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Knotenameisen

Knotenameisen

Zwei Blattschneiderameisen

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Familie: Ameisen (Formicidae)
Unterfamilie: Knotenameisen
Wissenschaftlicher Name
Myrmicinae
Lepeletier, 1835

Die Knotenameisen (Myrmicinae) sind eine Unterfamilie innerhalb der Ameisen (Formicidae). Neben den Knotenameisen zählen in Mitteleuropa noch die Schuppenameisen (Formicinae), die Urameisen (Ponerinae) und die Drüsenameisen (Dolichoderinae) zu den verbreiteten Ameisengruppen.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Ausschlaggebend für den deutschsprachigen Namen dieser Unterfamilie ist die spezielle Ausformung des Stielchens. Bei den Knotenameisen besteht dieses Stielchen im Gegensatz zu den anderen Ameisengruppen aus zwei knotenförmigen Segmenten (Petiolus und Postpetiolus) und ist auch deutlich von der nachfolgenden Gaster abgetrennt.[1] Das Stielchenglied als bewegliche Verbindung zwischen Brustabschnitt und Hinterleib ist charakteristisch für alle Ameisen. Es ermöglicht ihnen eine größere Bewegungsfreiheit des Hinterleibs, einerseits nach unten, was das Verspritzen von Wehrsekreten nach vorne ermöglicht, andererseits nach oben, was besonders bei der Abgabe von Duftstoffen bevorzugt wird. Wie bei den Urameisen verfügen alle weiblichen Kasten über einen Giftstachel, was auf die relativ nahe Verwandtschaft der Ameisen zu den Echten Wespen verweist. Larven entwickeln sich stets zu Nacktpuppen. [2]

Drüsen

Die Metathorakaldrüse, eine bei allen Ameisenarten vorhandene Drüse, die vor allem fungizide und bakterizide Sekrete produziert, enthält bei den Blattschneiderameisen verschiedene, das Wachstum unerwünschter Pilze hemmende Säuren (z. B. Phenylessigsäure und Hydroxy-Hexansäure). Daneben werden in dieser Drüse vor allem das Wachstum des gewünschten Pilzes fördernde Substanzen gebildet.

Verschiedene Drüsen bilden Sekrete nur in sehr geringen Mengen. Diese können als Pheromone der Kommunikation dienlich sein. Einen Extremfall bildet dabei die Knotenameise Solenopsis richteri, deren Pheromon schon in kleinsten Verdünnungen der Wegmarkierung dient. Nur bei der Gattung Crematogaster gibt es an den Beinen eine Tibialdrüse, die ebenfalls Pheromone produziert.

Larvalentwicklung

Bei den Knotenameisen ist es möglich, dass Larven im Mutternest überwintern; bei bestimmten Arten sogar gleich zwei Jahre, was normalerweise bei den Ameisen nicht möglich ist, da die Entwicklung der Entwicklungsstadien zu schnell vonstatten geht und diese daher im Winter schlüpfen und erfrieren oder verhungern würden, da alle Brutpflegerinnen, wie auch alle anderen Ameisen, in der Winterstarre sind. Die Knotenameisen füttern ihre, kurz vor dem Winterschlaf geschlüpften, Larven mit einer Substanz, die die Entwicklung der Larven stark verzögern und verlangsamen kann. Im Frühjahr werden diese Larven normal weitergefüttert. Durch diese lange Entwicklungszeit entstehen jedoch Königinnen. Was der Grund dafür ist, weiß man nicht. Es werden auch nur so viele Larven weitergefüttert, wie der Staat Königinnen braucht, da es meistens zu viele überwinterte Larven gibt. Ab einer bestimmten Zeit werden nämlich alle Larven mit dieser entwicklungsverzögernden Nahrung gefüttert.

Verbreitung

Die bekanntesten Vertreter in Mitteleuropa sind die Große Knotenameise (Manica rubida), die Rote Gartenameise (Myrmica rubra) und die Trockenrasen-Knotenameise (Myrmica scabrinodis). Viele Gattungen der Knotenameisen kommen nur in den tropischen und subtropischen Gebieten vor, darunter die Blattschneiderameisen (Gattungen Atta und Acromyrmex), die zudem auf die beiden amerikanischen Kontinente beschränkt sind. Die Blattschneiderameisen ernähren sich nicht von den Blättern, von denen sie Stücke abschneiden, sondern zerkauen diese bloß und verwenden sie als Substrat für eine spezielle Pilzkultur, die ihrer Ernährung dient.

Aus den Tropen und Subtropen nach Mitteleuropa eingeschleppt wurde die Pharaoameise (Monomorium pharaonis). Diese ist zwar sehr temperaturempfindlich und stirbt bei 0 °C, sie hat sich aber an das Leben in beheizten Gebäuden angepasst. Die Besiedelung kann durch Zweignestbildung erfolgen.

Systematik

Die Knotenameisen sind weltweit mit über 6.000 Arten vertreten[3] und stellen damit etwa die Hälfte aller bekannten Ameisenarten. Sie werden in folgende Tribus und Gattungen untergliedert (Auswahl):[4]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Bernhard Seifert: Die Ameisen Mittel- und Nordeuropas. lutra Verlags- und Vertriebsgesellschaft, Görlitz/Tauer 2007, ISBN 978-3-936412-03-1
  2. Heiko Bellmann: Bienen, Wespen, Ameisen. Hautflügler Mitteleuropas. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1995, ISBN 3-440-09690-4
  3. Hymenoptera Name Server (Hrsg.): Myrmicinae Taxon Count. (Stand: 16.06.2008).
  4. Tree Of Life web project (Hrsg.): Myrmicinae. (Stand: 30.05.2008).

Literatur