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Eppenrod

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 24′ N, 7° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Lahn-Kreis
Verbandsgemeinde: Diez
Höhe: 290 m ü. NN
Fläche: 6,98 km²
Einwohner: 717 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 103 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65558
Vorwahl: 06485
Kfz-Kennzeichen: EMS
Gemeindeschlüssel: 07 1 41 038
Adresse der Verbandsverwaltung: Louise-Seher-Straße 1
65582 Diez
Ortsbürgermeisterin: Silvia Stecker

Eppenrod ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört zur Verbandsgemeinde Diez.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Eppenrod liegt auf dem Weg zum Gelbachtal südlich von Nentershausen nahe der Autobahn A3.

Geschichte

Auf ca. 800 v. Chr. wurden Funde von Hallstatt-Brandgräbern datiert und lassen so auf eine frühe Gründung schließen.[1] 950 wurde das Siedlungsgebiet Eppenrod erstmals urkundlich erwähnt. 1336 teilte Bischof Balduin von Trier die Pfarrkirche dem Stift Limburg zu. Der Ort wurde in den Wirren des Dreißigjährigen Krieg in Mitleidenschaft gezogen. 1643 kaufte Graf Peter Melander von Holzappel den Ort von Johann Ludwig von Nassau-Hadamar. Der Ort wurde damit endgültig evangelisch. Vorübergehend französisch besetzt, war der Ort ab 1806 Teil des Herzogtums Nassau, das 1866 von Preußen annektiert wurde. Seit 1947 ist der Ort Teil des Bundeslandes Rheinland-Pfalz.

Namensgebung / Namensthesen:

Mönch Eppo

Es soll im nahe liegenden Limburg an der Lahn (an der Lahn) einen Konradiner-Mönchen, namens Eberhard, gegeben haben, dessen lateinischer Rufnamme Eppo ausgesprochen wurde. Dieser Mönch setzte sich sehr für eine Erweiterung der bestehenden Wald-Siedlung ein und unterstützte die dortigen Holz- und Holzkohle- Arbeiter in ihren Wünschen nach einer größeren Siedlung innerhalb der damals vorhandenen, dichten, stark bewaldeten Gegend. So soll es dann dazu gekommen sein, dass die wachsende Wald-Siedlung in Eppods benannt wurde und durch Lautverschiebungen zu Eppenrod wurde.

Eben roth

Unter den alten Menschen in Eppenrod geht hingegen folgende Geschichte um: Wie bereits erwähnt, handelte es sich um eine stark bewaldete und sumpfige Gegend, welche durch die ersten Siedler mit Holzwirtschaft bewirtschaftet wurde und so erste Rodungen der besiedelten Fläche auch sumpfigen Boden hinterließen. Auf jenem Grund soll die Pflanze Sauerampfer, die bis heute dort anzutreffen ist, hervorragend gediehen sein und teils sogar sehr große, rötliche Flächen hinterlassen haben. Die Betrachtung dieser „roten Ebene“ soll wiederum zum Siedlungsnamen Ebenroth geführt haben, der dann durch Lautverschiebungen zu „Eppenrod“ wurde.

Doch die letzte These ist nur auf Erzählungen zurückzuführen und gilt eher als Volksmund-Phantasie, während der Mönch „Eppo“ in Büchern und Annalen anzutreffen ist.

Religionen

Die evangelische Kirchengemeinde Eppenrod ist dem Dekanat Diez in der Propstei Süd-Nassau der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zugehörig.

Auf römisch-katholischer Seite ist Eppenrod der Kirchengemeinde St. Laurentius in Nentershausen (Westerwald) zugeordnet und gehört mit ihr zum Pastoralen Raum Nentershausen (Westerwald)-Hundsangen, welcher selbst wiederum dem Bezirk Westerwald im Bistum Limburg eingegliedert ist.


Politik

Der Gemeinderat besteht aus zwölf Ratsmitgliedern und wurde bei den Gemeinderatswahlen am 13. Juni 2004 in einer Mehrheitswahl gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,6%.


Kultur und Sehenswürdigkeiten

Evangelische Kirche Im Mittelpunkt des Ortes findet sich die historisch bedeutsame Kirche, die von Friedhof und Pfarrhaus umgeben und ummauert ist.

Im Frühjahr 2007 wurden durch den Bauhistoriker Hans-Hermann Reck (Wiesbaden) und das Jahresringlabor Hofmann (Nürtingen) dendrochronologische Untersuchungen durchgeführt. Die dabei untersuchten Bohrkerne aus Balken des Kirchturms lieferten den Sommer 1192 als Datum für den Einschlag der verwendeten Bäume. Gerade die ungewöhnliche Sommerfällung der Bäume, lässt Rückschlüsse auf eine gewisse Dringlichkeit der Verwendung zu, umgekehrt ist dadurch eine frühere bauliche Verwendung eher unwahrscheinlich, so dass nun für den Turm der Kirche das Baujahr 1192 angenommen werden darf.[2][3] Der romanische Kirchturm wurde dabei wahrscheinlich zuerst als freistehender Wehrturm errichtet.

Daneben zeichnet sich die sehenswerte Kirche durch ein spätromanisches Chorjoch und eine sehens- und hörenswerte Orgel, barocken Stiles aus dem 18. Jahrhundert aus, deren Prospekt durch die Wappen der Schaumburger Fürsten geschmückt ist.

Erstmalig erwähnt wurde die Kirche 1336 und durch Bischof Balduin von Trier der Kirche St. Laurentii in Limburg zugeordnet.

Die Kirche wurde in den Wirren des Dreißigjährigen Krieg so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass das Mittelschiff dabei zerstört und nach 1650 im barocken Stil wiedererrichtet wurde. Im Jahre 1541 reformierte sich die Kirchengemeinde, wurde jedoch noch ein Jahrhundert lang von katholischen Pfarrern geleitet.

Im Januar 1997 fand die derzeitige Pfarrerin Mühlenbeck, bei Aufräumarbeiten eine historische Bibel aus dem Jahre 1693. Diese wurde dann aufwendig restauriert, sowie konserviert und kann auf Anfrage heute in der Kirche betrachtet werden.


Wirtschaft und Infrastruktur

Eppenrod ist ein Dorf mit ländlichem Charakter. Neben einigen Bauernhöfen gibt es mehrere Handwerksbetriebe.

Ein Neubaugebiet, am Ortsausgang in Fahrtrichtung Isselbach, erweiterte im Jahre 2000 Eppenrod um mehrere Straßenzüge. Nur kurze Zeit später folgte dann ein neu ausgewiesenes Gewerbegebiet am Ortsausgang nach Görgeshausen.


Quellen

  1. Webpräsentation der Verbandsgemeinde Diez > Gemeinden > Eppenrod
  2. Sakralbau ist 815 Jahre alt
  3. Rhein-Lahn-Zeitung,05.07.2007, S.14