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Eurocopter Group

Die Eurocopter Group entstand 1992 aus den Hubschrauber-Sparten der deutschen DASA DaimlerChrysler Aerospace und der französischen Aérospatiale-Matra. Sie ist eine 100%ige Tochter des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS. Eurocopter ist heute Weltmarktführer bei zivilen Hubschraubern und hat bei militärischen Hubschraubern einen Marktanteil von etwa 25%.

Inhaltsverzeichnis

Organisation

Die im Jahr 1992 gegründete Eurocopter Group, ist heute ein deutsch-französisch-spanischer Konzern und ein Geschäftsbereich der EADS, einem weltweit führenden Unternehmen in der Luft- und Raumfahrt und im Verteidigungsgeschäft. Organisatorisch gliedert sich Eurocopter in einen deutschen, einen französischen und einen spanischen Teil. In Deutschland werden Werke in Donauwörth (Geschäftsführung Eurocopter Deutschland, Entwicklung, Prototypenbau, Wartung, Rotoren- und Endfertigung, Airbusbauteile, Testcenter, Kundenservice, Trainingscenter), Ottobrunn (Entwicklung) und Kassel (Wartung, Ausstattung sowie technisches Training) unterhalten, in Frankreich zwei Werke in La Courneuve (Rotorenbau und -Entwicklung, Marketing) und Marignane (Geschäftsführung, Entwicklung, Endfertigung, Logistik, Testcenter und Kundenservice), in Spanien zwei Werke in Albacete (Rumpf- und Endfertigung, Logistik und Wartung) sowie Madrid (Geschäftsführung Eurocopter Spanien, Rumpffertigung, Wartung und Herstellung von Bauelementen). Eurocopter beschäftigt rund 14.000 Mitarbeiter, darunter 6.200 in Frankreich, 4.300 in Deutschland und 330 in Spanien.

Aktuelles

Anfang Juli 2006 wurde bekannt, dass die US-Armee mit Eurocopter-Hubschraubern im Wert von circa drei Milliarden Dollar (rund 2,36 Milliarden Euro) beliefert wird. Die 332 Helicopter vom Typ UH-145 sind der größte Auftrag für ein einzelnes Modell bei Eurocopter. Eine weitere Option auf bis zu 20 Stück in den nächsten 10 Jahren wurde vereinbart. Erste Auslieferung war für den November 2006 geplant. Im Programm LUH (Light Utility Helicopter) werden Eurocopter und EADS erstmals Hauptauftragnehmer der US-Streitkräfte. Der Bedarf im LUH-Programm umfasst bis zu 352 Hubschrauber. Seit November 2006 ist Fabrice Bregier COO von Airbus, sein Nachfolger als CEO bei Eurocopter ist Dr. Lutz Bertling. Im Jahr 2006 bestätigte Eurocopter auch seine Position als Nummer Eins im zivilen und halbstaatlichen Hubschraubermarkt. Insgesamt 381 neue Militär- und Zivilhelikopter wurden ausgeliefert, was einen Gesamtumsatz von 3,8 Milliarden Euro und einen Anstieg von 18 Prozent gegenüber 2005 bedeutete. Geprägt war das Jahr 2006 durch eine hohe Nachfrage nach neuen Modellen. Sie steigerte sich auf 615 Neuhubschrauber im Gesamtwert von 4,89 Milliarden Euro (2005: 3,52 Milliarden Euro). Damit erreicht der Auftragsbestand Ende Dezember 2006 den neuen Rekordwert von 11 Milliarden Euro. Das Unternehmen steht in direkter Konkurrenz zu Oboronprom.

Forschung und Neuentwicklungen

Derzeit forschen Eurocopter-Entwickler an einer Möglichkeit, das charakteristische Knattern eines Hubschraubers zu minimieren. Ansatzpunkt sind dabei die Rotorblätter. Denn der Lärm kommt von ihnen und nicht etwa von der Antriebsturbine. Zwar hat sich die aerodynamische Entwicklung der Rotoren in den vergangenen Jahrzehnten verbessert, sodass die Geräusche im Reiseflug drastisch gesunken sind – ganz vermieden werden kann dieses „Knattern“ mit herkömmlichen Rotorblättern allerdings nicht. Ähnlich wie an den Tragflächenenden eines Flugzeugs entstehen an den Rotoren spiralförmige Wirbel, die im Reiseflug relativ wenig stören, weil sie von der anströmenden Luft schnell aus der Rotorebene transportiert werden. Wenn sich der Hubschrauber aber im Sinkflug befindet, durchschlägt das nachfolgende Rotorblatt die entstehenden Wirbel des vorherigen. Diese schlagartige Druckänderung wirkt wie eine knallende Peitsche – und hört sich so ähnlich auch an. Die schnelle Abfolge dieser „Peitschenhiebe“ nimmt man am Boden dann als lästiges Knattern war. Deshalb haben die Wissenschaftler bewegliche Steuerklappen an der Hinterkante der Rotoren angebracht, an denen größte Teil der knallenden Geräusche entsteht. Die beweglichen Klappen lenken die Luftwirbel nach oben beziehungsweise unten ab, wodurch das nachfolgende Rotorblatt den Wirbel des vorherigen nicht mehr durchbricht. Die Folge: Es knallt nicht mehr. Im Herbst 2005 wurde das System auf einem EC 145-Hubschrauber am Eurocopter-Standort im bayerischen Donauwörth zum ersten Mal im Flugbetrieb erprobt. Die ersten Versuchsflüge verliefen viel versprechend: Sowohl Geräusch als auch Vibrationen wurden hör- und spürbar verringert. Nach Flugmessungen mit einem Vorläufersystem – schon mit diesem erreichte man beinahe eine Halbierung des Lärmpegels – erwarten die Eurocopter-Entwickler, dass die Klappensteuerung das Klopfgeräusch am Ende fast völlig eliminieren kann. Bei der Verringerung des Vibrationsniveaus sind sogar bis zu 90 Prozent denkbar. Erweist sich das Gesamtsystem im Flugtest als funktionstüchtig und effizient, plant Eurocopter die Klappen für den Einsatz im EC 145 serienreif zu machen. Später ist der Einsatz auch in anderen Hubschraubertypen von Eurocopter geplant.

Typen

Eurocopter benutzt einen einheitlichen Code in der Bezeichnung seiner Modelle - dieser setzt sich aus 3 Zahlen zusammen. Dabei gilt:

1. Zahl: Einsatzgebiet des Hubschraubers - "1" steht dabei für eine zivile, "6" für eine militärische Variante

2. Zahl: MTOW (maximales Abfluggewicht) in Tonnen, aufgerundet. Übersteigt es die 10 t wird diese arithm. auf die erste Zahl übertragen

3. Zahl: Anzahl der Triebwerke - "0" HS mit einem, "5" HS mit zwei Triebwerken

Beispiel: EC135, zivile Variante eines 3 t HS mit zwei Triebwerken oder EC725, militärische Variante eines 12 t HS mit zwei Triebwerken (dieser Code gilt nicht oder nur teilweise für ältere Muster, also MBB oder SA).

Liste der Hubschrauber

Weltrekordlandung

Am 14. Mai 2005 landete erstmals ein Eurocopter-Hubschrauber auf dem Gipfel des Mount Everest (8.848 m). Vom Flughafen Lukla (2.866 m) aus stieg der Testpilot Didier Delsalle mit einem serienmäßigen Ecureuil / AStar AS 350 B3 auf und landete um 7:08 (Lokalzeit) am Gipfel. Nach zwei Minuten Aufenthalt kehrte er zur Basis zurück. Der Rekordflug wurde am 15. Mai 2005 wiederholt.