Heim

Camphill

Camphill ist eine heilpädagogische Bewegung auf der Grundlage der Anthroposophie. Begründet wurde die erste Camphill Community 1939 von dem aus Wien emigrierten Kinderarzt Dr. Karl König bei Aberdeen in Schottland. Heute existieren weltweit mehr als 90 Gemeinschaften in 19 Ländern.

In ihnen leben Menschen mit - häufig mehrfachen - schweren geistigen, seelischen und körperlichen Beeinträchtigungen zumeist gemeinsam mit den Familien ihrer Betreuer/innen in dorfähnlichen Gemeinschaften und finden Beschäftigung in Bereichen wie biologisch-dynamischer Landwirtschaft, Bäckerei, Weberei, Buchbinderei, Töpferei, Holzwerkstatt u.a. Dies soll den Betreuten ermöglichen, ein ihren Fähigkeiten gemäßes, selbstständiges Leben zu führen. Im Gegensatz zur Pflege im Schichtbetrieb in Heimen entwickeln sich hier familiäre Verhältnisse. Der Tages-, Wochen- und Jahreslauf ist sinnvoll gegliedert, so dass auch weitgehend hilfebedürftige Menschen Orientierung finden. Dazu gehören gemeinsame Mahlzeiten, Andachten und jahreszeitliche Feste mit Musik u.a. künstlerischen Beiträgen. Auch schwerstbehinderten Kindern wird eine an der Waldorfpädagogik orientierte Schulbildung zuteil. Musik- und Bewegungstherapien sind von großer Bedeutung; Gewaltanwendung soll nicht vorkommen und die Anwendung von Psychopharmaka wird vermieden. Es besteht die Möglichkeit die "Anderen Dienste im Ausland" also Zivildienst im Ausland nach Genehmigung in einem ausländischen Camphill abzuleisten.

Neben den Dorfgemeinschaften gibt es auch schulische Förderzentren und Tagestherapieeinrichtungen.

Camphill-Einrichtungen in Deutschland

Literatur