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Amorion

Amorion, lateinisch Amorium, ist eine byzantinische Stadt in Phrygien beim heutigen Hısarköy, 12 km vom türkischen Bezirksort Emirdağ entfernt.

Amorion war in der byzantinischen Zeit als kastron eine der wichtigsten und stark befestigten Städte Kleinasiens. Der Durchmesser der Stadt lag im 9. Jahrhundert bei etwa 1 km, was für damalige Verhältnisse beachtlich war. Sie beherbergte das Hauptquartier der byzantinischen Armee in Anatolien (Théma tôn Anatolikôn). Die Stadt lag an der Straße, die von Ankyra über Afyon und Dorylaeum nach Ikonion führte. In der Umgebung der Stadt befanden sich die antiken Städte Pessinus, Germia und Vindia.

Amorion war das letzte byzantinische Bollwerk gegen die islamische Expansion in Zentral-Anatolien. Die ersten Angriffe auf die Stadt fanden um 641 statt und setzten sich in den folgenden zwei Jahrhunderten fort. Die Burg wurde 668 von den Arabern erobert und wenig später von Byzanz zurückerobert. Die Belagerungen von 716 und 796 wurden abgewehrt. 838 schließlich wurde die Stadt unter dem Kalifen Al-Mutasim erobert und zerstört. Al-Mu'tasim ließ die Stadt, aus der der byzantinische Herrscher Theophilos stammte, schleifen, um sich an der Zerstörung seiner eigenen Geburtsstadt Zapetra (Syrien) zu rächen. Von der Bevölkerung wurden rund 30 000 ermordet, die Übrigen versklavt. An diesem Kampf sollen 200 000 Krieger beteiligt gewesen sein, auf muslimischer Seite sollen 70 000 umgekommen sein. Der arabische Dichter Abu Tammam schrieb eine Ode zur Eroberung von Amorion. 42 Adlige, die als Geiseln genommen worden waren und den Tod der Konversion zum Islam vorzogen, wurden 845 in Samarra (Irak) exekutiert und werden in der christlichen Heiligenlehre als die 42 Märtyrer von Amorion bezeichnet.

Seit 1988 finden hier englische Ausgrabungen statt, zunächst unter Leitung von R. Martin Harrison, jetzt von Chris Lightfoot.

Literatur


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