FS ETR 500
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FS ETR 500

ETR 500 (Triebkopf E.404)
Anzahl: 57
Hersteller: TREVI
Baujahr(e): ab 1992
Achsformel: Bo'Bo'
Spurweite: 1.435 mm
Drehgestellachsstand: 3000 mm
Leermasse: 68 t
Höchstgeschwindigkeit: 300 km/h (mit Triebkopf E.404A), 250 km/h (mit Triebkopf E.404B)
Dauerleistung: 2 x 4400 KW
Anfahrzugkraft: 400 kN
Leistungskennziffer: 61,9 kW/t
Stromsystem: 1,5 kV, 3 kV, 25 kV 50 Hz (nur E.404A)

ETR (Elettro Treno Rapido) 500 ist eine Baureihe der italienischen Eurostar-Flotte, die die schnellsten Züge Italiens stellt.

Die Höchstgeschwindigkeit der ETR 500 beträgt 300 km/h. Die Züge werden (neben anderen) unter der Bezeichnung Eurostar Italia für die schnellsten Verbindungen der Trenitalia eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis


Es gibt folgende Modelle des ETR 500:

Prototypen

In den 1980er Jahren wurden Prototypenzüg mit den Namen „ETR X 500“ und „ETR Y 500“ gebaut. Heute sind die beiden Züge bereits seit etlichen Jahren auf Freigeländen abgestellt und damit dem Vandalismus preisgegeben. Sie wurden äußerlich durch Graffiti beschmiert und innen teilweise zerstört.

Serienzüge

Ein Serien-ETR 500 besteht derzeit aus 2 Triebköpfen und 10 Mittelwagen (inkl. 1 Restaurantwagen). Das Design wird dominiert durch ein schwarzes (Fenster-)Band, das zwischen den beiden ETR 500-Logos auf den Triebköpfen über die gesamte Zuglänge verläuft. Betont wird die elegant gestreckte Form des Zuges ebenso durch den grünen Fahrwerksbereich und das graue Dach, deren Lackierungen bis in die Zugspitzen reichen. Dieses Farbschema wird als „bianco-verde“ bezeichnet. Alle Züge der zweiten Serie werden nach einem 2006 eingeführten neuen Farbschema umlackiert. Das silber/grau/schwarze Design wird als „AV“-Lackierung bezeichnet und hebt die 300 km/h schnellen Fahrzeuge aus der Flotte besonders heraus. An den Fronten tragen alle Triebköpfe eine signalrote Kontrastfläche, die in Form und Größe unterschiedlich ausgeführt ist, weil sie ursprünglich im Farbschema nicht vorgesehen war und die Fronten anfänglich nur grau/weiß/grün (von oben nach unten) gestaltet waren. Eine Besonderheit sind Italiens Werbezüge. Im Gegensatz zu anderen Bahngesellschaften, die nur auf einzelnen Lokomotiven oder Zügen des Nahverkehrs Werbung zulassen, gibt es bei der FS auch mit Werbung versehene ETR 500.

Umbau der ersten Serie (ETR 500 Monotensione)

Die 60 Triebköpfe ETR 00 der ersten Serie (Baujahr ab 1992) werden in den Jahren 2006-2008 durch ihren Hersteller Bombardier grundlegend umgebaut, wonach sie auch normale Personenwagen ziehen und als InterCity mit 200 km/h eingesetzt werden konnten (Reihung: Triebkopf – IC-Wagen – Triebkopf). Im Gegensatz zu fast allen anderen Hochgeschwindigkeitszügen verfügt der ETR 500 der ersten Serie über Vollscherenstromabnehmer. Der deutsche ICE oder der französische TGV verwenden dagegen Einholmstromabnehmer.

Zweite Serie

ETR 500 Politensione

Die mit Wechselstrom betrieben Neubaustrecken (NBS) sowie das mit Gleichstrom betriebene herkömmliche Netz der FS werden von der zweiten Serie der ETR 500, einer zweisystemtauglichen Weiterentwicklung befahren. Die erste Serie ist nur für das Gleichstromnetz geeignet. Im Gegensatz zur ersten vertraute man bei der zweiten Serie, wie auch bei den Prototypzügen auf Einholmstromabnehmer, von denen jeder Triebkopf jeweils einen für Gleichstrom und einen zweiten für Wechselstrom besitzt. Äußerlich unterscheiden sich die beiden Bauserien durch starke Unterschiede des „Gesichts“. Die Front der zweiten Serie wurde aufgelockert und rundlicher gestaltet, besonders betont durch die getrennt angeordneten Spitzensignale.

ETR 500 AV

Eine Unterart der zweiten Serie ist der „ETR 500 AV“. Technisch entspricht er weitgehend den herkömmlichen ETR 500, führt allerdings einen modifizierten Business-Class-Wagen und verkehrt mit nunmehr 12 statt 11 Mittelwagen, um dem höheren Fahrgastaufkommen der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken Rom-Neapel und Turin-Mailand Rechnung zu tragen. Ebenso wurde das Farbschema vom ursprünglichen grün/weiß auf das neue AV-Schema geändert. Das Streckenkonzept "AV/AC" (= Alta Velocità/Alta Capacità) lässt keine Rückschlüsse auf das verwendete Stromsystem zu, da auch die weiterhin mit 3 kV DC gespeiste Direttissima zu den AV/AC-Strecken zählt. Allerdings erreicht der ETR 500 nur auf den mit 25 kV/50 Hz versorgten Strecken seine planmäßige Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h. Als erster europäischer Hochgeschwindigkeitszug setzt der ETR 500 auf ETCS (Level 2).

Der ETR 500 ist der derzeit schnellste Zug Italiens mit einer Geschwindigkeit von 352,026 km/h, die der Testzug ETR-Y 500-2 der RFI auf der Neubaustrecke Turin-Novara-Mailand am 25. Mai 2006 aufgestellt hat.