Tour de France 2004
Heim

Tour de France 2004

91. Tour de France 2004 - Endstand
Streckenlänge 20 Etappen, 3391,1 km
Toursieger Lance Armstrong 83:36:02 h
(40,709 km/h)
Zweiter Andreas Klöden + 6:19 min
Dritter Ivan Basso + 6:40 min
Vierter Jan Ullrich + 8:50 min
Fünfter José Azevedo + 14:30 min
Sechster Francisco Mancebo + 18:01 min
Siebenter Georg Totschnig + 18:27 min
Achter Carlos Sastre + 19:51 min
Neunter Levi Leipheimer + 20:12 min
Zehnter Oscar Pereiro + 22:54 min
Grünes Trikot Robbie McEwen 272 P.
Zweiter Thor Hushovd 247 P.
Dritter Erik Zabel 245 P.
Bergtrikot Richard Virenque 226 P.
Zweiter Lance Armstrong 172 P.
Dritter Ivan Basso 119 P.
Weißes Trikot Vladimir Karpets 84:01:13 h
Zweiter Sandy Casar + 3:42 min
Dritter Thomas Voeckler + 6:01 min
Teamwertung T-Mobile Team 248:58:43 h
Zweiter US Postal Service + 2:42 min
Dritter Team CSC + 10:33 min

Die 91. Tour de France wurde vom 3. bis 25. Juli 2004 in 21 Teilstücken (1 Prolog und 20 Etappen) mit einer Gesamtlänge von 3391 km ausgetragen. Es nahmen 188 Rennfahrer an der Rundfahrt teil, von denen 147 klassifiziert wurden.

Inhaltsverzeichnis

Strecke

Die Strecke der Tour 2004 wurde am 23. Oktober 2003 der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie durchquerte das französische Hexagon gegen den Uhrzeigersinn. Nach dem Start im belgischen Lüttich und einer Reihe von Flachetappen in die Bretagne führte die Route über das Zentralmassiv in die Pyrenäen, wo zwei Bergankünfte stattfanden. In der letzten Tourwoche standen drei Alpen-Etappen auf dem Programm, darunter das auf einen ungewöhnlich späten Zeitpunkt gelegte erste Einzelzeitfahren über 15 km hinauf ins mythische L'Alpe d'Huez. Nach einem weiteren Zeitfahren in Besançon endete die Tour wie seit 1975 auf der Avenue des Champs-Élysées in Paris.

Sieger

Gesamtwertung

Lance Armstrong konnte zum sechsten Mal die Tour de France gewinnen und stellte somit einen historischen Rekord auf. Keinem Rennfahrer, auch nicht Jacques Anquetil, Bernard Hinault, Miguel Induráin und Eddy Merckx gelang es, die Tour ein sechstes Mal zu gewinnen. Armstrong konnte während der ganzen Tour seine Gegner kontrollieren - auch mit Hilfe seines guten Teams, das oftmals seinen Gegnern überhaupt nicht die Möglichkeit gab, wegzukommen. Armstrong erreichte außerdem 5 Etappensiege und den Sieg im Mannschaftszeitfahren, was es seit über 20 Jahren bei der Tour de France nicht gegeben hatte.

Hinter Armstrong wurde der Deutsche Andreas Klöden Zweiter. Er war damit erst der dritte Deutsche nach Kurt Stöpel (1932) und Jan Ullrich (1996, 1998, 2000, 2001, 2003), der einen Podestplatz erringen konnte. Mit über 6 Minuten Vorsprung jedoch distanzierte Armstrong - wie z.B. in den Jahren 2000 und 2001 zuvor Jan Ullrich - nun auch Andreas Klöden recht deutlich.

Dritter wurde der Italiener Ivan Basso, der vor allem auf den Pyrenäen-Etappen glänzte und sogar ein Teilstück gewinnen konnte. Durch seine gegenüber Klöden schlechteren Zeitfahrqualitäten wurde er von diesem kurz vor Ende der Tour aber noch von Platz 2 verdrängt.

Punktewertung

Der Australier Robbie McEwen gewann das Grüne Trikot des besten Sprinters. Wie so oft wurde diese Frage erst in Paris auf der Avenue des Champs-Élysées geklärt. Zweiter wurde der Norweger Thor Hushovd, der lange Zeit als einziger McEwen ernsthafte Konkurrenz bot.

Bergwertung

Das Bergtrikot konnte sich zum siebten Mal der Franzose Richard Virenque überstreifen. Keiner vor ihm konnte dieses Spezialtrikot so oft erringen. Virenque trotzte der Regeländerung der Tourorganisation, die beim letzten Berg (wenn die Kategorie mindestens 2 ist) doppelte Punktzahl auslobte. Somit konnten sich die Fahrer des Gesamtklassement viele Punkte sichern, was man auch bei den Plätzen zwei und darunter sieht. Virenque setzte sich bei vielen Bergetappen durch Solofluchten ab und konnte sich ohne ernsthafte Konkurrenz die Punkte sichern.

Gesamtwertung der Nachwuchsfahrer

Das Weiße Trikot des besten Jungprofis bis einschließlich 25 Jahren sicherte sich der Russe Vladimir Karpets vor Sandy Casar und Thomas Voeckler, der lange Zeit in diesem Trikot unterwegs war, den aber zum Schluss die Kräfte verließen. Die entscheidende Attacke auf das Weiße Trikot fuhr Karpets auf dem abschließenden Zeitfahren rund um Besançon, wo er Casar und Voeckler klar distanzieren konnte.

Mannschaftswertung

Die Mannschaftswertung konnte sich das T-Mobile Team vor dem US-Postal-Team und dem Team CSC sichern. Dies wurde vor allem durch die guten vorderen Platzierungen von Andreas Klöden und Jan Ullrich möglich.

Kämpferischster Fahrer

Der kämpferischste Fahrer der diesjährigen Tour wurde Richard Virenque, wegen seiner vielen Attacken auf den Bergetappen. Dies entschied die Jury der Tour de France. Der Deutsche Jens Voigt zeichnete sich durch die meisten allein - oder in einer kleinen Gruppe - gefahrenen Kilometer aus.

Die Etappen

Etappen Tag Start - Ziel km Etappensieger Gelbes Trikot
Prolog 3. Juli Lüttich (BEL) - Lüttich 6,1 (EZF) Fabian Cancellara Fabian Cancellara Details
1. Etappe 4. Juli Lüttich - Charleroi (BEL) 202,5 Jaan Kirsipuu Fabian Cancellara Details
2. Etappe 5. Juli Charleroi - Namur (BEL) 197 Robbie McEwen Thor Hushovd Details
3. Etappe 6. Juli Waterloo (BEL) - Wasquehal 210 Jean-Patrick Nazon Robbie McEwen Details
4. Etappe 7. Juli Cambrai - Arras 64,5 (MZF) US Postal Lance Armstrong Details
5. Etappe 8. Juli Amiens - Chartres 200,5 Stuart O'Grady Thomas Voeckler Details
6. Etappe 9. Juli Bonneval - Angers 196 Tom Boonen Thomas Voeckler Details
7. Etappe 10. Juli Châteaubriant - Saint-Brieuc 204,5 Filippo Pozzato Thomas Voeckler Details
8. Etappe 11. Juli Lamballe - Quimper 168 Thor Hushovd Thomas Voeckler Details
Ruhetag
9. Etappe 13. Juli Saint-Léonard-de-Noblat - Guéret 160,5 Robbie McEwen Thomas Voeckler Details
10. Etappe 14. Juli Limoges - Saint-Flour 237 Richard Virenque Thomas Voeckler Details
11. Etappe 15. Juli Saint-Flour - Figeac 164 David Moncoutié Thomas Voeckler Details
12. Etappe 16. Juli Castelsarrasin - La Mongie 197,5 Ivan Basso Thomas Voeckler Details
13. Etappe 17. Juli Lannemezan - Plateau de Beille 205,5 Lance Armstrong Thomas Voeckler Details
14. Etappe 18. Juli Carcassonne - Nîmes 192,5 Aitor González Jiménez Thomas Voeckler Details
Ruhetag
15. Etappe 20. Juli Valréas - Villard-de-Lans 180,5 Lance Armstrong Lance Armstrong Details
16. Etappe 21. Juli Le Bourg-d'Oisans - L'Alpe d'Huez 15,5 (BZF) Lance Armstrong Lance Armstrong Details
17. Etappe 22. Juli Le Bourg-d'Oisans - Le Grand-Bornand 204,5 Lance Armstrong Lance Armstrong Details
18. Etappe 23. Juli Annemasse - Lons-le-Saunier 166,5 Juan Miguel Mercado Lance Armstrong Details
19. Etappe 24. Juli Besançon - Besançon 55 (EZF) Lance Armstrong Lance Armstrong Details
20. Etappe 25. Juli Montereau - Paris 163 Tom Boonen Lance Armstrong Details

Teams/Teilnehmer

Bei der Tour de France 2004 waren 21 Mannschaften am Start. Unter den insgesamt 188 Fahrern befanden sich 15 Deutsche, 6 Schweizer, 5 Österreicher und 1 Luxemburger.

Siehe auch: Komplette Liste des Fahrerfelds

Trikots im Tourverlauf

Gelbes Trikot
Gesamtführung (Zeit)
Weißes Trikot mit roten Punkten
Bergwertung (Bergpunkte)
Grünes Trikot
Sprintwertung (Sprintpunkte)
Weißes Trikot
Nachwuchswertung (Zeit; bis 25 Jahre)

Die Tabelle zeigt den Führenden in der jeweiligen Wertung zu Beginn der jeweiligen Etappe an.

Etappe Gelbes Trikot
Grünes Trikot
Bergtrikot
Weißes Trikot
Teamwertung
01. Etappe Fabian Cancellara Fabian Cancellara nicht vergeben Fabian Cancellara US Postal
02. Etappe Thor Hushovd Christophe Mengin
03. Etappe Thor Hushovd
04. Etappe Robbie McEwen Robbie McEwen
05. Etappe Lance Armstrong Matthias Kessler
06. Etappe Thomas Voeckler Thomas Voeckler Team CSC
07. Etappe Stuart O'Grady
08. Etappe
09. Etappe Robbie McEwen
010. Etappe
11. Etappe Richard Virenque
12. Etappe
13. Etappe
14. Etappe
15. Etappe T-Mobile Team
16. Etappe Lance Armstrong Team CSC
17. Etappe T-Mobile Team
18. Etappe
19. Etappe
20. Etappe Wladimir Karpets
Sieger Lance Armstrong Robbie McEwen Richard Virenque Wladimir Karpets T-Mobile Team

Preisgelder

Bei der Tour de France 2004 wurden Preisgelder in Höhe von fast drei Millionen Euro an die Teilnehmer ausgeschüttet. Jedes Team erhielt einen fixen Betrag von 35.000 Euro als Aufwandsentschädigung, zudem 1600 Euro für jeden Fahrer, wenn mindestens sieben Fahrer das Ziel in Paris erreichten.

Des Weiteren wurden Prämien für bestimmte Leistungen vergeben, die im Allgemeinen der Mannschaftskasse gutgeschrieben und am Ende unter allen Fahrern der Mannschaft aufgeteilt werden. Die drei Mannschaften mit den meisten Prämien am Ende der Tour de France 2004 waren US Postal (578.842 Euro), Team T-Mobile (339.656 Euro) und CSC (183.880 Euro).

Übersicht über die Prämien bei der Tour de France 2004 (Angaben in Euro, nur die ersten drei Plätze)
Leistung Erster Platz Zweiter Platz Dritter Platz
Gesamtwertung Einzel 400.000 167.495 91.470
Normale Etappen,
Einzelzeitfahren
7.620 4.000 2.000
Prolog 3.810 1.525 760
Mannschaftszeitfahren 15.000 7.500 4.300
Grünes und Bergtrikot 22.867 15.245 7.622
Teamwertung 30.490 28.392 18.294
Nachwuchswertung 18.294 13.720 9.147

Weitere Prämien:

Zusätzliche Prämien im Sprint- und Bergklassement (in Euro)
Art Erster Platz Zweiter Platz Dritter Platz
Zwischensprint 800 450 300
Berg der Ehrenkategorie 800 450 300
... der 1. Kategorie 650 400 150
... der 2. Kategorie 500 250  
... der 3. Kategorie 300    
... der 4. Kategorie 200    
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