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Luftwaffe (Wehrmacht)

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Die Luftstreitkräfte der deutschen Wehrmacht hießen Luftwaffe.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Epoche zwischen den beiden Weltkriegen (1918-1939)

Obwohl es nach Demobilisierung der kaiserliche Fliegertruppe Deutschland durch den Friedensvertrag von Versailles verboten war, eine Luftstreitmacht zu unterhalten, wurden schon zur Zeit der Weimarer Republik unter Geheimhaltung deutsche Militärpiloten ausgebildet. Zuerst wurden die Flugschüler in leichten Schulflugzeugen bei den zivilen Ausbildungsstätten in Deutschland geschult. Um den Piloten die Gelegenheit zu geben, Flugerfahrung in Kampfflugzeugen zu sammeln, suchte Deutschlands Reichswehr die Hilfe der UdSSR (siehe auch: Vertrag von Rapallo). Ein geheimer Ausbildungsfliegerhorst wurde 1924 in der Nähe der russischen Stadt Lipezk eingerichtet und bis 1933 betrieben. Insgesamt benutzte diese Schule, die offiziell als 4. Fliegerabteilung des 40. Geschwaders der Roten Armee bezeichnet wurde, eine Anzahl niederländischer, russischer und auch deutscher Flugzeuge. Dort wurden jährlich etwa 240 deutsche Flieger ausgebildet und auch neue, in Deutschland entwickelte, Flugzeugkonstruktionen erprobt.

Der Deutsche Luftsportverband (DLV) war in Wirklichkeit nichts anderes als ein vormilitärischer Luftverband, der erst später als Luftwaffe – mit Hermann Göring als ihrem Oberbefehlshaber – präsentiert wurde. Die Mitglieder des DLV trugen bereits die Uniform der späteren Luftwaffe und benutzten deren künftige Abzeichen als „Gliederabzeichen“. Man gab den DLV-„Gliedern“ Sondernamen, um vorzutäuschen, dass der Verband eher ein Zivilflugverein als eine mit der Reichswehr verbundene Organisation sei.

Obwohl die neue Luftwaffe unabhängig vom Reichsheer befehligt wurde, blieb sie doch in dessen Tradition. Auch die Bezeichnungen der Dienstgrade für Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften wurden von der Armee übernommen. Abweichende Bezeichnungen, wie bei der Marine, gab es nicht. Dies gilt noch für die heutige deutsche Luftwaffe und für viele andere Luftstreitkräfte der Welt, die USAF eingeschlossen.

Hermann Göring soll persönlich für die Luftwaffe ein Emblem (Hoheitszeichen) gewählt haben, das sich von dem der anderen Teilstreitkräfte unterschied. Der Adler, das Symbol des Deutschen Reiches, blieb erhalten, jedoch in einer anderen Positur. Seit 1933, als Hitlers Nationalsozialistische Partei an die Macht kam, hielt der Adler in seinen Fängen das Symbol der Partei - das Hakenkreuz, das gewöhnlich von einem Eichenlaubkranz umgeben war. Göring lehnte für die deutsche Luftwaffe den alten heraldischen Adler ab, der sehr stilisiert, sehr statisch und sehr massiv aussah, und wählte einen jüngeren, natürlicheren und leichten Adler mit in Flugposition gespreizten Schwingen, der mehr einer Luftstreitkraft entsprach. Während der Wehrmachtsadler mit beiden Fängen das Symbol der Partei festhielt, hielt der Luftwaffenadler das Hakenkreuz nur mit einem Fang, während der andere eine Faust ballte.

Der Spanische Bürgerkrieg (1936-1939) wurde benutzt, um Besatzungen, Flugzeuge, Waffen und Taktiken unter Einsatzbedingungen zu erproben. Zur Unterstützung des von Francisco Franco geführten Militäraufstands gegen die gewählte Regierung schickte Hitler die Legion Condor, deren Oberbefehlshaber der damalige Generalmajor Hugo Sperrle war, nach Spanien. Die eingesetzten modernen Typen schlossen einige Flugzeugmuster ein, deren Namen bald weltberühmt werden sollten, so die Messerschmitt Bf 109 und die Junkers Ju 87, genannt „Stuka“ („Sturzkampfflugzeug“).

Auch sollte die Weltöffentlichkeit nicht bemerken, dass die nationalsozialistische Regierung Francos Putsch unterstützte. Deshalb trugen die Maschinen der Legion Condor keine deutschen Balken- oder Hakenkreuze, stattdessen trugen sie Spezialerkennungszeichen: das schwarze „X“ (Andreaskreuz) auf weißem Grund auf dem Seitenruder und eine schwarze runde Scheibe mit „X“ auf Flächen und Rumpf. Das Zeichen auf dem Ruder ist an allen spanischen militärischen Flugzeugen noch heute zu sehen, obwohl die runde Scheibe nicht mehr auf dem Rumpf ist; stattdessen gibt es dort eine Kokarde ähnlich der bei der RAF, deren Farben rot, gelb und rot sind. Alle Einheiten der Legion Condor wurden mit 88 nummeriert: Jagdgruppe 88 (J/88) für die Jagdflugzeuge und Kampfgruppe 88 (K/88) für die Kampfflugzeuge.

Ein Vorgeschmack der während des nächsten Weltkrieges durchgeführten Luftangriffe auf zivile Ziele wurde am 26. April 1937 gegeben, als eine Gruppe aus deutschen und italienischen Flugzeugen die baskische Stadt Guernica im Nordosten Spaniens fast vollständig zerstörte. Der Luftangriff erzeugte weltweites Entsetzen und wurde von vielen Nationen verurteilt. Die tatsächlichen Geschehnisse und Opferzahlen sind bis heute umstritten. Pablo Picasso verewigte dieses Verbrechen an der Menschlichkeit in dem Gemälde Guernica.

Der italienische Stratege General Giulio Douhet formulierte seine Theorien zu „strategischen Luftbombenangriffen“. Die grundsätzliche Idee hinter den Theorien war, dass ein Krieg durch ständige mächtige Luftbombenangriffe gegen die industriellen Zentren des Gegners gewonnen werden könne. Die Moral der Zivilbevölkerung werde folglich soweit sinken, dass die Regierungen der angegriffenen (und leidenden) Nationen gezwungen sein werden, um Frieden zu bitten.

Diese Tendenzen und solche Veröffentlichungen erzeugten besonders in Europa eine tiefe Angst vor einem bevorstehenden, sehr grausamen Krieg mit Auswirkungen wie in Guernica und riefen bald Proteste hervor. So stellte sich der Brite George Kennedy Allen Bell, Bischof von Chichester, 1939 öffentlich gegen solche Maßnahmen. Der Luftangriff auf Guernica gilt in der ganzen Welt noch heute als eine Vorbedeutung - und nicht nur des kommenden Krieges, der nur einige Monate nach dem Ende des Spanischen Bürgerkrieges in Europa ausbrach.

Der Aufbau der Luftwaffe

Am 30. Januar 1933 wurde Göring zum Reichskommissar für die Luftfahrt ernannt, am 10. Mai 1933 das „Reichsluftfahrtministerium“ gegründet. Am 1. Mai 1933 wurden etwa 550 Fliegeroffiziere aus Heer und Marine übernommen und bildeten den Kern für eine dritte Teilstreitkraft. Das erste Rüstungsprogramm von 1933 orientierte sich an einer Denkschrift der Lufthansa und sah eine Luftflotte von ca. 600 Flugzeugen vor, dessen Schwerpunkt auf Bomberstaffeln lag. Sie war darin als Waffe gegen die europäischen Nachbarn des Reiches konzipiert, insbesondere gegen Frankreich und Polen. Frühere Rüstungsplanungen der Reichswehr hatten die Luftstreitkräfte vorwiegend als Unterstützungswaffen für Heer und Marine verstanden, basierend auf den operativen Möglichkeiten von Jagdflugzeugen. Nun sollte mit den Bombern eine selbständig operierende Führung des Luftkrieges möglich werden. Politisch wie militärisch sollten die in der Luftflotte vereinigten Bombenträger Abschreckungsfunktionen übernehmen und die Gefahr eines Präventivschlag gegen das aufrüstende Deutschland vermindern. Ende 1934 verfügten die aufgestellten Verbände für den Fronteinsatz über 270 Bomber Ju 52 und Do 11 , 99 Jagdeinsitzer, Doppeldecker vom Typ AR64 und AR 65 sowie 303 Aufklärungsflugzeuge. Die bedeutendsten Flugzeugwerke waren Junkers in Dessau, Heinkel in Warnemünde, Dornier in Friedrichshafen und die Bayerischen Flugzeugwerke in Augsburg. Um die Fertigungskapazitäten zu vergrößern, baute Heinkel ein weiteres Werk bei Rostock. Die industriellen Grundlagen für den Aufbau der Luftwaffe wurden erheblich verstärkt, indem eine entsprechende Zulieferindustrie aufgebaut wurde. Das nächste Programm sah bereits eine Steigerung der Monatsproduktion an Flugzeugen um ein Vielfaches vor. Bis zum 30. September 1935 sollten insgesamt 4.021 Flugzeuge an die Luftwaffe geliefert werden. Das neue Programm von 1934 trug der Erkenntnis Rechnung, dass für die Luftverteidigung der deutschen Industriezentren Jagdverbände und Flakartillerie erforderlich waren. Jagdflugzeuge für den Kampf gegen eine feindliche Luftwaffe wurden seitdem bei der Beschaffung stark berücksichtigt.

Nach der Volksabstimmung an der Saar im Januar 1935, aber noch vor der endgültigen Rückgliederung des Saargebietes und vor der Einführung der Allgemeinen Wehrpflicht im März 1935 ordnete Reichsverteidigungsminister Blomberg am 26. Februar 1935 die schrittweise Enttarnung der Luftwaffe an, die bis dahin wegen des Verbotes des Versailler Vertrags unter Geheimhaltung aufgebaut worden war.

Bereits 1934 wurde erkannt, dass das gefertigte Fluggerät veraltet war und durch neue Typen ersetzt werden musste. Im Herbst 1936 war die Entwicklung neuer Flugzeugmotoren durch die Firmen Junkers, Daimler-Benz und BMW soweit abgeschlossen, dass sie in Serie produziert werden konnten.

1939, zu Beginn des Zweiten Weltkrieges, war die Luftwaffe eine der stärksten Luftstreitkräfte der Welt. Die Bomberflotte umfasste einschließlich der Stukas 1.542 Flugzeuge, dazu kamen 771 Jagdflugzeuge und 613 Aufklärungsflugzeuge. Gegenüber den ersten Rüstungsprogrammen, die einen Schwerpunkt bei den Bombern vorgesehen hatten, war damit die Luftverteidigungskomponente ganz erheblich verstärkt worden. Dazu kamen rund 2.600 schwere Flakgeschütze (8,8 cm) sowie rund 6.700 mittlere und leichte Flakgeschütze (3,7 und 2 cm), die feindliche Luftangriffe abwehren sollten. Damit waren die Voraussetzungen für die Luftkriegsführung im Falle eines europäischen Mehrfrontenkrieges geschaffen.

Vor allem taktische Bomber mit nur kurzer oder mittlerer Reichweite und mittlerer Bombenzuladung waren entwickelt und gebaut worden. Viermotorige Bomber wie die amerikanischen Boeing B-17 oder den britischen Avro Lancaster gab es in Deutschland anfangs nicht. Die viermotorige Focke-Wulf Fw 200 kam dem nahe, wurde allerdings weitestgehend nur als Fernaufklärer im Atlantik eingesetzt.

Eine besondere Stärke waren einerseits im Spanischen Bürgerkrieg erprobte Flugzeugtypen wie der Ju-87 und der Bf-109, andererseits neue taktische Konzepte, wie zum Beispiel die Einführung des Vier-Finger-Schwarms durch Werner Mölders.

Anfang des Zweiten Weltkrieges

Durch ihre stark taktische Ausrichtung als Bodenunterstützungswaffe, fortschrittliche Taktik in der Luft und, zu Beginn des Krieges, überlegenen Flugzeugtypen, konnte die Luftwaffe einen großen Beitrag zu Deutschlands frühen Erfolgen im Zweiten Weltkrieg leisten. So hat die Wehrmacht zwischen dem 1. September 1939 und Mitte Juni 1940 Polen, Norwegen, Dänemark, Luxemburg, Belgien, Niederlande und schließlich Frankreich erobert.

Eine erste Niederlage musste die Luftwaffe unter ihrem Oberbefehlshaber Hermann Göring in der Luftschlacht um England gegen das Fighter Command der Royal Air Force hinnehmen. Die Jagdflugzeuge des Typs Messerschmitt Bf 109E besaßen eine zu geringe Reichweite, um die Bomberverbände ausreichend schützen zu können. Der für den Langstreckeneinsatz entwickelte Jäger Messerschmitt Bf 110 erwies sich den wendigen britischen Jagdflugzeugen als unterlegen. So konnte die Luftwaffe über England nie dieselben Bedingungen der Luftherrschaft erreichen wie über Polen oder Frankreich. Ohne ausreichenden Jagdschutz gingen viele Bombenflugzeuge verloren, etwas, das sich später bei den Einflügen der USAAF 1943 ins Reichsgebiet auf der alliierten Seite wiederholen sollte. Insbesondere die Stuka-Verbände erlitten hohe Verluste und mussten aus der Luftschlacht zurückgezogen werden. Hier zeigte sich auch sehr deutlich, dass ohne schwere Langstreckenbomber die gegnerische Rüstungsindustrie nicht nachhaltig gestört oder vernichtet werden konnte. Da viele deutsche Flugzeugbesatzungen über England oder dem Kanal abspringen oder notlanden mussten, gingen viele wertvolle Flugzeugführer verloren. Während der Luftschlacht um England zeigten sich auch zum ersten Mal die Unzulänglichkeiten der Rüstung im Bereich der Jagdflugzeugproduktion und des Umfanges der Pilotenausbildung. Zu Beginn des Krieges gab es nur eine einzige Schule für Jagdflieger.

Kriegseintritt der USA

Am 8. Dezember 1941 erfolgte der Eintritt der USA in den Krieg.

Die Schlacht im Atlantik

Die ersten geplanten Aktionen der Luftwaffe gegen die britische Flotte fanden bereits 26 Tage nach Kriegsausbruch statt. Die Besatzung eines Do 18-Flugbootes sichtete vier britische Schlachtschiffe, einen Flugzeugträger, einen Kreuzer und einen Zerstörer. Sofort wurde die erste Gruppe des KG 26 sowie ein Teil des KG 30 mit dem Angriff beauftragt. Diese erste „Schlacht“ entpuppte sich aber als totaler Fehlschlag. Gerade einmal eine einzige Bombe traf den britischen Schlachtkreuzer „Hood“, explodierte aber nicht, da der Zündmechanismus versagte.

Die Qualität dieses „Auftakt-Einsatzes“ spiegelte den Verlauf der ganzen Atlantikschlacht wider. Die meisten Angriffe im Verlauf der Jahre 1939 und 1940 erzielten nur mittelmäßige Erfolge und spielten keine kriegsentscheidende Rolle. Ein viel wichtigerer Punkt war die Nah- und Fernaufklärung, mit deren Hilfe die Marine mit wichtigen Informationen über Geleitzüge usw. versorgt wurde. Erst ab 1941 wurde die Zusammenarbeit zwischen Marine und Luftwaffe vertieft. Beispielsweise konnten am 9. Februar 1941 mindestens fünf britische Schiffe mit insgesamt über 60.000 BRT versenkt werden. Die Flugzeuge des KG 40 wurden von deutschen U-Booten zum Ziel geleitet und brauchten so keinen Treibstoff auf der Suche nach den Schiffen zu verschwenden.

In den beiden Kriegsjahren 1941/42 verlagerte sich das Zielgebiet der Luftwaffe von den Gewässern um Südengland ins Nordmeer, wo zahlreiche Konvois, welche die UdSSR versorgten, angegriffen wurden. Im Juni 1942 fand die bekannte Nordmeerschlacht um die Geleitzüge PQ 13, PQ 15, PQ 16 und PQ 17 statt. Insgesamt versanken dabei 4100 Fahrzeuge, 580 Panzer und 270 Flugzeuge mit ihren Frachtschiffen, bevor sie die Sowjetunion erreichten. Wieder waren es deutsche U-Boote, die Zielinformationen für die Flugzeuge lieferten und auch beim Angriff eng mit der Luftwaffe zusammenarbeiteten. Dieser Kampf war mehr oder weniger die erfolgreichste Aktion der Luftwaffe gegen Nordmeer-Geleitzüge.

In den darauf folgenden Jahren schützten die Alliierten ihre Geleitzüge mit immer mehr Zerstörern, so dass die stärkere Flugabwehr jeden Anflug deutscher Bomber verhinderte. Treibstoffknappheit und der Mangel an moderneren Flugzeugen führte zu einer Einstellung der Operationen im Nordmeer, die Marine mit ihren U-Booten war in den letzten Kriegsjahren auf sich allein gestellt.

Die viermotorige Focke-Wulf Fw 200 bewährte sich als See-Aufklärungsflugzeug im Atlantik, wo sie in Zusammenarbeit mit U-Boot-Einheiten durch die Versenkung von Frachtschiffen die Versorgung von Großbritannien mit Lebensmitteln, Waffen und anderen Gütern unterbrechen sollte.

Die Verteidigung des Reiches gegen die Bombenoffensive der Alliierten

Die United States Army Air Forces (USAAF), deren Oberbefehlshaber General Henry H. Arnold war, stellte ein gewaltiges Bomberkommando auf, dessen Zweck das Bombardieren von strategischen (industriellen) Zielen tief im Reichsgebiet war.

Zu ihrem Schutz wurden sie von Langstreckenjägern eskortiert - zunächst vor allem bis an die Reichsgrenze von der Republic P-47, über dem Reichsgebiet von der Lockheed P-38, bis ab Anfang 1944 schließlich der auch luftkampfmäßig überlegene Langstreckenjäger North American P-51 eingeführt wurde. Die P-38 erwies sich auf dem europäischen Kriegsschauplatz als ähnlich ungeeignet zum Begleitjäger wie zuvor die deutsche Bf 110 über England. Die P-47 wurde noch bis zum Ende des Krieges als Jagdbomber und als Erdkampfunterstützungsflugzeug eingesetzt.

Die nächtlichen Bombardierungen hingegen wurden von Bombern der britischen Royal Air Force durchgeführt und von im Kriegsverlauf steigenden Zahlen von radarbestückten Langstrecken-Nachtjägern der Typen Bristol Beaufighter und de Havilland Mosquito geschützt.

Das Bomber Command der Royal Air Force erlitt in der Nacht vom 30. auf den 31. Oktober 1944 eine schwere Niederlage, als es den Nachtjagd-Piloten und den Flak-Einheiten gelang, 95 RAF-Lancaster-Bomber, deren Aufgabe die Bombardierung von Nürnberg war, abzuschießen.

Der erfolgreichste Jagdflieger des Zweiten Weltkrieges

Die erfahrensten und erfolgreichsten deutschen Jagdpiloten wurden im Luftwaffen-Jargon „Experten“ genannt. Der erfolgreichste Jagdflieger aller Zeiten war Erich „Bubi“ Hartmann mit 352 Luftsiegen, gefolgt von Gerhard Barkhorn mit 301 Luftsiegen (beide Russlandfront). Es ist jedoch zu sagen, dass es eigentlich nicht den „besten Jagdflieger“ gab, dies ist daher zu erklären, dass es an jeder Front andere Bedingungen gab (Einsatzanzahl und Anzahl von feindlichen Flugzeugen), so war der „beste Jagdflieger gegen westallierte Flugzeuge“ Hans-Joachim Marseille mit 158 Abschüssen, außerdem können auch nicht Tag- und Nachtjäger miteinander verglichen werden. Der „beste Nachtjäger“ war Heinz Schnaufer mit 121 Abschüssen. Insgesamt kämpften in der Luftwaffe mehr als Hundert Jagdflieger mit über 100 Luftsiegen und über 5000 Jagdflieger mit fünf und mehr Abschüssen.

Jagdfieger mit besonderen Leistungen:

Dem gegenüber hatten die Alliierten nichts vergleichbares aufzuweisen, da bei ihnen (außer bei den Sowjets) die Piloten zyklisch ausgetauscht wurden, so dass die Maximalzahl der Feindflüge nicht zu hoch wurde und die erfolgreichsten Piloten langfristig als Ausbilder erhalten blieben. Der hohen Abschusszahl steht eine zunehmende Abnutzung der Piloten der Jagdwaffe durch ununterbrochenen Einsatz an allen Fronten gegenüber. Der erfolgreichste Jagdflieger der Alliierten war Iwan Nikitowitsch Koschedub mit 62 Luftsiegen.

Schutz der Ölproduktion

Es gab auch einige Jagdeinheiten in Rumänien, die für den Schutz der strategisch wichtigen Erdölraffinerien der Stadt Ploieşti verantwortlich waren. Zum Beispiel wurde 1942 die erste Gruppe eines späteren Jagdgeschwaders (die I./JG 4 mit vier Staffeln) in Rumänien zum Schutz von Ploesti aufgestellt. Sie entstand aus der früheren „Ölschutzstaffel Ploesti“. Von Ploesti aus wurde das deutsche Reich mit Erdölprodukten beliefert, welche es zur Aufrechterhaltung des Krieges benötigte.

Die Fallschirmjäger

Ein einzigartiges Merkmal der Deutschen Luftwaffe war – im Gegensatz zu anderen unabhängigen Luftstreitkräften – der Besitz einer organischen Elitetruppe von Fallschirmjägern. Sie kam in den Jahren 1940/41 zum Einsatz, insbesondere bei der Einnahme der belgischen Festung Eben-Emael (Mai 1940) und der Insel Kreta (Unternehmen Merkur, Mai 1941). Jedoch fielen bei dem Einsatz in Kreta mehr als 3.700 von 15.000 eingesetzten Fallschirmjägern. Angesichts dieser Verluste untersagte Hitler den Fallschirmjägereinheiten, zukünftig Großeinsätze dieser Art durchzuführen. Stattdessen nahmen die Fallschirmjäger an kleineren Spezialeinsätzen teil, wie beispielsweise der erfolgreichen Befreiung des gestürzten und gefangen gehaltenen italienischen Diktators Benito Mussolini (Unternehmen Eiche) im September 1943. Darüber hinaus wurden die Fallschirmjägerverbände vor allem im Erdkampf als Eliteinfanterie eingesetzt. Vor allem wurde die Verteidigung des Klosters von Monte Cassino durch deutsche Fallschirmjäger bekannt.

Die Nachtjagd

Obwohl das Konzept der Nachtkampffliegerei schon im Ersten Weltkrieg in Grundzügen aufgestellt worden war, wurde die Taktik der „Nachtjagd“ erneut entwickelt, als die Bomber der Royal Air Force in großer Zahl von 1940 an bei Nacht industrielle und auch rein zivile Ziele in Deutschland angriffen. Erst noch mehr experimentelle Einheiten, ausgerüstet mit normalen Bf 109- und Bf 110-Flugzeugen, entwickelte sich im Verlauf des Krieges zu einer gut geführten Waffe. Im Laufe des Krieges wurde eine Kette von Freya-Radarstationen, die sogenannte „Kammhuber-Linie“ (nach Oberst Josef Kammhuber, später Generaloberst), von Norwegen bis zur Schweizer Grenze aufgestellt. Von einem zentralen Leitstand aus wurden dann nahegelegene Nachtjagdverbände alarmiert und an den Gegner herangeführt. Diese Geschwader waren meist mit der Messerschmitt Bf 110 und der Junkers Ju 88 – später mit dem in der Nase eingebauten „Lichtenstein“-Radarsystem – ausgerüstet.

Eine wirksame Waffe der Nachtjäger war die sogenannte „schräge Musik“. So bezeichneten die Kampfflieger eine Schnellfeuerkanone, die schräg nach oben schoss. Damit ausgerüstete Nachtjäger unterflogen die feindlichen Verbände und manövrierten im toten Winkel der Bordschützen. Ausgelöst wurde die Waffe entweder manuell oder auch durch optische Sensoren.

Die Heinkel He 219 „Uhu“ war einer der technisch besten und erfolgreichsten Nachtjäger der Luftwaffe. Allerdings verhinderte die militärische Führung die rechtzeitige und vor allem ausreichende Produktion und Auslieferung dieses Flugzeugtyps. Die gebauten Stückzahlen dieses Typs waren daher nicht ausreichend, um die Bomberströme aufzuhalten.

Um die immer wirkungsvoller werdende deutsche Nachtjagd zu stören, begannen die alliierten Bomber, zur Störung der deutschen Radargeräte, passend geschnittende Metallstreifen, sogenannte Düppel (das sind Aluminiumstreifen, engl. chaffs, Codename window) aus den Flugzeugen zu werfen. Bis gegen diese Störmaßnahmen eine technische Lösung gefunden werden konnte, wurde das Verfahren der „Wilden Sau“ eingeführt. Dabei wurde der Luftraum mittels Flakscheinwerfern erleuchtet, um den deutschen Jagdflugzeugen ähnliche Sichtbedingungen wie am Tage zu gewähren. Später gelang es den Nachtjägern, durch Einführung anderer Radargeräten in den Flugzeugen, wieder konventionell die anfliegenden Bomber zu finden.

Der militärisch erfolgreichste Nachtjäger war Heinz-Wolfgang Schnaufer, der über 120 feindliche Bomber abschoss. Ihm gelang es als einzelnem Piloten, einen britischen Luftangriff auf seine Heimatstadt Stuttgart zu verhindern. Schnaufer schoss den sogenannten Zeremonienmeister aus dem feindlichen Verband heraus, der für die Zielmarkierung zuständig war. Ohne diesen mussten die übrigen Bomber ihre Last im sogenannten Notwurf wahllos in unbewohntes Gelände fallen lassen. Schnaufer überlebte den Krieg und kam 1950 in Frankreich bei einem Autounfall ums Leben. Ein weiterer militärisch erfolgreicher Nachtjäger war Helmut Lent, der 110 alliierte Flugzeuge abschoss, bis er im Oktober 1944 bei einem Landeunfall starb.

Die ersten einsatzfähigen Düsenflugzeuge

Messerschmitt Me 262 B-1a/U1 Nachtjäger, bei Kriegsende von den Briten erbeutet und 1946 in den USA getestet

Die deutsche Luftwaffe war die erste Luftwaffe der Welt, die komplett einsatzfähige Düsenjägerverbände aufstellte und auch zum Einsatz brachte. Die zweistrahlige Messerschmitt Me 262, die in Konzept und Bewaffnung (Maschinenkanonen und Raketen R4m) ihrer Zeit weit voraus war, diente hier als Standardjäger. Allerdings verhinderte die direkte Intervention Adolf Hitlers den schnellen und vor allem umfangreichen Einsatz als Jagdflugzeug. Hitler sah in dem Flugzeugtyp in erster Linie einen Blitzbomber. Erst spät erlaubte Hitler die Erprobung der Me 262 als Jagdflugzeug. Als erstes wurde die Me 262 zur Erprobung im Kommando Nowotny als Jagdflugzeug eingesetzt. Später erfolgte die Aufstellung anderer Me 262-Verbände wie der JV 44 (auch Staffel der Experten genannt) unter Adolf Galland, dem von Hitler abgesetzten General der Jagdflieger. Die Strahltriebwerke der Achsenmächte waren einsatzfähig, aber aus verschiedenen Gründen, besonders durch Werkstoffprobleme, nicht zuverlässig.

Weitere eingesetzte Strahlflugzeuge waren die Arado Ar 234 als zweistrahliger Bomber und Aufklärungsflugzeug, die von einer einzelnen BMW-Turbine angetriebene, als Volksjäger bezeichnete Heinkel He 162 und die raketengetriebene Messerschmitt Me 163.

Beim Kriegsende im Mai 1945 war eine große Anzahl von anderen fortschrittlichen Flugzeugtypen entweder im Versuchsstadium oder auch in der Herstellung, z. B. der Nurflügler Horten Ho 229 (Horten Ho IX), die im Flugzeugwerk der Gothaer Waggonfabrik hergestellt werden sollte.

Neuartige Waffen

Für die Luftwaffe wurde auch eine neuartige Waffe entwickelt – die Fieseler Fi 103 (V1): der erste Marschflugkörper der Welt. Das Aggregat A4 (V2), die erste Langstrecken-Rakete, war hingegen unter Wernher von Braun beim Heer entwickelt worden, und die Produktion des A4 war wegen der Verwendung von auch für den Flugzeugbau wichtiger Rohstoffe nur auf Kosten der Flugzeugproduktion möglich.

Weiterhin wurde von der Luftwaffe der erste ferngelenkte Flugkörper (Fritz X) eingesetzt.

Die Niederlage

Die Niederlage der Luftwaffe war das Ergebnis eines Abnutzungskrieges. Ein wesentlicher Faktor für die Abnutzung war der Rohstoffmangel (besonders der Mangel an für den Bau von Flugzeugen wichtigen Aluminiums), ab Ende 1944 auch der von den alliierten Luftangriffen herbeigeführte Treibstoffmangel. Auch an ausgebildeten Piloten fehlte es.

Am 1. März 1944 wurde vom Rüstungsministerium und dem Reichsluftfahrtministerium ein Krisenstab, der sogenannte „Jägerstab“ eingerichtet, der mit umfangreichen Vollmachten eine Produktionssteigerung im Flugzeugbau erreichen sollte. Die SS begann mit großen Bunker- und Stollenbauvorhaben, um die Flugzeugindustrie zum Schutz vor alliierten Luftangriffen unter die Erde zu verlegen. Himmler plante, die Zahl der in der Luftrüstung schon eingesetzten KZ-Häftlinge von 36.000 auf 190.000 zu erhöhen, insbesondere ungarische Juden sollten herangezogen werden. Für die Wachmannschaften der Lager stellte die Luftwaffe ab Mai 1944 als erster Wehrmachtsteil Soldaten ab.[1]

Der letzte Versuch der Luftwaffe, lokal die Luftüberlegenheit zu erringen, fand am 1. Januar 1945 als Unternehmen Bodenplatte statt und sollte den durch die alliierte Luftherrschaft bedrohten Erfolg der Ardennenoffensive sichern. Unternehmen Bodenplatte und die Ardennenoffensive scheiterten.

Organisation der Luftwaffe

Die Luftwaffe des Dritten Reiches hatte nur zwei Oberbefehlshaber: Der erste war Göring, der kurz vor Kriegsende von Hitler entlassen wurde, sein Nachfolger war Generalfeldmarschall Ritter von Greim.

Die Einheiten der deutschen Luftwaffe waren in Geschwader, Gruppen und Staffeln organisiert: Ein Geschwader bestand in der Regel aus einem kleinen Stab mit 4 - 6 Maschinen und 2 - 4 Gruppen mit 30 - 40 Flugzeugen. Die Gruppe war in der Regel in 3 - 4 Staffeln von üblicherweise 12 Flugzeugen unterteilt. Kleinere taktische Verbände waren die Kette mit 3 (vor allem bei Bombern), der Schwarm mit 4 und die Rotte mit 2 Flugzeugen (vor allem bei den Jagdfliegern).

Gewöhnlich hatte ein Geschwader-Kommodore die Verantwortung für ein Geschwader, ein (Gruppen-)Kommandeur für eine Gruppe, und ein (Staffel-)Kapitän für eine Staffel. Es handelt sich dabei nicht um Dienstgrade sondern um Dienststellungen der Luftwaffe. Der Geschwaderkommodore war gewöhnlich ein Oberstleutnant (oder in Ausnahmefällen ein Oberst). Eine Staffel wurde in der Regel von einem Leutnant befehligt. Im taktischen Verband der Rotte hatte der erfahrenere Pilot als Rottenführer das Sagen. Sein Rottenflieger – im Sprachgebrauch der Flieger auch Kaczmarek genannt – konnte durchaus Ranghöher sein. Er hatte den Rottenführer bei dessen Vorhaben zu unterstützen, beispielsweise bei einem Angriff Deckung zu geben.

Die Bezeichnungen der Verbände setzten sich aus der Abkürzung für die Einsatzart sowie aus arabischen Ziffern für das Geschwader und die Staffel und aus lateinischen Ziffern für die Gruppe zusammen. Zum Beispiel wurde das Jagdgeschwader 1 mit JG 1 bezeichnet, Gruppe I von JG 1 mit I/JG 1 und Staffel 1 von JG 1 mit 1./JG 1. Ähnlich waren die anderen Geschwader organisiert; hier ihre üblichen Maschinentypen:

Geschwadertypen

Es gab auch spezialisierte Verbände wie z. B. Kampfgruppen (KGr) oder die Küstenfliegergruppen (KüFlGr): die Küstenfliegergruppen hatten die Verantwortung sowohl für die Küstenpatrouillen als auch für Seenoteinsätze.

„Der Adler“

Die Luftwaffe verfügte über eine eigene Propaganda-Illustrierte mit dem Titel Der Adler.

Nachkriegszeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war die deutsche Luftfahrt sehr eingeschränkt, die militärische Luftfahrt ganz verboten. Erst 1956 wurden in beiden deutschen Staaten wieder Luftstreitkräfte aufgestellt:

Einzelnachweise

  1. Bertrand Perz: Wehrmachtsangehörige als KZ-Bewacher in: Walter Manoschek (Hrsg.): Die Wehrmacht im Rassenkrieg. Der Vernichtungskrieg hinter der Front, Wien 1996, ISBN 3-85452-295-9, S. 168ff.

Literatur

Siehe auch