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Amilcare Ponchielli

Amilcare Ponchielli (* 31. August oder 1. September 1834 in Paderno Fasolaro bei Cremona; † 16. oder 17. Januar 1886 in Mailand) war ein italienischer Komponist und Musikpädagoge.

Bereits im Alter von neun Jahren wurde er zum Studium am Mailänder Konservatorium zugelassen, welches er 1854 erfolgreich verließ. Anschließend wurde er zunächst Organist an St. Hilarius in Cremona und wirkte als Maestro sostituto (zweiter Kapellmeister) am Teatro della Concordia. Die Eingliederung in Cremonas Musikleben gelang problemlos, auch dank der Wertschätzung und Freundschaft, die er zu Maestro Ruggero Manna, dem Dom- und Opernkapellmeister, hegte.

Um seine durch zwei erfolglose Opern («Beltrando di Bormio» in Turin und «La Savoiarda» in Cremona erheblich verschlechterte finanzielle Lage zu verbessern, bewarb er sich in Piacenza. 1861 wurde er Dirigent eines Blasorchesters Banda della Guardia Nazionale in Piacenza und blieb es bis 1874. Zu seinen Aufgaben gehörte unter anderem, monatlich zwei eigene Kompositionen für das Blasorchester zu schreiben. Insofern schrieb er mehr als 150 Werke für dieses Blasorchester. Trotz der entwürdigenden Umstände seiner Arbeit verschloss er sich seinem künstlerischen Auftrag nie, sondern erfüllte ihn mit Würde und Ernsthaftigkeit.

Später war er auch Domkapellmeister in Bergamo. Am 26. Juni 1874 heiratete er Teresa Brambilla, die Hauptdarstellerin und Sängerin der Lucia in der Aufführung der Oper Promessi Sposi im Teatro Del Verme in Mailand und lässt sich dort endgültig nieder.

1880 erhielt er eine Berufung als Professor für Komposition an das Konservatorium in Mailand. Als Lehrer genoss Ponchielli großes Ansehen und war äußerst beliebt. Zu seinen Schülern zählen Komponisten wie Giacomo Puccini und Pietro Mascagni. Mascagni beschreibt Ponchielli in seinen Memoiren als uneigennützigen und überaus liebenswürdigen Förderer und Berater.

In Mailand wurden auch die meisten seiner insgesamt 10 Opern aufgeführt. Am 17. September 1856 wurde seine erste Oper «I Promessi sposi» noch in Cremona aufgeführt. Alfredo Colombani, bekannter Musikkritiker der Gazzetta Musicale die Milano, schreibt über die Uraufführung: Der Erfolg zeichnete sich bereits von der Sinfonie an ab, da diese schon solchen Applaus hervorrief, dass der Maestro gleich einige Male auf die Bühne gerufen wurde. Seine Oper «La Gioconda» konnte einen wirklich großen und nachhaltigen Erfolg verzeichnen, die allegorische Balletteinlage aus dem 3. Akt, der «Tanz der Stunden», gar Wunschkonzert-Popularität erlangen. Das Libretto von Ponchiellis Oper «La Gioconda» basiert auf dem 1835 in Paris uraufgeführten Drama «Angelo, tyran de Padoue» des französischen Romantikers Victor Hugo, dessen Bühnenwerke Anregung für eine große Zahl von Opernkompositionen auch anderer Komponisten gaben.

Inhaltsverzeichnis

Werke

Werke für Orchester

Werke für Blasorchester

Bühnenwerke

Kammermusik

Personendaten
Ponchielli, Amilcare
italienischer Komponist und Dirigent
31. August 1834
Paderno Fasolaro/Italien
16. Januar 1886
Mailand/Italien