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Chevron Corporation

Chevron Corporation
Unternehmensform Corporation
Gründung 1879
Unternehmenssitz San Ramon, Kalifornien, USA
Unternehmensleitung

David O'Reilly, Vorstandsvorsitzender

Mitarbeiter 61.533 (2005)
Branche Öl & Gas
Produkte

Petrochemische Erzeugnisse

Website www.chevron.com

Chevron Corporation ist einer der weltgrößten Energiekonzerne. Das Hauptquartier liegt in San Ramon, Kalifornien, der Konzern ist jedoch in mehr als 180 Ländern dieser Welt aktiv. Die Chevron Corporation ist in den Feldern Öl- und Gas-Industrie tätig, beschäftigt sich aber auch mit der Erschließung und Gewinnung von Rohöl, mit Marketing und Transport, mit chemischer Fertigung und Verkauf, sowie mit Energiegewinnung.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

2001 fusionierte die frühere Chevron Corporation mit Texaco und gab sich den Namen ChevronTexaco. Am 9. Mai 2005 wurde der Anhang Texaco jedoch wieder abgelegt. Texaco sollte aber weiterhin als Markenname der Chevron Corporation dienen.

Seit dem 21. August 2007 muss sich Chevron in San Francisco für Menschenrechtsverletzungen verantworten. Es geht um die Zeit zwischen 1998 und 1999 in Nigeria. Im Mai 1998 wurde eine Demonstration von 121 Jugendlichen des Ijaw Volkes auf Antrag von Chevron durch die Armee gewaltsam aufgelöst. Bei den Protesten starben zwei Demonstranten, 11 wurden festgenommen und gefoltert. Chevron wird weiter für die Zerstörung der Dörfer Opia und Ikeyan im nigerianischen Bundesstaat Delta State im Januar 1999 verantwortlich gemacht.[1]

Condoleezza Rice, Sicherheitsberaterin und später Außenministerin der Vereinigten Staaten war Direktorin bei Chevron seit 1991. [2]

Kritik

Umweltschutzorganisationen werfen Chevron vor, durch die Erdölförderung in Ecuador Regenwaldgebiete verseucht und zerstört zu haben. Zudem weigert sich die Firma bis heute für die Folgen aufzukommen. Chevron erhielt dafür 2006 den "Public Eye Award". Angesichts dessen ist es erstaunlich, dass Jared Diamond in seinem Buch „Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen“, erschienen 2005, den Chevron-Konzern in den höchsten Tönen lobt, und zwar als Gegenbeispiel zu den zahlreichen Erzbergbau-, Kohlebergbau, Gas- und Ölkonzernen, deren skrupelloses „rationales“ Vorgehen er heftig kritisiert. Diamond kommt zu seiner Einschätzung, nachdem er als Berater des World Wildlife Fund zwischen 1998 und 2003 viermal jeweils einen Monat lang das Kutubu-Ölfeld in Papua-Neuguinea besucht hatte Die Ölförderung wird dort nach seinen Angaben so massiv unter Umweltschutzgesichtspunkten betrieben, dass selbst knapp vor dem Aussterben stehende Tierarten wieder heimisch geworden seien. Er schließt seinen Bericht darüber mit dem Satz: „Eigentlich ist das Kutubu-Ölfeld der bei weitem größte und am strengsten kontrollierte Nationalpark in Papua-Neuguinea.“ (S. 550) Um herauszufinden, wie es zu der umweltfreundlichen Haltung bei Chevron gekommen sei, habe er Gespräche mit Dutzenden von mittleren und leitenden Chevron-Managern geführt. Als Motive wurden z. B. aufgeführt, dass die Beseitigung von Umweltschäden in der Regel viel teurer sei als ihre Vermeidung. Ein Sicherheitsbeauftragter verwies auf die schwerwiegenden Unfälle des Tankers „Exxon Valdez“ (riesige Ölpest vor Alaska), der Ölplattform „Piper Alpha“ in der Nordsee (167 Tote) und der Chemiefabrik im indischen Bhopal (4000 Tote, 200000 Verletzte); die Bhopal-Katastrophe kostete Union Carbide letzten Endes die Existenz. Die Öffentlichkeit und die Regierungen würden immer empfindlicher in Umweltfragen, und es sei abzusehen, dass die Umweltschutzauflagen in Zukunft immer strenger werden; bei der Langfristigkeit von Ölförderinvestitionen sei es wirtschaftlich vernünftiger, sich von Anfang an darauf einzustellen. Das Ölfeld von Kutubu habe dem Konzern die Möglichkeit verschafft, der öffentlichen Kritik zu begegnen und zu zeigen, dass man auch ohne die Gängelung durch staatliche Vorschriften ausgezeichneten Umweltschutz betreiben könne. Dass Chevron „kürzlich“ (2003?, - S. 554) die Ausschreibung Norwegens zur Entwicklung eines Öl- und Gasfeldes in der Nordsee gewonnen habe, führe man auch auf seinen guten Ruf in Sachen Umweltschutz zurück. Das Selbstverständnis als umweltfreundliches Unternehmen werde auch konzernintern gepflegt. In den monatlichen E-Mails des Vorstandes an die Mitarbeiter weltweit sei häufig von Umwelt und Sicherheit die Rede; man gehe davon aus, dass die Mitarbeiter sich diese umwelt- und sicherheitsbewusste Haltung der Manager auch selbst zu Eigen machen. – Den Ecuador-Skandal erwähnt Diamond nicht.

Quellen

  1. Telepolis: "Chevron auf der Anklagebank" - 22.08.2007
  2. http://www.chevron.com/news/Press/Release/?id=2001-01-16&co=Chevron Condoleezza Rice war Direktorin bei Chevron seit 1991

Jared Diamond: Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen, Fischer Taschenbuch Nr. 16730, Frankfurt am Main 2005

 Commons: Chevron Corporation – Bilder, Videos und Audiodateien