Heim

Gau-Odernheim

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 49° 47′ N, 8° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Alzey-Worms
Verbandsgemeinde: Alzey-Land
Höhe: 148 m ü. NN
Fläche: 18,27 km²
Einwohner: 3701 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 203 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55239
Vorwahl: 06733
Kfz-Kennzeichen: AZ
Gemeindeschlüssel: 07 3 31 032
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile, Gau-Odernheim und Gau-Köngernheim.
Adresse der Gemeindeverwaltung: Obermarkt 6
55239 Gau-Odernheim
Webpräsenz:
www.gau-odernheim.de
Bürgermeister: Bernd Westphal (SPD)

Gau-Odernheim ist ein rheinhessischer Ort der Verbandsgemeinde Alzey-Land im Landkreis Alzey-Worms im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Die Ortschaft liegt an dem kleinen Fluss Selz der sich hier am Petersberg entlangschlängelt. Die nächste Stadt ist Alzey (7 km) und die 30 km in die Landeshauptstadt Mainz sind leicht über die Autobahn A63 zurückzulegen. Als bedeutende Weinbaugemeinde liegt Gau-Odernheim im größten Weinbau treibenden Landkreis Deutschlands und mitten im Weinanbaugebiet Rheinhessen. Wegen der Nähe zum Rhein-Main-Gebiet ist die Ortschaft Zuzugsgemeinde und hat daher viele Neubaugebiete und Neubürger.

Nachbargemeinden

Gemeindegliederung

Ortskern mit Ortsteil Gau-Köngernheim

Geschichte

Im Jahre 1268 wurde der große Besitz der Herren von Bolanden zwischen dem Donnersberg und dem Rhein geteilt. Unter den Nachkommen brach später eine offene Fehde aus, einer der beteiligten hat hier sein Leben verloren. An der Stelle des Kampfes bei Ottenheim, wie damals Gau-Odernheim benannt wurde, an der Grenze des geteilten Landes, wurde ein sogenanntes Sühnekreuz aufgestellt. Im Mittelalter wollte aber niemand mit einem Sühnekreuz etwas zu tun haben, ein solcher Ort wurde gemieden und war unheimlich. So geriet das Ottenkreuz in Vergessenheit. Es war unter Erde, Büschen und Dornenhecken verschwunden, wurde lange Zeit gesucht und schließlich wieder freigelegt. Seit einigen Jahren ist es auf der rechten Seite der Straße von Gau-Odernheim nach Hillesheim zu besichtigen.[1]

Durch Verleihung von Rudolf von Habsburg erhielt Gau-Odernheim 1286 reichsstädtische Freiheiten.

Weinbau wird bereits seit 850 an den Südhängen des Petersberg betrieben.

Politik

Gemeinderat

zwei Beigeordnete sowie neun Ratsmitglieder
vier Ratsmitglieder
ein Beigeordneter sowie vier Ratsmitglieder

Ergebnis der Wahl zum Gemeinderat am 13. Juni 2004:

Liste Anteil in % Sitze
SPD 53,2 (-5,2) 11 (-1)
WGR 26,9 (+16,4) 5 (+3)
CDU 19,9 (-11,2) 4 (-2)

Ortsbürgermeister

Partnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Musik

Bauwerke

Naturdenkmäler

In den Weinbergen am Gau-Odernheimer Lieberg findet man die größte Ansammlung von Wildtulpen nördlich der Alpen. Zur Blüte Ende April veranstaltet die Naturschutzgruppe jedes Jahr das Wildtulpenfest.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Gemeinde ist hauptsächlich vom Weinbau und der Landwirtschaft geprägt. Darüber hinaus befindet sich aber auch ein Autohändler, vier Lebensmittelmärkte und zwei Metzgereien. Eine dieser beiden Metzgereien wurde im Jahr 2004 vom Magazin Der Feinschmecker zum Besten Metzger 2004 ausgezeichnet. Im Jahr 2006 wurde die Fleischwurst der gleichen Metzgerei von der Zentrag zu einer der vier besten in ganz Deutschland gekürt.

Ebenfalls in Gau-Odernheim angesiedelt ist der dreifache Gewinner des Multimediawettbewerbs der Landesregierung Rheinland-Pfalz in den Jahren 2001, 2002, 2005/2006, unter anderem mit einem Schulverwaltungssystem für die Schulen des Landkreises Alzey-Worms und einem Mensa-Steuerungsprogramm für Ganztagsschulen.

Verkehr

Die Verkehrsanbindung kann für die Größe von Gau-Odernheim als sehr gut bezeichnet werden: Die A 63 ist über die Anschlussstelle Biebelnheim nach etwa 4,5 km zu erreichen und auch die Anschlussstelle Alzey der A 61 ist von Gau-Odernheim nur 6 km entfernt. Die A 63 verbindet Gau-Odernheim mit Mainz und Kaiserslautern. Ludwigshafen und das Rhein-Neckar-Gebiet sind über die A 61 zu erreichen. Nach Norden ist die A 61 ein Verbindung nach Koblenz, Mönchengladbach und bis in die Niederlande.

Gau-Odernheim hat zwar keinen Bahnanschluss mehr (ehemalige Bahnstrecken siehe Amiche und Bahnstrecke Osthofen–Gau Odernheim), aber alle Busse die von Mainz oder Worms nach Alzey fahren, halten in Gau-Odernheim, d.h. die Busanbindung ist als akzeptabel zu bezeichnen. Auf einer ehemaligen Gleisstrecke im Gau-Odernheimer Gebiet wurde im Jahr 2005 eine Ortsentlastungsstraße gebaut. Die dadurch entstandenen vier Kreisverkehre wegen wird Gau-Odernheim jetzt manchmal auch spöttisch Gau-Kreiselheim genannt.

Bildung

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Sonstiges

Dialekt

Im lokalen Dialekt heißt Gau-Odernheim „Orem“, mit lang gezogenem „O“ und nicht betontem „E“.

Quellenangaben

  1. Weil Kunigunde Otto meuchelte - Landesarchäologe Dr. Gerd Rupprecht hat Sühnekreuz nahe Gau-Odernheim wieder entdeckt. auf: Rhein Main Presse. 9. Februar 2007.

Literatur

 Commons: Gau-Odernheim – Bilder, Videos und Audiodateien