäten führen Kooperationen durch.

Die Universität heute

An der Katholischen Universität Löwen studieren 30.500 Studenten, davon sind 12 % ausländische Studierende aus über 130 Ländern. Die Universität hat 15.700 Beschäftigte, verfügt über eine Fläche von 1.000.000 m² und 26.500 Räume. Insgesamt gibt es in Löwen 14 Fakultäten:

Rektoren

Nach der Teilung leiteten folgende Rektoren die Katholische Universität Löwen:

Alumni

Ausführlicher dazu: Liste der Angehörigen der Katholieke Universiteit Leuven

Ehrendoktoren

Siehe auch

Literatur

Quellen

  1. Offizielle Homepage der K.U.Leuven, Stand: 16.06.2008.