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Qarun-See

Qarun-See
Geographische Lage: Ägypten
Zuflüsse: Bahr Yusuf
Daten
Koordinaten 29° 28′ 0″ N, 30° 37′ 0″ OKoordinaten: 29° 28′ 0″ N, 30° 37′ 0″ O
DEC
Höhe über Meeresspiegel -45 m
Fläche 40 km x 5,7 kmdep1
Maximale Tiefe 4,2 mdep1

Der Qarun-See (arabisch بحيرة قارون‎ bahirat qarun, auch Birket al-Qarun und Birket el-Kerun genannt) ist ein 230 km² großer See im nordöstlichen Ägypten. Er gilt als Überrest des künstlich angelegten Sees Moeris.

Der abflusslose See, der 40 km lang, 5,7 km breit und bis 4,2 m tief ist, befindet sich westlich des Nils im Nordwesten des Fayyum-Beckens, in das der vom Nil abzweigende Bahr Yusuf („Josefs-Kanal“) führt und den See speist. Im Rahmen dieses Beckens befindet sich der See in einer Depression, wobei seine Ufer etwa 45 m unter dem Meeresspiegel liegen.

Der See versalzt durch die ständige Mineralzufuhr, hohe Verdunstung und die dadurch bedingte Verringerung seiner Ausdehnung.

Moeris

Moeris (Möris, Mörissee) war bei den Griechen der Antike der Name eines großen, durch Dämme begrenzten künstlich angelegten Sees in Unterägypten, der als Reservoir für das überschüssige Überschwemmungswasser des Nil gedient haben soll. Heute identifiziert man den Qarun-See mit dem Moeris.

Die Sage schreibt die Entstehung des Sees dem sagenhaften König Moeris zu, womit wohl Amenemhet III., ein Herrscher der 12. Dynastie im späten 19. Jahrhundert v. Chr., gemeint ist, der sich wesentlich um die innere Verwaltung des Landes gekümmert hat. Der ägyptische Name Moeris bedeutet „großer See“. Amenemhet ließ Dämme errichten, um das dem sumpfigen Fayyum abgerungene Kulturland vor den Überschwemmungen des Nil zu schützen.

Die Lage des Sees war lange Zeit unklar. Während man früher bereits den Qarun-See (Birket el-Kerun) am Westrand des Fayyum für den Moeris-See gehalten hatte, verwies ihn Linant de Bellefonds (Mémoire sur le lac Moeris, 1842) in die südöstliche Ecke. Dagegen hat F. Cope Whitehouse, gestützt auf den von Herodot gegebenen Umfang des Sees von 3.600 Stadien – den Linant auf 360 beschränken zu müssen glaubte – dem Moeris-See einen größeren Umfang gegeben und eine Ausdehnung nach Südwesten angenommen. Flinders Petrie hat dann wieder die alte und wohl richtige Ansicht aufgenommen, dass der See im westlichen Delta gelegen habe und der Qarun-See ein letzter Rest sei.

Moeris ist eine literarische Figur in der Bukolik: