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Barnimer Busgesellschaft

Die Barnimer Busgesellschaft mbH (BBG) ist der Betreiber des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Landkreis Barnim und der Region Bad Freienwalde im Landkreis Märkisch-Oderland. Der Betriebssitz befindet sich in Eberswalde. Die Gesellschaft ist auch für den Betrieb eines der letzten Oberleitungsbus-Netze in Deutschland zuständig. Neben Eberswalde gibt es in Deutschland nur noch in Solingen und Esslingen am Neckar einen Obus-Betrieb.

Inhaltsverzeichnis

Das Unternehmen

Geschichte

Nach der Auflösung des Kommunalen Wirtschaftsunternehmens (KWU) wurde am 1. Mai 1951 der „VEB Verkehrsbetriebe Eberswalde“ als eigenständiger Betrieb gegründet. Am 1. April 1953 erfolgte die Gründung des „VEB Kraftverkehr Eberswalde“, der neben dem regionalen Personentransport auch für den Speditionsverkehr zuständig war. Am 1. Januar 1963 wurde der Kraftverkehrsbetrieb in Bad Freienwalde und am 30. Juni 1963 der Betrieb in Bernau dem Kraftverkehr in Eberswalde unterstellt.

Mit dem Zusammenschluss der Städte Eberswalde und Finow am 22. März 1970 war es erforderlich, ein neues System für den innerstädtischen Nahverkehr zu schaffen, um den Bedürfnissen der Bürger der neuen Stadt gerecht zu werden. In Vorbereitung dieser Neuordnung wurde der „VEB Verkehrsbetriebe Eberswalde“ zum 1. Januar 1970 als neuer Zweigbetrieb dem „VEB Kraftverkehr Eberswalde-Finow“ angegliedert. Am 1. Juli 1970 verlor der Betrieb einen wichtigen Teil seiner Entscheidungsfreiheit, als er Teil des bezirklich geleiteten „VEB Verkehrskombinat Frankfurt (Oder)“ wurde.

Kurz vor Beginn der Währungsunion zwischen der DDR und der Bundesrepublik erfolgte am 28. Juni 1990 die Herauslösung des von der Treuhandanstalt verwalteten „VEB Kraftverkehr Eberswalde-Finow“ aus dem Kombinat und die Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft mit dem Namen „Verkehrs- und Speditionsgesellschaft mbH“. Am 20. Juli 1992 wurde die Gesellschaft rückwirkend zum 1. Januar 1992 in zwei Kapitalgesellschaften aufgeteilt - die „Barnimer Busgesellschaft mbH“ als Betreiber des ÖPNV und die „Eberswalder Speditionsgesellschaft mbH Dettendorfer und Partner“ als Betreiber des Güterverkehrs. Die Betriebsteile in Bernau und Bad Freienwalde blieben der Barnimer Busgesellschaft als Zweigniederlassungen erhalten. Am 4. August 1997 trat das Unternehmen dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) bei, dessen Start am 1. April 1999 erfolgte.

Daten

Das Unternehmen hat 245 Mitarbeiter, davon zwölf Auszubildende (Stand 2003). 180 Beschäftigte sind Busfahrer, davon 70 allein in Eberswalde. Der Fuhrpark der Barnimer Busgesellschaft besteht aus 120 eigenen Bussen. Weitere 23 Fahrzeuge, die im Landkreis Barnim und in der Region Bad Freienwalde für das Unternehmen unterwegs sind, gehören Gelegenheitsgesellschaften.

Oberleitungsbus in Eberswalde

Geschichte

Erstmals ab 22. März 1901 fuhr der elektrische Oberleitungsbus in der Stadt. Der erste Obus war ein umgebauter Pferdeomnibus, der 1889 gebaut worden war. Er gehörte der Compagnie de Traction par Trolley Automoteur in Paris und hatte bei der Weltausstellung 1900 eine Goldmedaille errungen. Der Kontaktwagen lief der „Gleislosen Bahn“, wie der Obus damals bezeichnet wurde, auf der Oberleitung um einige Meter voraus. Die Steuerung des Wagens erfolgte vom Führerstand aus. Das Gehäuse des Motors rotierte um seine feste Achse und trieb die Räder über Gummirollen an. Wegen technischer Probleme mit dem Kontaktsystem, der Gasmotorentechnik und der Gasversorgung, aber auch wegen des schlechten Zustandes der Straße (Natursteinpflaster), musste der Betrieb nach drei Monaten eingestellt werden.

Am 3. November 1940 ersetzte der Obus die Städtische Straßenbahn Eberswalde, die vom 1. September 1910 bis zum 2. November 1940 in Betrieb war. Die ersten zum Einsatz gekommenen MPE 1-Obusse besaßen ein Fahrgestell der MAN AG in Nürnberg. Die Aufbauten waren von der Firma Schumann aus Werdau in Sachsen. Die elektrische Steuerung des 61-Kilowatt-Doppelkollektormotors erfolgte über einen Feinstufen-Fahrschalter mit Doppelhub-Betätigung.

Von 1958 an wurden in Eberswalde auch O-Busse beschafft, die von dem tschechoslowakischen Hersteller Škoda in Ostrov nad Ohří stammten.

Von 1942 bis 1985 verkehrten die Obusse in Eberswalde in Zeiten starken Fahrgastandrangs mit Anhängern der Firmen Lindner, Ammendorf, vom Mähdrescherwerk Weimar, Waggonbau Bautzen und LOWA. Diese hatten meist die Bezeichnung W 700 oder W 701. Seit 1. Juli 1993 verkehren Niederflur-Obusse NGE 152 von Gräf & Stift in Eberswalde. Die Obusse fahren in zwei Linien von Nordend (Linie 861) und Ostend (Linie 862) zum Brandenburgischen Viertel und bewältigen den überwiegenden Teil des öffentlichen Verkehrs der Stadt. Die beiden Linien haben eine Länge von 37,2 Kilometer. Die 15 Obusse legen pro Jahr 870.500 Kilometer zurück und befördern dabei 4,2 Millionen Fahrgäste.

Streckeneröffnungen

Obustypen in Eberswalde

Linienbetrieb

Von 1942 bis 1985 verkehrten die Obusse in Eberswalde in Zeiten starken Fahrgastandrangs mit Anhängern der Firma Lindner, Ammendorf, vom Mähdrescherwerk Weimar, Waggonbau Bautzen und LOWA. Diese hatten meist die Bezeichnung W 700 oder W 701.

Testbetrieb

Traditionsfahrzeuge

Die beiden Skoda- Modelle sind betriebsfähig und zugelassen, nur der 9 Tr war in Eberswalde im Linieneinsatz (1969-88)

Literatur