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Tenebrae (Gebet)

Tenebrae (von lat. Dunkelheit, wörtlich Schatten) ist eine alte Form der Karmette. Der Name stammt vom Anfang des achten Responsoriums Tenebrae factae sunt, dum crucifixissent Jesum Judaei (Finsternis entstand, als die Juden Jesus kreuzigten).

Es handelt sich um eine christliche, (vorwiegend katholische) liturgische Feier, welche Teil des Stundengebets der Mönche war und in den drei Nächten der Karwoche vor der Osternacht als Mette (Matutin, Nachtgebet) gefeiert wurde. Die Feier fand in der Dunkelheit statt, um die Todesangst Jesu am Ölberg nachzuempfinden und das Geschehen des Karfreitags zu reflektieren. Die Feier wird durch verschiedene Riten gekennzeichnet, von denen manche noch in den heutigen Karmetten verwendet werden, wie z.B. das stufenweise Auslöschen von Kerzen. Frühere Riten wie das Stampfen des Zeremonienmeisters am Ende der Feier sind heute dagegen nicht mehr üblich. Das Stampfen symbolisierte das Herannahen der Häscher des Hohen Rats.

Vertonungen

Die Tenebrae sind vielfach vertont worden. Am bekanntesten sind dabei die Werke von Tomás Luis de Victoria.

Siehe auch

Eine gute Beschreibung der heute üblichen liturgischen Feier findet sich unter Karmette.