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Norsk Hydro

Norsk Hydro ASA
Unternehmensform ASA
Gründung 1905
Unternehmenssitz Oslo, Norwegen
Branche Aluminium
Website http://www.hydro.com

Norsk Hydro ASA ist ein norwegischer Aluminiumproduzent mit Sitz in Oslo. Das Unternehmen ist im OBX Index gelistet.

Inhaltsverzeichnis

Anfänge

Die Firma wurde am 2. Dezember 1905 von Sam Eyde gegründet, um eine neue Technologie zur Produktion von Dünger durch Bindung von Luftstickstoff kommerziell zu nutzen, die durch den norwegischen Wissenschaftler Kristian Birkeland entwickelt worden war. Hydros erste Fabrik entstand in Notodden, gefolgt von einer weiteren in Rjukan.

Kerngeschäft

Seit der Abspaltung der Erdöl & Energie-Sparte zum 1. Oktober 2007 (diese fusionierte mit dem Statoil-Konzern zu StatoilHydro) konzentriert sich Hydro auf sein Aluminium-Geschäft. Hydro ist der drittgrößte Aluminium-Produzent der Welt. 2002 erwarb Hydro den führenden deutschen Aluminiumproduzenten VAW (von dem deutschen Versorgungsunternehmen E.ON). Hydro unterhält Geschäftsaktivitäten in 40 Ländern der Erde, auf allen Kontinenten. Der norwegische Staat hält 43,8 Prozent der Firmenanteile. Die Firma beschäftigt rund 25000 Angestellte. Der Vorstandsvorsitzende ist seit 2001 Eivind Reiten.

Geschichte

Seit 1934 war die Fabrik in Rjukan der einzige Herstellungsort für hochkonzentriertes schweres Wasser in Europa. Nach der Okkupation Norwegens durch die deutsche Besatzungsmacht im April 1940 wurde die Produktion des schweren Wassers, das dem deutschen Atombombenprogramm zugute kommen sollte, vorangetrieben. Die Fabrik wurde Ziel einer der spektakulärsten Widerstandsaktionen des Zweiten Weltkrieges, als es zwölf Norwegern am 27. Februar 1943 gelang, große Teile der Anlage in die Luft zu sprengen. An diesem Angriff war auch Knut Haugland beteiligt, der 1947 durch die Kon-Tiki-Expedition bekannt wurde. Dem raschen Wiederaufbau folgten Bombenangriffe der Alliierten.

1999 erwarb Hydro den norwegischen Öl- und Gasproduzenten Saga Petroleum.

Zum 100jährigen Jubiläum von Norsk Hydro im Jahre 2005 erschien eine von unabhängigen Historikern ausgearbeitete dreibändige Firmengeschichte, die unter anderem die intensive Zusammenarbeit mit der deutschen Besatzungsmacht kritisch hinterfragt. So beschäftigte die Firma im Werk Porsgrunn im Sommer 1943 auch ca. 1000 Zwangsarbeiter sowie 300 jugoslawische und russische Kriegsgefangene. Die Werksanlagen wurden zeitweise von norwegischen SS-Soldaten bewacht. Hydro kooperierte außerdem eng mit dem deutschen Chemiekonzern I.G. Farben.

Zu Beginn der siebziger Jahre machte sich die Firma einer massiven Umweltverschmutzung, vor allem in der Nähe des Standorts Porsgrunn, schuldig. Erst 1974 entspannte sich die Lage aufgrund neuer gesetzlicher Vorschriften. Dennoch wurde Norsk Hydro noch in den achtziger Jahren mehrfach das Ziel von Protestaktionen militanter Umweltschützer.

Hydros Düngemittelgeschäft wurde am 26. März 2004 in die börsennotierte Firma Yara, mit Produktionsstätten u. a. in Brunsbüttel, Rostock, Porsgrunn und Glomfjord, ausgegliedert. Norsk Hydro gab seine Yara-Aktien an Hydros Aktionäre ab und hält heute keine Anteile mehr an Yara.

In einer Pressemitteilung vom 18. Dezember 2006 wurde mitgeteilt, im Herbst 2007 den Bereich Oil & Energy mit der zweiten großen norwegischen Ölgesellschaft Statoil, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Gesellschafter sowie die Kartellbehörden, zusammenlegen.

Norsk Hydro war bis zur Abspaltung der Erdöl- und Energie-Sparte der zweitgrößte Öl- und Gasförderer auf dem norwegischen Kontinentalschelf. Diese fusionierte am 1. Oktober 2007 mit dem ebenfalls norwegischen Statoil-Konzern. Norsk Hydro arbeitet seit dem als reine Aluminiumgesellschaft weiter.

Siehe auch

Zu weiteren Details der Firmengeschichte während der deutschen Besatzungszeit siehe Rjukan.

Literatur

Ketil Gjølme Andersen (u.a.), Hydros historie 1905-2005, 3 Bde., Oslo: Pax, 2005 ISBN 8253028350