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Bornich

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 8′ N, 7° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Loreley
Höhe: 300 m ü. NN
Fläche: 12,00 km²
Einwohner: 1089 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56348
Vorwahl: 06771
Kfz-Kennzeichen: EMS
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 016
Adresse der Verbandsverwaltung: Dolkstraße 3
56346 Sankt Goarshausen
Webpräsenz:
www.bornich.de
Ortsbürgermeister: Manfred Zimmermann

Bornich ist eine rheinland-pfälzische Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der Ort liegt auf einer Hochfläche oberhalb des Mittelrheins (rechtsrheinisch) an den Ausläufern der Taunushöhen ca. 3 km entfernt von der Loreley.


Geschichte

Bornich wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1138 erwähnt. Im 13. Jahrhundert zählte der Ort zur Grafschaft Katzenelnbogen und nach deren Aussterben im 15. Jahrhundert zur Landgrafschaft Hessen-Kassel. Mehrere Stadtbrände im 16. Jahrhundert verwüsteten die mittelalterliche Bausubstanz, von der nur Teile der Kirche erhalten blieben.

Nachdem das Gebiet der ehemaligen Grafschaft Katzenelnbogen im Dreißigjährigen Krieg Zankapfel zwischen Hessen-Kassel und der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt war und 1626 vorübergehend von dieser eingenommen wurde, wurde es im Westfälischen Frieden 1648 dem teilsouveränen Fürstentum Hessen-Rotenburg (ab 1658 Hessen-Rheinfels-Rotenburg) zugesprochen und damit - da dieses von Hessen-Kassel abhängig war - indirekt an letzteres restituiert. Gemäß historischer Zeichnungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert war das nur locker bebaute Gelände auf der Rheinhöhe in diesem Zeitraum weitläufig von einer Stadtmauer mit drei Stadttoren und Graben umgeben; diese Ummauerung ist nicht erhalten. Einige Scheunen aus dem 18. Jahrhundert bestehen noch.

Mit der Einnahme und Zerstörung der linksrheinisch gegenüber liegenden Burg Rheinfels von französischen Revolutionstruppen 1794 und Annexion an das Département de Rhin-et-Moselle wurde auch das rechtsrheinische Gebiet des Fürstentums Hessen-Rheinfels-Rotenburg, obwohl formal noch bestehend, napoleonisch kontrolliert. Ein Jahr nach dem Wiener Kongress kam Bornich zusammen mit der gesamten ehemaligen Grafschaft Katzenelnbogen durch einen Tauschvertrag 1816 an das 1806 neu entstandene Herzogtum Nassau; dieses wurde 1866 preußisch (Provinz Hessen-Nassau) und nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 Teil des Landes Rheinland-Pfalz.

Die Bebauung Bornichs verdichtete sich erst im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts zu einem geschlossenen Ortskern.


Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Pfarrkirche

Die heute evangelische Kirche des Orts stammt in Teilen (Turm und Abschnitte des Kirchenschiffs) aus dem 12. Jahrhundert. Die übrigen Teile des Ursprungsbaus sind im 16. Jahrhundert abgebrannt. Vor der Reformation war Bornich Mutterkirche von Burg Katz, Burg Reichenberg, St. Goarshausen und Patersberg. Der Kirchenneubau von 1573 wurde im 18. Jahrhundert an der Südseite erhöht sowie in den Jahren 1960-62 restauriert.

Trotz barocker Veränderung im 18. Jahrhundert mit Stuckdecke und hölzerner Empore ist im Inneren die Struktur der ursprünglich romanischen Pfeilerbasilika mit aus der Wand geschnittenen Arkaden noch gut nachvollziehbar. Der Chor ist im Kern gotisch.

Markante Ausstattungsstücke sind der Orgelprospekt (1708), die 1724 eingebaute Kanzel sowie ein Ölgemälde, Kreuzigung mit Maria und Johannes darstellend, der flämischen Schule in der Nachfolge Peter Paul Rubens zugeschrieben.

Rathaus

Das Rathaus befindet sich im ehemaligen Schulgebäude von 1726. Zwei Vorläuferbauten sind zerstört.

Naturdenkmäler

Die frei auf der Höhe außerhalb des Dorfes stehende Adolfseiche wurde 1864 zu Ehren Adolfs I., des Herzogs von Nassau und späteren Großherzogs von Luxemburg, gepflanzt. Von dieser Höhe reicht eine weite Aussicht ins Rheintal und die umgebenden Rheinhöhen.

Vereinsleben

Literatur

Dehio, Georg: Handbuch der Kunstdenkmäler Rheinland-Pfalz und Saarland, 2. Aufl. Berlin 1984.