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Erlabrunn

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der bayerischen Gemeinde Erlabrunn. Zum Ortsteil der sächsischen Gemeinde Breitenbrunn siehe Erlabrunn (Breitenbrunn)
Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 49° 52′ N, 9° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Würzburg
Verwaltungsge-
meinschaft:
Margetshöchheim
Höhe: 180 m ü. NN
Fläche: 4,01 km²
Einwohner: 1605 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 400 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97250
Vorwahl: 09364
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 6 79 128
Adresse der Gemeindeverwaltung: Mainstr. 15
97276 Margetshöchheim
Webpräsenz:
www.gemeinde-erlabrunn.de
Bürgermeister: Günter Muth (CSU/ Fr. Wählergem.)

Erlabrunn ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Würzburg und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Margetshöchheim. Erlabrunn ist als Weinort bekannt und hat des Weiteren einen ansehnlichen Obstbaumbestand. Ebenfalls bekannt ist der große Badesee, der sich im Sommer großer Beliebtheit erfreut.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Erlabrunn liegt an der Staatsstraße 2300 ca. 10 km nördlich von Würzburg. Der Ort liegt am Osthang des Volkenberg und reicht bis an den Main. Nachbarorte sind im Süden Margetshöchheim und Veitshöchheim, im Westen Leinach und im Norden Zellingen sowie Thüngersheim.

Es existiert nur die Gemarkung Erlabrunn. Der Ort gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Margetshöchheim, deren Verwaltungssitz sich in Margetshöchheim befindet.

Erlabrunn ist durch zwei Einfahrten zu erreichen. Die südliche Einfahrt (Margetshöchheim) und die nördliche Einfahrt (Zellingen). Ebenfalls kann Erlabrunn zu Fuß über die Schleuse am östlich gelegenen Main besucht werden.

Geschichte

Im 12. Jahrhundert existierte die Burg Falkenberg auf dem Volkenber(der damalige Name war Falkenberg) am nördlichen Ende des heutigen Ortes. Die Bewohner der Burg Falkenberg waren Lehnsmänner der Ravensburg. Als Stafmaßnahme für die Ermordung des Würzburger Bischof Konrad von Querfurt wurde die Burg geschleift. Heute sind nur noch wenige Steine von der Ruine zu sehen.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1209 und beinhaltet, dass das Gebiet des heutigen Erlabrunn dem Graf Rienek gehörte. Als der Graf ein Darlehen vom Bischof von Würzburg aufnahm, verpfändete er das Land an das Hochstift Würzburg. Als Teil dieses fiel Erlabrunn - 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert - dann im Frieden von Pressburg (1805) an Erzherzog Ferdinand III von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg, mit welchem es 1814 endgültig an Bayern zurückfiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand - mit dem Gemeindeedikt von 1818 - die heutige Gemeinde.

Die Katholische Pfarrgemeinde St. Andreas wurde ca. 1381 erbaut. 1597 wurde die Pfarrei selbständig, nachdem sie bis dahin zur Pfarrei Hettstadt gehörte. Wegen Einsturzgefahr wurde sie 1655 wieder abgerissen und 1656 neu erbaut. Geweiht wurde die Kirche am 16. September 1657.[1] Das Innere der Kirche wurde 1999 teilrenoviert.

Unter dem Motto "Altes erhalten Neues gestalten" wird seit 1991 die Dorferneuerung vorangetrieben.[2] Hierbei wird vor allem die Durchfahrtsstraße durch den Altort und die angrenzenden Gassen umgebaut. Begonnen wurde im nördlichen Teil der Durchfahrtsstraße, der Zellinger Straße. Im zweiten Bauabschnitt wird der Bereich um die Schule erneuert. Beschlossen wurde auch schon die Neugestaltung der Würzburger Straße (südlich der Schule), aber aufgrund von knappen Kassen wurden die Baumaßnahmen auf unbestimmte Zeit verschoben.[3]

Um der wachsenden Nachfrage nach Bauplätzen gerecht zu werden, wurde 2005 im Norden des Ortes das für die Verhältnisse des Ortes große Baugebiet "Am Erlenbrunnen / Goldbühlein" erschlossen. Zur Begründung der Größe der Erschließung wurden rechtliche und wirtschaftliche Gründe angegeben. Die Erschließungskosten betrugen 2,3 Millionen Euro.[4]

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1875 779
1900 652
1925 701
1970 997
1987 1.320
2000 1.574

Die Gemeinde Erlabrunn hatte um 1875 779 Einwohner. Nach einem Rückgang gegen Ende des 19. Jahrhunderts fiel die Einwohnerzahl auf 652 im Jahr 1900. In der Folgezeit konnte der Ort aber wieder eine wachsende Bevölkerungszahl verzeichnen. So lebten laut einer Volkszählung 1925 701 Einwohner in der Gemeinde.[5] Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 997, 1987 dann 1.320 und im Jahr 2000 1.574 Einwohner gezählt. Die aktuelle Einwohnerzahl (31. Februar 2008) beträgt 1631.

Politik

Gemeinderat und Bürgermeister

Der Gemeinderat besteht aus 12 Mitgliedern. Bei der Gemeinderatswahl vom 2. März 2008 lag die Wahlbeteiligung der 1262 Stimmberechtigten bei 77,6%.[6] Aus ihr ging die CSU/Freie Wählergemeinschaft mit 53,1 % als stärkste Fraktion hervor, die damit 6 Sitze im Gemeinderat gewann. Die SPD/ Unabhängige Bürger erzielte 38,5 % und 5 Sitze, die FDP 8,5 % und 1 Sitz.

Bürgermeister ist Günter Muth (CSU/FWG). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Dr. Friedrich Petermann (SPD/Unabhängige Bürger, im Amt von 1990 bis 2002). Dessen Vorgänger waren Eugen Blaß (1948 - 1960), Oskar Eckart (1960 - 1984) und Hans Muth (1984 - 1990).

Wappen

"Eine grüne Weintraube auf mehrfach in rot und gold geteiltem Schild."

Gemeindepartnerschaft

Partnergemeinde von Erlabrunn ist seit 1983 die 1600 Einwohner-Gemeinde Quettehou im nordfranzösischen Département Manche nahe der Kanalküste in der Region Basse-Normandie.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Der Ort verfügt über ein Wanderwegenetz, das besonders durch die Weinberge und den großen Schwarzkieferwald führt.

Auf dem Volkenberg, der einen Ausblick über den Ort und das Maintal bietet, befindet sich die 1876 errichtete Wallfahrtskapelle Maria Hilf. In unmittelbarer Nähe liegen die Reste der Burg "Falkenstein".

Am südlichen Ortsende liegt ein 19 ha großes Naherholungsgebiet mit zwei Seen. Die Winzerbetriebe betreiben "Heckenwirtschaften". Das Sommernachtsfest, das Straßenweinfest und das Bergfest werden von jährlich von örtlichen Vereinen veranstaltet.

Von 1995 bis 2005 wurde auf der Kulturbühne Erlabrunn das Freilichtstück ″Gebrochene Schwingen″ aufgeführt, in dem es um die Geschichte der Burg Falkenberg und der Ravensburg sowie um die Ermordung des Würzburger Bischofs Konrad von Querfurt ging.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die einzige Verbindungsstraße des Ortes ist die Staatsstraße ST. 2300, die in nördlicher Richtung nach Zellingen führt und in südlicher Richtung nach Margetshöchheim. Da die Ortsdurchfahrt zu schmal für den Durchgangsverkehr wurde, wurde 1987 die Umgehungsstraße von Erlabrunn eröffnet. Über den Main führt sie Staustufe Erlabrunn, die allerdings nur für Fußgänger geöffnet ist. Trotz der Lage am Fluss besitzt Erlabrunn keine spezielle Anlegestelle für Schiffe. Für diese besteht lediglich die Möglichkeit an der Kaimauer südlich der Staustufe, also flussaufwärts, festzumachen. Des Weiteren besaß Erlabrunn früher einen Bahnhof, der aber aufgrund seiner Lage auf der gegenüberliegenden Mainseite und der damit verbundenen Entfernung zum Ort kaum genutzt wurde und daher stillgelegt wurde.

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 15 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 28 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 573. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keinen, im Bauhauptgewerbe 1 Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 19 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 73 ha. Dabei handelt es sich ausschließlich um Weinbau- und Obstbaubetriebe.

Bildung

Der Kindergarten wird vom St. Elisabethenverein betrieben und umfasste 1999 75 Kindergartenplätze mit 60 Kindern.

Die 1958 errichtete Grundschule Erlabrunn ist seit 1969 neben den Grundschulen Leinachs und Zells eine der Außenstelle der Verbandsschule Margetshöchheim. Da nicht genügend Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, gibt es nur jedes zweite Jahr eine erste Klasse in Erlabrunn. Die Erstklässler des darauffolgenden Jahres werden ab der ersten Klasse in Margetshöchheim unterrichtet. Weiterführende Schulen gibt es in Erlabrunn nicht, eine Hauptschule befindet sich in der Nachbargemeinde Margetshöchheim, Gymnasien, Realschulen sowie berufsbildende Schulen und Hochschulen vor allem in Würzburg.

Die Pfarr- und Gemeindebücherei befindet sich im Erdgeschoss des Schulgebäudes. Finanziert wird sie von der Gemeinde, der Pfarrei sowie von Spenden.

Weitere Einrichtungen, Vereine und Verbände

(Stand 2002)

Söhne und Töchter der Gemeinde


Siehe auch

Ruine Ravensburg

Einzelnachweise

  1. Karl Lott, Dr. Friedrich Petermann, Erlabrunn - Lebensart im Einklang mit der Natur 1994, S.6
  2. Beschreibung auf der Homepage vom SPD Ortsverband
  3. Informationsblatt der Gemeinde Erlabrunn vom 15.02.2008, S.17f
  4. Beschreibung auf der Homepage vom SPD Ortsverband
  5. Karl Lott, Dr. Friedrich Petermann, Erlabrunn - Lebensart im Einklang mit der Natur 1994, S.9
  6. Wahlergebnis auf www.mainpost.de
  7. http://www.gebrochene-schwingen.de/index2.htm