Ordnungspolitik
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Ordnungspolitik

Ordnungspolitik bezeichnet alle staatlichen Maßnahmen, die auf Rahmenbedingungen des Wirtschaftens gerichtet sind, insbesondere die Erhaltung, Anpassung und Verbesserung der Wirtschaftsordnung.

Inhaltsverzeichnis

Einordnung der Ordnungspolitik innerhalb der Wirtschaftspolitik

Wirtschaftspolitik lässt sich in folgende Bereiche einteilen:

Aufgaben der Ordnungspolitik

Zu den Aufgaben der Ordnungspolitik gehören insbesondere:

Ordnungspolitik als wirtschaftspolitische Strategie

Wirtschaftspolitische Konzepte wie z. B. der klassische Liberalismus, der Neoliberalismus, die Soziale Marktwirtschaft oder die Angebotspolitik sehen in der Ordnungspolitik die wichtigste Aufgabe Wirtschaftspolitik. Der Staat soll sich hauptsächlich auf die Gestaltung der Wirtschaftsordnung beschränken, während die Wirtschaftsprozesse weitgehend durch den Marktmechanismus gesteuert werden sollen.

Walter Eucken, einer der bedeutendsten Vertreter dieses Denkansatzes, schrieb im Vorwort für den ersten Band des Jahrbuchs für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft: „Ob wenig oder mehr Staatstätigkeit - diese Frage geht am wesentlichen vorbei. Es handelt sich nicht um ein quantitatives, sondern um ein qualitatives Problem. Der Staat soll weder den Wirtschaftsprozess zu steuern versuchen, noch die Wirtschaft sich selbst überlassen: Staatliche Planung der Formen - ja; staatliche Planung und Lenkung des Wirtschaftsprozesses- nein. Den Unterschied von Form und Prozess erkennen und danach handeln, das ist wesentlich. Nur so kann das Ziel erreicht werden, dass nicht eine kleine Minderheit, sondern alle Bürger über den Preismechanismus die Wirtschaft lenken können.“

Ludwig Erhard, der „Vater der Sozialen Marktwirtschaft“ verglich diesen Sachverhalt mit einem Fußballspiel: „Da bin ich der Meinung, dass ebenso wie der Schiedsrichter nicht mitspielen darf, auch der Staat nicht mitzuspielen hat [...] Was ich mit einer marktwirtschaftlichen Politik anstrebe, das ist – um im genannten Beispiel zu bleiben – die Ordnung des Spiels und die für dieses Spiel geltenden Regeln aufzustellen.“[1]

Wirtschaftspolitische Konzepte wie z. B. die Zentralverwaltungswirtschaft, der Keynesianismus oder die Nachfragepolitik fordern dagegen eine weitreichende Prozesspolitik durch den Staat.

Literatur

Einzelnachweise

  1. *Ludwig Erhard: Wohlstand für alle. 1. Auflage: Februar 1957, Econ Verlag Düsseldorf/Wien, S. 134