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Sulfide

Sulfide sind Salze oder Ester des Schwefelwasserstoffs (H2S). Die Salze gehören zur Stoffgruppe der Metall-Schwefel-Verbindungen und enthalten das Sulfid-Anion S2- als Bestandteil. Anion selbst wird ebenfalls kurz als Sulfid bezeichnet. Metallsulfide stellen in der Mineralogie eine wichtige Gruppe von Erzen dar. In der Analytik gehören die Metallsulfide in die sogenannte Schwefelwasserstoffgruppe und die Ammoniumsulfidgruppe.

Die Ester gehören zu den Organischen Verbindungen (organischer Rest: R-) und weisen die Struktur R-S-R' auf. Sie können daher auch als Thioether betrachtet werden.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen in Mineralien

Zusammen mit Metall- oder Halbmetall-Kationen entstehen die etwa 600 Sulfid-Minerale, die sich meist durch charakteristische Farben und Strichfarben auszeichnen. Zu ihnen gehören eine Reihe wichtiger Erze, so dass anorganische Sulfide wegen ihres mitunter hohen Metallgehalts als Rohstoffe bei der Gewinnung u.a. von Eisen, Kupfer, Blei, Zink, Quecksilber, Arsen und Antimon dienen. Hier einige sulfidische Mineralien:

Das Sulfid-Anion

Das chemische Element Schwefel bildet, analog dem in der gleichen Hauptgruppe des Periodensystems stehenden Sauerstoff, das zweifach negativ geladene Sulfid-Anion S2-.

Die Sulfide der Alkali- und Erdalkalimetalle können durch Anlagerung von Schwefel an freie Sulfidelektronenpaare auch Polysulfide bilden. Schwermetallsalze bilden mit Sulfid-Lösungen unlösliche Niederschläge - eine Eigenschaft, die man für die Analytische Chemie im Kationentrenngang nutzt.

Als Nachweisreaktion für Sulfide setzt man die Verdrängungsreaktion mit Säuren ein, wobei H2S, Schwefelwasserstoffgas entsteht. Dieses charakteristisch nach faulen Eiern riechende Giftgas färbt Blei-II-acetatpapier schwarz:

Chemische Eigenschaften

Metallsulfide wie z. B. Eisensulfid (Abbildung) sind als Salze der Schwefelwasserstoffsäure aufzufassen. Sulfide reagieren mit entsprechend stärkeren Säuren (wie z.B. Salzsäure) dementsprechend zu den jeweiligen Metallsalzen (bei Salzsäure eben zu Chloriden) und Schwefelwasserstoff (H2S), welcher sich durch seinen sehr unangenehmen Geruch (faule Eier) bemerkbar macht (s.o.).

In wässriger Lösung wird das Sulfid-Ion S2- pH-Wert-abhängig protoniert. Im pH-Bereich von 9 - 11 liegt Sulfid hauptsächlich als Hydrogensulfid-Anion (HS-) vor. Dies wird u.a. im Kationentrenngang in der Schwefelwasserstoff- und Ammoniumsulfidgruppe eingesetzt, da die pH-Wert-abhängige Sulfidionenkonzentration eine sukzessive Fällung der unterschiedlich löslichen Sulfide ermöglicht.

Zur Schwefelwasserstoffgruppe gehören nämlich nur diejenigen Elemente, die mit dem Trennmittel schon in saurem Milieu schwerlösliche Sulfide bilden (Fällungsreaktion; Sulfid-Beispiele im Bild rechts, von links nach rechts: Niederschläge mit Mangan(II)-, Kadmium(II)-, Kupfer(II)-, Zink(II)-, Antimon(III)-, Bismut(III)-, Blei(II)- und Zinn(IV)-Kationen). Zur Ammoniumsulfidgruppe gehören die nur im basischen Milieu ausfällbaren Metallsulfide. Sie sind bei Zugabe von Säuren löslich (s.o.). Neben den Sulfiden gibt es noch die ihnen verwandten Thio- und Sulfosalze. Hier sind Sauerstoffatome gegen Schwefelatome ausgetauscht worden (Beispiel: Natriumthiostannat und -thioantimonat, Natriumthiosulfat/Fixiersalz).

Sulfidische Schwermetallfällung

Die chemische Fällung von Metallsulfiden spielt nicht nur bei den technischen Herstellungsprozessen eine Rolle, beispielsweise bei der Herstellung von Pigmenten, sondern auch bei Abwasserreinigungsprozessen. Dabei wird die Schwerlöslichkeit der Metallsulfide genutzt, um möglichst geringe Schwermetall-Restkonzentrationen zu erzielen. Meist sind Sulfide wesentlich schwerer löslich als Hydroxide, beispielsweise: Bleisulfid, Cadmiumsulfid, Eisensulfid, Kupfersulfid, Nickelsulfid, Silbersulfid oder Zinksulfid. Als sulfidisches Fällungsmittel wird in der Regel Natriumsulfid oder Natriumhydrogensulfid verwendet.

Organische Sulfide

Viele Geruchsstoffe natürlicher Aromen sind organische Sulfide (z.B. in Kaffee). Zu organischen Sulfiden siehe: Thioether

Siehe auch

Literatur