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Zulu (Volk)

Die Zulu (auch amaZulu) sind eine afrikanische Volksgruppe der Bantu mit heute ca. 11 Millionen Menschen. Sie leben hauptsächlich in der Provinz KwaZulu-Natal, Südafrika. Die Sprache der Zulu ist IsiZulu.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ursprung

Im späten 17. Jahrhundert wanderten bantustämmige Nguni-Völker, die ursprünglich aus dem Gebiet des heutigen Kongo stammen, nach Natal ein und verdrängten die indigenen San. Sie lebten dort zunächst in lockeren Stammesverbänden unter der eher nominellen Herrschaft eines Oberhäuptlings. Wachsende Bevölkerung, intensivierte Landwirtschaft und Konkurrenz im Handel mit den Europäern führten Anfang des 18. Jahrhunderts zu zunehmender Zentralisierung und Expansion der Stammesverbände. Besonders erfolgreich waren hierbei zwei Verbände: Die Ndwandwe nördlich des Umfolozi-Flusses und die Mthethwa südlich davon.

Die Zulu waren zunächst ein Unterstamm der Mthethwa. Ihren Namen (amaZulu = Söhne der Sonne) hatten sie ca. 100 Jahre zuvor von ihrem damaligen Häuptling Zulu ka Ntombhela erhalten. Um 1781 umfassten die Zulu ca. 1.500 Mitglieder.

Unter König Shaka

Zu einer enormen Expansion der Zulu kam es ab 1816 unter ihrem König Shaka. Nachdem 1817 die Ndwandwe die Mthethwa besiegt hatten (die Zulu nahmen an diesen Kämpfen nicht teil), entstand ein Machtvakuum, das die Zulu ausfüllten. Zugute kam ihnen dabei die neuartige Kriegstaktik Shakas, besiegte Stämme gleichberechtigt in seinen Stamm zu integrieren, was zu einem rapiden Wachstum der Zulu führte. Bereits 1819 konnten die Zulu so die Ndwandwe besiegen und expandierten weiter in südlicher Richtung, bis sie 1824 an die Grenze der Kapkolonie stießen.

Um 1824 umfasste Zululand ca. 250.000 Einwohner und ca.20.000 km². Seine Armee war von ursprünglich 3.000 auf 20.000 Krieger angewachsen.

Militärreformen unter Shaka

Shaka organisierte das Militärwesen der Zulu von Grund auf neu. Ab dem Alter von 14 Jahren mussten männliche Zulu in amakhanda genannten Wehrdörfern einen zwei bis dreijährigen Militärdienst ableisten. Danach folgte ein 8-monatiger Dienst in einem Jahrgangs-Regiment (amabutho), bevor sie wieder in ihre Unterstämme entlassen wurden. Die amabutho wurden im Kriegsfall mobilisiert.

Zudem durfte kein Zulukrieger ohne die Erlaubnis Shakas heiraten. Diese wurde normalerweise erst erteilt, wenn der Krieger bereits älter als 30 war. Dies diente dazu, die Krieger möglichst lang unter der Kontrolle ihrer Häuptlinge und somit unter der Kontrolle ihres Königs zu halten.

Weiterhin stellte er die bisherige Kampfesweise der Zulu - Kampf aus der Entfernung mit geschleuderten Speeren - auf Nahkampf mit einem Stichspeer um.

Außerdem etablierte er eine neue, Büffelhorn (i'mpondo zankhomo) genannte Taktik: Die Truppen wurden dazu in drei Gruppen geteilt:

Unter König Dingane

Nach Shakas Ermordung 1828 wurde sein Halbbruder Dingane König. Er lockerte zunächst die äußerst rigiden Heirats- und Militärbestimmungen. In der Regentschaft Dinganes kam es zunehmend zu Konflikten mit den Buren, die im Zuge des Großen Trecks Zululand erreichten. 1838 wurden der Voortrekker Pieter Retief und siebzig weitere unbewaffnete Buren, die zu Gesprächen in Dinganes Kraal gekommen waren, ermordet. Anschließend überfielen die Zulu einen Wagenzug der Voortrekker bei Bloukranz (Bloukranz-Massaker). In der "Schlacht am Blood River" schlug der Burenführer Andries Pretorius daraufhin die Zulu am 16. Dezember 1838, ihre Hauptstadt uMgungundlovu wurde vier Tage später zerstört. 1840 wurde Dingane von seinem Bruder Mpande unter Mithilfe der Buren gestürzt. Unter seiner Regentschaft verloren die Zulu kleinere Gebiete an die Burenstaaten ( ZAR und Oranje Freistaat). Obwohl der Zentralismus gelockert wurde, konnte sich Zululand als Machtfaktor behaupten.

Unter König Mpande

Nach dem Sieg über Dingane gründeten die Voortrekkers unter Pretorius 1839 südlich des Tukela und westlich der britischen Siedlung Port Natal (heute Durban) die kurzlebige Republik Natalia. Währenddessen unterhielten Mpande und Pretorius friedliche Beziehungen. 1842 kam es zum Krieg zwischen den Buren und den Briten, der mit einem britischen Sieg und der Annexion Natalias endete. Daraufhin wandte sich Mpande verstärkt den Briten zu.

1843 ordnete Mpande Strafaktionen gegen Dissidenten innerhalb der Zulu an. In der Folge kam es zur Flucht von tausenden abtrünnigen Zulu in die Nachbargebiete, u.a. auch ins britisch kontrollierte Natal. Viele dieser Flüchtlinge nahmen ihr Vieh mit. Um dieses Vieh zurückzubekommen unternahm Mpande Überfälle auf die benachbarten Gebiete. Dies gipfelte 1852 in der Invasion Swasilands, woraufhin Mpande von den Briten zum Rückzug gezwungen wurde.

In dieser Zeit brach der Kampf um die Nachfolge Mpandes zwischen seinen Söhnen Cetshwayo und Mbuyazi aus. Er endete mit einer Schlacht, in der Mbuyazi getötet wurde. Cetshwayo begann nun, nach und nach die Regierungsgewalt von seinem Vater zu übernehmen. Als Mpande 1872 mit 74 Jahren starb, wurde Cetshwayo offiziell König der Zulu.

Konflikt mit den Briten

Nach den britischen Annexionen des Natal 1843 und der ZAR 1877 stellte Zululand - nunmehr fast völlig von britisch beherrschtem Territorium umschlossen - für die Briten in zunehmendem Maße ein Hindernis bei der Konsolidierung ihrer südafrikanischen Besitzungen dar. 1879 drangen britische Truppen von Natal aus in Zululand ein. Nach anfänglichen Erfolgen (Niederlage der Briten in der Schlacht bei Isandhlwana am 22. Januar 1879) unterlagen die Zulu in der Schlacht bei Ulundi am 4. Juli 1879 den waffentechnisch weit überlegenen Briten.

siehe Hauptartikel Zulukrieg

Verlust der Unabhängigkeit

Zululand wurde nach dem Zulukrieg in 13 separate Königtümer aufgeteilt, deren Regenten einen englischen "Berater" an die Seite gestellt bekamen. Das Militarsystem des Zulustaates wurde abgeschafft. König Cetshwayo besuchte 1882 England und wurde von Königin Victoria mit Sympathie empfangen. Nach seiner Rückkehr kam es zu Konflikten zwischen der Königsfamilie und den neu eingesetzten Häuptlingen. Nach Cetshwayos Tod 1884 rief sein Sohn Dinizulu die Südafrikanische Republik unter Louis Botha gegen die Rebellen zu Hilfe. Als Dank erhielt diese nach dem Sieg 10.400 km² Land, mehr als ein Drittel des gesamten Zuluterritoriums. 1887 wurde das formal noch immer unabhängige Zululand britisches Protektorat und 1897 vom Natal annektiert. 1890 wurde Dinizulu wegen seiner Teilnahmen an einem Aufstand gegen die Briten im Jahr 1887 nach St. Helena verbannt, konnte aber 1896 in seine Heimat zurückkehren. Im April 1906 kam es unter Bambatha kaManczinza, Häuptling des Zondi Clans, zur letzten Erhebung von Teilen der Zulu gegen die Briten. Die 1500 Mann starken Rebellen erlitten im Juli 1906 bei in der Mhome-Schlucht eine vernichtende Niederlage gegen eingeborene Polizeieinheiten und britische Kolonialtruppen aus dem Natal. Bambatha und etwa 600 Mann fielen, ca. 5000 mit dem Aufstand sympathisierende Zulu wurden zu Haftstrafen oder Deportation verurteilt. Auch Dinizulu wurde der Beteiligung an dem Aufstand angeklagt. 1909 wurde er zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Nachdem Louis Botha 1910 Premierminister der Südafrikanischen Union geworden war, arrangierte er, dass sein alter Verbündeter im Exil auf einer Farm im Transvaal leben konnte. Dinzulu starb dort 1913.

Liste der Clanchefs und Könige der Zulu

Siehe auch

Verwandte Ethnien: Swazi, Xhosa, Matabele