Zinnowitz
Heim

Zinnowitz

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 54° 5′ N, 13° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ostvorpommern
Amt: Usedom-Nord
Höhe: 5 m ü. NN
Fläche: 9,04 km²
Einwohner: 3700 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 409 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17454
Vorwahl: 038377
Kfz-Kennzeichen: OVP
Gemeindeschlüssel: 13 0 59 107
Adresse der Gemeindeverwaltung: Möwenstraße 1
17454 Zinnowitz
Webpräsenz:
www.zinnowitz.de
Bürgermeister: Carsten Michalk
Lage der Gemeinde Zinnowitz im Landkreis Ostvorpommern

Zinnowitz ist eine Gemeinde auf der Insel Usedom im Landkreis Ostvorpommern in Mecklenburg-Vorpommern. In der Gemeinde befindet sich der Verwaltungssitz des Amtes Usedom-Nord, dem weitere vier Gemeinden angehören. Zinnowitz besitzt des Prädikat Ostseebad.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Zinnowitz liegt im Norden Usedoms am nördlichen Ende einer etwa ein bis zwei Kilometer breiten Landzunge zwischen Achterwasser und Pommerscher Bucht. Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn Zempin, Lütow, Krummin, Mölschow und Trassenheide.

Klima

Zinnowitz ist mit einer durchschnittlichen jährlichen Sonnenscheindauer von 1917 Stunden der sonnenreichste Ort Deutschlands.[1]

Der Jahresniederschlag beträgt 560mm. Der Niederschlag liegt im unteren Drittel der Messstellen des Deutschen Wetterdienstes. Nur 13 % zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der Februar; am meisten regnet es im Juli. Im niederschlagreichsten Monat fällt ca. 2,1mal mehr Regen, als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagsschwankungen liegen im unteren Drittel. In nur 15 % aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.

Geschichte

Ostseebad Zinnowitz 1957
Seebrücke Zinnowitz 2007

Erstmals wurde Zinnowitz 1309 in einer Schenkungsurkunde des Herzogs Bogislaw IV. an das Kloster Krummin erwähnt - damals noch unter dem Namen Tzys. Als das Kloster im Jahre 1563 aufgelöst wurde, ging Tzys wieder in den Besitz des Herzogs über. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges gehörte die Insel Usedom zu Schwedisch-Pommern. Der alte, wendische Namen Tzys wurde in Zitz geändert. Nach dem Frieden von Stockholm kam Zitz 1720 in preußische Hände und wurde 1751 im Zuge der „Neugestaltung der königlichen Domäne“ in Zinnowitz umbenannt. Als der preußische Staat durch den Siebenjährigen Krieg in Finanznöte geraten war, verkaufte er Zinnowitz an den Kommerzienrat Friedrich Wilhelm Krause. Seine Erben verkauften das Dorf später in 32 Anteilen an Kolonisten. Der nächste große Schritt für Zinnowitz folgte am 16. Juni 1851, als der offizielle Badebetrieb erlaubt wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde eine Seebrücke errichtet.

In der DDR war Zinnowitz der wichtigste Badeort für den Feriendienst der SDAG Wismut, der sich in der Aktion Rose 1953 durch Enteignungen zahlreiche Hotels, Ferienheime und Villen einverleibte. Im Jahr 1993 wurde die neugestaltete Strandpromenade übergeben.

Im Wald zwischen Zinnowitz und Zempin sind noch einige Überreste von Startstellen zur Erprobung der V1 vorhanden, die zwischen 1943 und 1945 in Betrieb waren.

Wappen

Blasonierung: Gespalten von Blau und Silber; rechts ein links gewendetes goldenes Seepferdchen; links ein aufgerichteter grüner Eibenzweig mit roten Früchten.

Geschaffen wurde das Wappen 1951 aus Anlass des 100-jährigen Bestehens als Seebad. In seiner ursprünglichen Form zeigte es vor allem das Seepferdchen, das seitdem zum bekannten Symbol und Maskottchen der Gemeinde wurde. 1994 wurde das Wappen um den Eibenzweig ergänzt, der auf die historische Deutung des Namens Zinnowitz, vormals Tzys (slawisch-wendisch: Eibe) hinweist.[2]

Sehenswürdigkeiten

Verkehrsanbindung

Durch Zinnowitz verläuft die Bundesstraße 111. Über die Bahnstrecke Ducherow–Heringsdorf–Wolgaster Fähre bestehen Verbindungen nach Wolgast und Ahlbeck sowie über die Bahnstrecke Zinnowitz–Peenemünde nach Peenemünde.

Persönlichkeiten

Literatur

Ute Spohler: Zinnowitz, Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-158-5

Quellen

  1. Je mehr Wetter, desto besser | Deutschland entdecken | Deutsche Welle
  2. Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde e.V.: Der Flaggenkurier Nr. 21-22/2006