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Freudenberg (Baden)

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 49° 45′ N, 9° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Main-Tauber-Kreis
Höhe: 133 m ü. NN
Fläche: 34,78 km²
Einwohner: 3982 (31. Dez. 2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97896
Vorwahlen: 09375 / 09377
Kfz-Kennzeichen: TBB
Gemeindeschlüssel: 08 1 28 039
Adresse der Stadtverwaltung: Hauptstraße 152
97896 Freudenberg
Webpräsenz:
www.freudenberg-main.de
Bürgermeister: Heinz Hofmann

Freudenberg ist eine badische Stadt am Main, zwischen Frankfurt am Main und Würzburg im Nordosten von Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Stadtgliederung

Zu Freudenberg gehören die ehemals selbstständigen Gemeinden Boxtal, Ebenheid, Rauenberg und Wessental. Zur ehemaligen Gemeinde Boxtal gehören das Dorf Boxtal, das Gehöft Tremhof und der Wohnplatz Sägmühlen. Zur ehemaligen Gemeinde Ebenheid gehört das Dorf Ebenheid. Zur Stadt Freudenberg in den Grenzen vom 31. Dezember 1971 gehören die Stadt Freudenberg sowie die in in Freudenberg aufgegangene Ortschafte Laukenhof und die abgegangenen Ortschaften Lullenseit, Räuberschlößchen und Teufelsburg. Zur ehemaligen Gemeinde Rauenberg gehören das Dorf Rauenberg und Gehöft und das Haus Dürrhof mit Forst- und Waldhaus sowie die in Rauenberg aufgegangene Ortschaft Schafhof (auch Winden) und die abegangene Ortschaft Glappenhausen. Zur ehemaligen Gemeinde Wessental gehören das Dorf Wessental und die Häuser Antonius (Antons)-mühle und Blankenmühle.[2]

Geschichte

1159 wird Freudenberg als Lüllenseit erstmals urkundlich erwähnt. Zwischen 1160 und 1200 erbaut das Fürstbistum Würzburg, zu dem der Ort gehört, die Burg Frouwedenberch, deren Name sich auf die Siedlung überträgt. Im Jahre 1287 wird Freudenberg erstmals in einer Urkunde als Stadt (castrum et civitas = Burg und Stadt) bezeichnet. Am 9. September 1295 bestätigt der der Würzburger Fürstbischof den Grafen von Wertheim die Belehnung mit Burg und Stadt. Kaiser Ludwig der Bayer verleiht 1333 das Gelnhäuser Stadtrecht an Wertheim. Damit ist das Recht verbunden, einen Wochenmarkt abzuhalten und die niedere Gerichtsbarkeit selbst durchzuführen. 1362 wird der Stadt durch Kaiser Karl IV. auch das Zollrecht verliehen. Vierzehn Jahre später erhält die Stadt vom Kaiser auch die Hochgerichtsbarkeit. Kirchlich gehört Freudenberg zu jener Zeit zum Bistum Mainz, weltlich jedoch zum Hochstift Würzburg. Die Stadt wird 1423 zum Sitz des Amtes Freudenberg, das neben der Stadt selbst auch Ebenheid, Boxtal und zwei Höfe umfasst. Nach dem Tod des letzten Wertheimer Grafen 1556 fällt das Lehen an das Fürstbistum Würzburg zurück. Nachdem zunächst die Grafen von Stollberg beliehen werden, gehen Stadt und Burg 1581 an die Herrschaft Löwenstein-Wertheim. Um die Wende zum 17. Jahrhundert trifft die Hexenverfolgung auch Freudenberg: 150 Bewohner der Stadt werden bis 1632 als Hexen und Hexer verbrannt. 1612 fällt die Stadt erneut an das Fürstbistum Würzburg zurück.

Im Rahmen der Mediatisierung kommt Freudenberg 1803 an das Fürstentum Löwenstein-Wertheim-Freudenberg. Aber bereits 1806 wird die Stadt mit der Rheinbundakte badisch. Zunächst noch dem standesherrlichen Amt Löwenstein-Wertheim-Freudenberg zugehörig, kommt die Stadt mit dessen Auflösung 1813 zum Amt Wertheim, mit dem es 1938 im Landkreis Tauberbischofsheim aufgeht. Die Kreisreform 1973 führt schließlich zur Zugehörigkeit zum neuen Tauberkreis, der seit 1974 Main-Tauber-Kreis heißt. 1935 verliert Freudenberg das Stadtrecht, das dem Ort erst 1956 wieder verliehen wird.

Religionen

Die in Freudenberg 1525 eingeführte Reformation kann sich bis 1612 halten, als die Stadt an das Fürstbistum Würzburg zurückfällt. Im Dreißigjährigen Krieg wird die Stadt von 1631 bis 1633 noch einmal für zwei Jahre evangelisch. 1654 fällt die Stadt auch kirchlich vom Bistum Mainz an das Bistum Würzburg, zu dem es weltlich schon viele Jahrhunderte gehörte. Nach kurzer Zugehörigkeit (seit 1821) zum Bistum Speyer gehören die römisch-katholischen Christen der Stadt seit 1827 zum Erzbistum Freiburg.

Eingemeindungen

Wappen der Ortsteile

Ortsteile

Boxtal

Boxtal wird erstmals 1181 als Bockeshol urkundlich erwähnt. 1396 wird die Hälfte von Boxtal von den Herren von Riedern an die Grafen von Wertheim verkauft. Seit 1423 gehört das Dorf zum Amt Freudenberg. 1612 fällt es mit dem gesamten Amt an das Fürstbistum Würzburg und teilt fortan das politische und kirchliche Schicksal Freudenbergs. 1925 wird die Gemarkung Tremhof eingemeindet.

Ebenheid

Ebenheid wird 1294 erstmals als Ebenothe urkundlich erwähnt. Seit 1317 ist der Deutsche Orden Grundherr; seit 1423 gehört das Dorf zum Amt Freudenberg. Seit 1545 sind die Grafen von Wertheim Herren über Ebenheid. 1612 fällt der Ort an das Fürstbistum Würzburg, womit er von nun an die Geschichte Freudenbergs teilt.

Rauenberg

Nach mündlichen Überlieferungen bestand Rauenberg am Anfang aus vier kleineren Höfen, von deren Namen nur noch der Eidelshof überliefert ist. Möglicherweise ist auch der Hof Winden (Winedin) der zusammen mit dem Dürrhof oftmalig genannt wird, dann aber um 1375 letzmalig erscheint, einer dieser besagten Höfe. Man kann annehmen, dass sowohl Hof Winden als auch seine Gemarkung (Winnenstrasse,Winnengrund) mit den anderen Höfen vereint wurde und unter dem Namen Ruhenberg (d.h. Dichtbewaldet) am 3. Januar 1379 erstmals urkundlich erwähnt wird. Der Deutsche Orden vergibt das Dorf 1379 als Lehen an Eberhard Rüdt von Collenberg. Im 15. Jahrhundert übernimmt Kurmainz die Herrschaft über Rauenberg, es wird aber weiterhin von den Rüdt als Lehen verwaltet. Auch als Rauenberg seit 15./16. Jahrhundert ein eigenes Gericht und Schultheißen hat, unterzeichnen die Rüdt noch als Dorfherren. 1576 gehört Rauenberg zum Amt Míltenberg und zählt zwölf Haushaltungen. 1635 zieht Kurmainz das Lehen ein, da die Rüdt im Mannesstamm erloschen, und Rauenberg wurde dem Oberamt Miltenberg, ab 1803 dem Amt Freudenberg unterstellt. 1813 wird das Amt Freudenberg aufgelöst und dem Oberamt Wertheim unterstellt, und somit Rauenberg erstmals badisch. 1925 wird der Dürrhof eingemeindet. 1936 wird Rauenberg dem Landkreis Tauberbischofsheim zugeteilt. 1972 verlor Rauenberg seine Eigenständigkeit und wurde mit der Stadt Freudenberg vereinigt.

Wessental

In einer Urkunde vom 28. Dezember 1309 wird Wessental als Wezingenthal erstmals erwähnt.

Politik

Stadtrat

Die Wahl zum Stadtrat am 13. Juni 2004 führte zu folgendem Ergebnis:

  1. CDU 81,3% (+3,2) - 16 Sitze (=)
  2. SPD 11,0% (+0,6) - 2 Sitze (=)
  3. FWG 7,7% (-3,8) - 1 Sitz (-1)

Städtepartnerschaften

Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In geviertem Schild; Feld 1: In Silber ein halber, rot bewehrter und rot bezungter schwarzer Adler am Spalt; Feld 2: In Blau ein goldener Wellenbalken; Feld 3: In Blau eine sechsblättrige goldene Rose; Feld 4: In Silber ein gerundeter schwarzer Dreifeld.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Freudenberg liegt an der Nibelungenstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei führt.

Theater

Der Burgschauspielverein spielt seit 1987 in jedem ungeraden Jahr weithin beachtetes Freilichttheater auf der Freudenburg.

Bauwerke

Söhne und Töchter der Stadt

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Freudenberg ist durch die Maintalbahn (Aschaffenburg - Wertheim) an das überregionale Schienennetz angebunden, wobei sich der gleichnamige Haltepunkt jenseits des die Landesgrenze bildenden Mains in Bayern im Ortsteil Kirschfurt der Gemeinde Collenberg befindet.

Bildung

In Freudenberg gibt es die Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Freudenberg, die Eichwald-Grundschule in Rauenberg sowie eine Städtische Musikschule.

Ansässige Unternehmen

 Commons: Freudenberg (Baden) – Bilder, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahlen
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 315–318