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Serpentinit

Serpentinit ist ein metamorphes Gestein, das zum Großteil aus den sogenannten Serpentinmineralen, unter anderem Chrysotil, Klinochrysotil, Orthochrysotil, Parachrysotil, Antigorit oder Lizardit sowie Magnetit oder Hämatit besteht.

Wenn weitere gesteinsbildende Minerale auftreten, werden die Gesteine z. B. als Granat-Serpentinit oder Bronzit-Serpentinit bezeichnet. Aufgrund ihrer auffälligen Textur wurden Serpentinite früher auch als Schlangensteine bezeichnet. Serpentinit entsteht durch Hydratisierung von Olivinen, Pyroxenen und Amphibolen bei der Serpentinisierung. Serpentinite enthalten, wenn sie Chrysotil in ihrem Mineralbestand führen, Asbest.

Natursteinsorten

Die im internationalen Handel vertretenen Natursteinsorten sind allein unter dem Eintrag "Serpentinit" nicht ausreichend angesprochen. Im petrographischen Sinne handelt es auch um Serpentinitbrekzien und Ophicalcite.

Gerade die unter nachfolgender Handelsbezeichnung "Verde Alpi" zusammengefaßten Natursteine weisen Merkmale beider Gesteinsgruppen auf. Im Aosta-Tal werden bei Châtillon die Sorten Verde Issoire (Steinbruch Cret Blanc) und Verde San Denis (Steinbruch Blavesse) abgebaut. Einige Kilometer südlich findet sich der Abbauort der Sorte Verde Issogne (Steinbruch Issogne Fleurant). Alle drei zeigen Eigenschaften, die dem Typus Ophicalcit aber auch einer Serpentinitbrekzie entsprechen.
Unweit von Châtillon, oberhalb der Ortschaft Verrayes existiert ein sehr großer Steinbruch am Bergmassiv Aver (Becca d'Aver), in dem unterirdisch und oberirdisch eine Serpentinitbrekzie in erheblichem Umfang gewonnen wird (Stand 2007). Diese führt die Handelsbezeichnung Verde Aver. Östlich von Verrayes gewinnt ein anderer Betrieb im Steinbruch Raffort eine Serpentinitbrekzie unter den Handelsnamen Verde Chiesa und Verde Antico. Weitere Serpentinit-Werksteine kommen aus dem benachbarten Val di Gressoney.
In Deutschland werden Serpentint-Werksteinsorten aus dem Aosta-Tal meistens unter dem allgemeinen Namen Verde Alpi gehandelt und nur selten feiner unterschieden. Manche Sortennamen sind geschützt, andere nicht.

Die Farben von Serpentinitgesteinen können unterschiedlich sein. Allgemein kennt man sie als kräftig grüne Materialien in verschiedenen Nuancen. Einige sind bordeauxrot bis rotbraun. Es gibt auch schwarze, schwarzgrüne und hellgrüne Varietäten. Besonders groß ist das Farbspiel beim Zöblitzer Serpentin (Zöblitz, im sächsischen Erzgebirge).
Die Namensgebung von Sorten im internationalen Natursteinhandel folgt nicht immer auf dem ersten Blick nachvollziehbaren Zusammenhängen. Die heute verfügbare Sorte Verde Guatemala stammt aus Indien und wird auch unter seinem regionalen Namen gehandelt (s. unten). Wahrscheinlich bezieht sich der Name auf ein früher genutztes Vorkommen in Guatemala mit ähnlicher Textur.

Handelssorten (Auswahl)

Gängige Werksteinbezeichnungen für Serpentinitgesteine sind: