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Schwabing-Freimann

Der Stadtbezirk 12 Schwabing-Freimann in München besteht aus den östlichen Gebieten der ehemaligen Stadt Schwabing, aus der ehemaligen Gemeinde Freimann und ihren Ortsteilen sowie aus Fröttmaning, das bis zur Eingemeindung zur damaligen Gemeinde Garching bei München gehörte. Der Stadtbezirk gehört seit der Neuordnung der Stadtbezirke 1992 zu denen, die sich durch große Unterschiede in Struktur und Stadtteilbild auszeichnet. Der um 1900 bebaute westliche Teil Schwabings bildet den Stadtbezirk 4 Schwabing-West.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Stadtbezirk 12 Schwabing-Freimann liegt im Norden links der Isar. Im Süden wird er vom Siegestor begrenzt, das etwa an der ehemaligen Grenze der Städte München und Schwabing steht, im Norden durch die heutige Stadtgrenze Münchens, und im Osten durch die Isar. Im Westen läuft die Grenze von Süden beginnend entlang der Isolden-, Simmern-, Viktoria- und Friedrichstraße; anschließend zwischen Am Hart und Freimann.

Bezirksteile

Schwabing

Hauptartikel: Schwabing

Schwabing wurde 782 erstmals urkundlich als Suuapinga erwähnt. Der Name kommt von "Swapo" und bedeutet "Siedlung eines Schwaben". Das Dorf wurde 1886 zur Stadt erhoben und 1890 nach München eingemeindet. Bereits 1909 wurden die damaligen Neubaugebiete im Westen des ehemaligen Schwabinger Stadtgebietes aus dem Stadtbezirk Schwabing herausgelöst und zum eigenen Stadtbezirk Schwabing-West. Um 1890 entstand am Feilitschplatz, der heutigen Münchner Freiheit, eine neues städtebauliches Zentrum mit der Evangelisch-Lutherischen Erlöserkirche als nördlichen Abschluss, das bald zum pulsierenden Mittelpunkt Schwabings entwickelte. Bis 1940 hatte der Teil Schwabings, der zum Stadtbezirk gehört, seine heutige Gestalt erhalten. Seit dem Jahr 2000 etwa entstehen neue Wohnquartiere wie die Parkstadt Schwabing (siehe unten), die auf Gewerbeflächen an der Grenze zu Freimann entstehen, im öffentlichen Bewusstsein bis zur Umwidmung der Flächen eher zum industriell geprägten Freimann gezählt wurden.

Historische Stadtteile der ehemaligen Stadt Schwabing im heutigen Stadtbezirk

Neue Stadtteile auf dem Gebiet der ehemaligen Stadt Schwabing im heutigen Stadtbezirk

Freimann

Hauptartikel: Freimann

Freimann wurde 948/957 zum ersten Mal als "ad Frienmannun" urkundlich erwähnt. Der Name bedeutet "Zu den freien Männern". Unter "Freie Männer", auch "Freimänner" oder "Barschalken" genannt, wurden Personen verstanden, die persönlich frei, mit dem Boden aber zinsbar waren. Der alte Ortskern befindet sich bei der alten Dorfkirche St. Nikolaus, Heinrich-Groh-Straße 11, die früher das Patrozinium der Heiligen Margarethe besaß. 1818 wurde Freimann mit den Ortsteilen Kulturheim und Lappen eigenständige Gemeinde. Nachdem nach 1920 die Deutsche Reichsbahn ihr Reichsbahn-Ausbesserungswerk Freimann errichtete, siedelten sich immer weitere Industriebetriebe in Freimann an. Ab 1927 wurde neben dem Reichsbahn-Ausbesserungswerk eine Großsiedlung errichtet. Nach der Eingemeindung folgten 1932 die Reichkleinsiedlung Freimann an der Kulturheimstraße zwischen der Freisinger Landstraße und dem Schleißheimer Kanal, an der Kulturheimstraße, die am 31. Juli 1933 eingeweiht wurde. Westlich des alten Ortskerns, in der Lilienthalstraße, befindet sich das vom US-Architekten Helmut Jahn entworfene Veranstaltungscenter Munich Order Center (M,O,C,) der Neuen Messe München. Freimann wurde am 1. Oktober 1931 in die Landeshauptstadt München eingemeindet.

Historische Stadtteile der ehemaligen Gemeinde Freimann

Neue Stadtteile auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Freimann

Neue gemeinsame Stadtteile auf dem Gebiet der ehemaligen Stadt Schwabing und der ehemaligen Gemeinde Freimann

Arrondierungen

Historische Ortsteile der damaligen Gemeinde Garching bei München

Neue Stadtteile auf der Gemarkung Fröttmaning der damaligen Gemeinde Garching bei München

Allgemeines

Sozialstruktur

Die Sozialstruktur im Stadtbezirk ist inhomogen: Nachdem Freimann trotz einzelner Umwidmungen über sehr große Gewerbeflächen verfügt und in Schwabing dazu die Bevölkerungsdichte deutlich höher ist, wird die Sozialstruktur des Stadtbezirkes als Ganzes von Schwabing dominiert. Das Bildungsniveau sowie der Akademikeranteil sind im Stadtvergleich hoch. Drei Viertel der Erwerbstätigen sind als Angestellte, Beamte und Selbstständige tätig. Während Schwabing eindeutig mittelschichtsorientiert ist, wird Freimann vor allem durch Arbeiter und Angestellte der unteren Tarifgruppen geprägt.

Fast 58 % der Haushalte im Stadtbezirk sind Ein-Personen-Haushalte, die sich mehrheitlich, auch wegen der Bevölkerungsdichte, in Schwabing befinden. In 15 % der Haushalte leben Kinder, die sich tendenziell eher in Freimann anzutreffen sind, da hier neben Einfamilienhäuser auch Großwohnanlagen vorhanden sind. Der Anteil der Familien mit Kinder ist insbesondere durch die Großwohnanlagen wie "Freimanner Heide" an der Heidemannstraße gestiegen. 27 % der Haushalte im Stadtbezirk sind kinderlose Mehr-Personen-Haushalte, die gleichmäßig auf Schwabing und Freimann verteilt sind. Die Schwerpunkte hinsichtlich der Altersverteilung im Stadtbezirk liegen bei den 20- bis 30-Jährigen sowie 50- bis 60-Jährigen, wobei hier keine besondere Unterschiede zwischen Schwabing und Freimann festzustellen sind. Der Ausländeranteil entspricht mit rund 24 % in etwa dem gesamtstädtischen Niveau.

Industrie und Gewerbe

Auch bei der Struktur der Industrie- und Gewerbegebiete ist das Bild inhomogen. Während in Freimann traditionell eher verarbeitendes Gewerbe anzutreffen ist, ist Schwabing in seiner Arbeitsplatzstruktur eindeutig vom Dienstleistungssektor geprägt. Nachdem ein kontinuierlicher Arbeitsplatzabbau im verarbeiteten Gewerbe festzustellen ist, entfallen inzwischen nur noch etwa ein Fünftel der Arbeitsplätze im Stadtbezirk auf das verarbeitende und auf das Baugewerbe. Die Gewerbegebiete finden sich vor allem im Freimann, und zwar im Euro-Industriepark und den Gewerbegebieten "Freimanner Hölzl" und "Fröttmaninger Heide". Inzwischen ist auch in Freimann ein Wandel der Arbeitsplatzstruktur hin zum Dienstleistungssektor feststellbar. Die Mehrheit der neu errichteten Verwaltungs- und Bürokomplexe haben die Zahl der Arbeitsplätze dort deutlich erhöht. Dennoch ist der Schwerpunkt des Dienstleistungssektor in Schwabing zu finden. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Banken, Versicherungsgesellschaften, Verwaltungen und Verlagen.

Verkehr

Im Individualverkehr besitzt der Stadtbezirk vor allem drei Verkehrsader, die beide Stadtteile Schwabing und Freimann in Süd-Nord-Richtung miteinander verbinden: zum einen die A9, die in Schwabing beginnt und an Freimann und Fröttmaning vorbei nach Nürnberg führt, zum anderen die Leopoldstraße und schließlich die Ungererstraße, die ab dem Mittleren Ring/Isarring zugleich die B11 aufnimmt. Deren axiale Verlängerung wird zuerst Situlistraße, schließlich Freisnger Landstraße genannt. Die Ost-West-Achsen übernehmen wiederum allein aufgrund der geographischen Gegebenheiten (Freimann liegt nördlich von Schwabing) eher Funktionen für die einzelnen Stadtteile: Für den im Stadtbezirk liegenden Teil Schwabings ist hier die Potsdamer Straße, in ihrer östlichen Verlängerung Dietlindenstraße genannt, zu nennen, die (Alt-Schwabing) sowie über die Stadtbezirk 4 Schwabing-West liegenden Rheinstaße, die die westliche Verlängerung der Potsdamer Straße darstellt, auch den westlichen Nachbarbezirk mit dem Mittleren Ring/Isarring verbindet. Für Freimann sind die Achsen Frankfurter Ring und die Domagkstraße, die die Leopoldstraße mit der Ungererstraße (B11) verbindet.


Ähnliches gilt im öffentlichen Nahverkehr. Wichtigste Süd-Nord-Achse ist die U-Bahn-Line 6, die nach dem U-Bahnhof "Alte Heide" oberirdisch bis Garching-Hochbrück geführt wird. In Schwabing exisitert mit dem U-Bahnknotenpunkt Münchner Freiheit, an dem die U3 von der U6 Richtung Olympiazentrum abzweigt, eine zentrale MVG-Bushaltestelle, an denen Buslinien aus Schwabing und zum Teil aus Freimann an das MVV-Schnellverkehrsnetz angeschlossen werden. Eine ähnliche zentrale Bushaltestelle exisistiert in Freimann nicht; hier werden die Buslinen an die einzlnen U-Bahnhöfe der U6 angeschlossen. In Zukunft wird durch Schwabing noch die Trambahn-Line 23 die Parkstadt Schwabing anfahren.

Öffentliche Einrichtungen

Im Stadtbezirk Schwabing-Freimann sind eine Vielzahl öffentlicher Einrichtungen angesiedelt, die nicht nur in Schwabing konzentriert sind. Während in Schwabing vor allem Ausbildungseinrichtungen sowie Institute der Ludwig-Maximilians-Universität anzutreffen sind, sind in Freimann und Fröttmaning vor allem Sportstätten, Erholungsgebiete und Medien angesiedelt. So sind die Allianz-Arena in Fröttmaning, Studios des Bayerischen Fernsehens in Kulturheim und das Munich Order Center (M,O,C,) der Messe München in Freimann zu nennen. In Freimann befinden sich auch Einrichtungen, die durch ihren Auftrag stark von dem verarbeiteten Gewerbe, das in Freimann besonders stark konzentriert war, profitierten, so die Autobahnmeisterei München-Nord oder die Technische Basis der U-Bahn München in Fröttmaning. Dennoch befinden sich in Freimann auch Forschungseinrichtungen wie das Max-Planck-Institut für Physik am Föhringer Ring nördlich der Studentenstadt Freimann oder Verwaltungseinrichtungen wie das Wehrberechtskommando IV in der "Fürst-Wrede-Kaserne" in Neuherberg. Weiterhin sind dort und in der Bayern-Kaserne Einheiten der Bundeswehr stationiert. In der Auensiedlung steht die vom Islamischen Zentrum München errichtete Freimann-Moschee, die 1973 feierlich eingeweiht wurde.

In Fröttmaning ist die Errichtung des Kunstparks Nord in der Nähe der Allianz-Arena geplant, die den Kunstpark Ost auf dem ehemaligen Pfanni-Gelände am Ostbahnhof ersetzen soll.

Statistik

(Stand jeweils am 31. Dezember, Einwohner mit Hauptwohnsitz)

Jahr Einw. davon Ausländer Fläche ha EW/ha Quelle mit weiteren Daten
2000 57.631 12.659 (22,0%) 2566,44 22

Statistisches Taschenbuch München 2001. pdf-Download

2001 59.392 13.537 (22,8%) 2566,44 23

Statistisches Taschenbuch München 2002. pdf-Download

2002 60.060 13.840 (23,0%) 2566,44 23

Statistisches Taschenbuch München 2003. pdf-Download

2003 60.215 14.241 (23,7%) 2566,51 23

Statistisches Taschenbuch München 2004. pdf-Download

2004 59.602 13.996 (23,5%) 2566,69 23

Statistisches Taschenbuch München 2005. pdf-Download

2005 59.766 14.068 (23,5%) 2566,61 23

Statistisches Taschenbuch München 2006. pdf-Download

Literatur

Quellen

  1. Planungen zur Trambahn 23
  2. Gut Großlappen
  3. Rathausumschau der Landeshauptstadt München vom 14.12.2006
  4. g.e.b.b. Verkauf Fürst-Wrede-Kaserne
  5. Münchener Nord-Rundschau vom 12.06.2007

Koordinaten: 48° 10' 50" N, 11° 36' 10" O