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Diskussion:Campione d’Italia

schau mal in der Italienischen Version

Da bin ich anderer Ansicht. Es war zur damaligen Zeit nicht üblich, daß die Bewohner gefragt wurden, zu welchem Land sie nun lieber gehören wollten. Gemäß der italienischen Version kam Campione 1797 zur von Napoleon geschaffenen Cisalpinischen Republik.--Raffineur 17:26, 31. Aug. 2007 (CEST)

Die Dofourkarte von ca 1860 zeigt, dass das Gebiet von Campione bis ans andere Seeufer reichte. Somit war der See an dieser Stelle vollständig italienisch. Weiss jemand wann die geändert wurde?

Fritz Buser

Ja, das war 1861. Steht bereits im Artikel. Die Schweizer planten bereits die Gotthard-Eisenbahn und wollten nicht, daß diese im Krisen- oder gar Kriegsfall von Italien bei San Martino hätte unterbrochen werden können. Deshalb drängten sie auf die Zession des Gebietes. Im Gegenzug erhielt Italien das unbefristete Recht, Waren (damals wohl vor allem Fische, aber auch Kunstgegenstände) aus Campione frei auf dem schweizerischen Markt verkaufen zu dürfen. Nicht nur aus heutiger Sicht offenbar ein schlechter Tausch. Eine italienische Abhandlung zu diesem Thema sagt hierzu: "grazie all'incapacità della delegazione italiana di capire l'importanza dei possedimenti", also Unfähigkeit auf Seiten der italienischen Verhandlungsdelegation, die Bedeutung des Besitzes zu erkennen. Heute sind an verschiedenen Grenzsteinen, an denen Wanderwege nach Campione führen, Faksimiles der alten Karte aufgehängt, die den früheren Grenzverlauf zeigen. Es ist übrigens üblich, dass Gemeinden am See auch das gegenüberliegende Ufer für sich beanspruchten. Beispielsweise gehört das nörlich von Campione gelegene Caprino zur politischen Gemeinde Lugano.--Raffineur 17:15, 28. Aug. 2007 (CEST)

Ich habe ja nach meinem Diskussionsbeitrag auch den Artikel entsprechend korrigiert. Das hatte allerdings wenig mit der Eisenbahn zu tun, die erst 1874 eröffnet wurde. Es war vor allem die Poststrasse, die gegenüber von Campione auf italienischen Gebiet lag. Vermutlich handelte es sich auch um einen Kompromiss, weil die Tessiner Cammpione eigentlich gerne in den Kanton aufgenommen hätten. Fritz Buser

Nein, das hatte nichts mit einem Kompromiß zu tun. Lies mal "La condizione giuridica di Campione e i rapporti italo-svizzeri" von Massimo Ferracin, Università degli Studi di Milano, Facoltà di Giurisprudenza, 1988/89. Hingegen spielten bereits vor der Eisenbahn auch militärstrategiesche Überlegungen eine Rolle, weil die Schweizer ihre Truppen auch auf dem Landweg von Lugano über den Damm von Melide ins Mendrisiotto schicken wollten. Außerdem hatte Italien bis 1861 auch die Möglichkeit, den Seeweg zu blockieren. (S. 65)--Raffineur 13:20, 4. Nov. 2007 (CET)