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Dormagen

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Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 51° 6′ N, 6° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Rhein-Kreis Neuss
Höhe: 45 m ü. NN
Fläche: 85,4 km²
Einwohner: 63.412 (30. Apr. 2008)[1]
Bevölkerungsdichte: 743 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 41539–41542 (alt: 4047)
Vorwahlen: 02133, 02182
Kfz-Kennzeichen: NE
Gemeindeschlüssel: 05 1 62 004
Stadtgliederung: 16 Stadtteile
Webpräsenz:
www.dormagen.de
Bürgermeister: Heinz Hilgers (SPD)

Die Stadt Dormagen ist eine große kreisangehörige Stadt in Nordrhein-Westfalen im Rhein-Kreis Neuss. Sie liegt im Städtedreieck Düsseldorf - Köln - Mönchengladbach.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Östlich von Dormagen liegt die Ortschaft Rheinfeld und ein dort anschließender Rheinbogen. Südöstlich von Dormagen befindet sich an dem gegenüberliegenden Rheinufer Monheim am Rhein. Bei schönen Tagen ist am Rheinufer ein Blick in das noch weiter gelegene Bergische Land möglich. Nördlich von Dormagen befindet sich der kleine Weiler Nachtigall, der zum Stadtteil Zons gehört. Westlich von Dormagen liegt der Stadtteil Delhoven. Durch den historischen Stadtkern Dormagens verläuft die zum Teil als Fußgängerzone genutzte Kölner Straße, eine ehemalige Römerstraße. Bis in die 1980er Jahren war sie ein Teil der Bundesstraße B 9, die nun östlich an Dormagen als Umgehungsstraße vorbeiführt.

Stadtgliederung

Stadtteile mit Einwohnerzahlen (Stand Mai 2006)

Siehe auch: Wahler Berg

Nachbarorte

Grevenbroich Neuss Düsseldorf
Rommerskirchen Monheim am Rhein
Pulheim Köln Leverkusen

Geschichte

Der Name Dormagen stammt von Durnomagus. Neueren Forschungen zufolge kommt das Wort aus den keltischen und gallischen Sprachen und bedeutet etwa 'Kiesfeld' oder 'Kieselfeld'. Das ist sinnvoll, denn bis heute wird Kies im Stadtgebiet abgebaut.

Frühzeit

Erste Spuren einer Besiedelung finden sich bereits aus der Mittelsteinzeit. So werden immer wieder Mikrolithen im gesamten Stadtgebiet entdeckt. Werkzeuge aus der Jungsteinzeit wurden in Delhoven gefunden. In der Bronzezeit wurden mehrere Hügelgräber im Chorbusch bei Hackenbroich angelegt. Vermutlich aus der Zeit um 200 vor Christus stammen Urnengräber, die beim Bau einer Wasserleitung im Tannenbusch bei Delhoven gefunden wurden. Vor den Römern bewohnten vermutlich die Eburonen dieses Gebiet, zumindest eine ihrer Münzen wurde im Raum Dormagen gefunden. Nach 19/18 vor Christus waren die Ubier in den Gebieten der von Cäsar ausgerotteten Eburonen angesiedelt worden. Die Hauptsiedlung der Ubier war damals das OPPIDUM UBIORUM, die spätere römische COLONIA CLAUDIA ARA AGRIPPINENSIUM (CCAA) - das heutige Köln.

Römische Zeit

In der Zeit zwischen 15 und 12 vor Christus gab es in Dormagen ein römisches Kastell. Es teilte genau die 2-Tages-Strecke zwischen Köln und Neuss. Im Jahre 35 wurde die in Dormagen stationierte Legion I. nach Bonn verlegt. Eine Vexillation dieser ersten Legion errichtete im Jahre 35 in Dormagen eine Militärziegelei mit vier Brennöfen. Die hier hergestellten Ziegeln wurden mit der Truppenbezeichnung des VICUS DURNOMAGUS gestempelt. Nach dem Bataveraufstand wurde die I. Legion aufgelöst und die Militärziegelei in Dormagen geschlossen. Um das Jahr 80 wurde in Dormagen wieder ein römisches Auxiliarkastell errichtet. Es wurde zehn Jahre später von der ALA I. NORICORUM durch ein größeres Lager ersetzt. Im 2. Jahrhundert wurde in einer Villa Rustica bei Dormagen ein Mithraeum, also eine Kultstätte des persisch-römischen Gottes Mithras errichtet. In der Zeit zwischen 393 und 402 wurden die römischen Truppen zum Schutze Roms aus der Provinz Germania Superior abgezogen.

Mittelalter

Im Mittelalter ließen sich Franken hier nieder und ernannten Nievenheim 476 zu ihrer Gauhauptstadt (Pagus). Die Ortschaft Horrem fand im Jahre 1005 als Horchem erstmals ihre Nennung, Hackhausen im Jahre 1080. 1128 wurde die Abtei Knechtsteden gegründet. Im Jahre 1138 wurde mit dem Bau der jetzigen Klosterkirche in Knechtsteden begonnen. Papst Hadrian IV. nahm die Abtei 1158 mit den Dörfern Hackhausen und Horrem in seinen Schutz. Im Jahre 1190 wurde die katholischen Pfarrkirche St. Michael in Dormagen auf den Fundamenten eines römischen Mars-Tempel erbaut. Das westlich von Dormagen gelegene Gut Jussenhoven wurde im Jahre 1222 erstmals als Gozenhouen und Goischinhoue erwähnt. Im Jahre 1247 wählten im benachbarten Worringen drei Erzbischöfe, 11 Bischöfe, zahlreiche Fürsten und Herzöge Wilhelm von Holland zum deutschen König. Allerdings gab es nicht genügend Unterkünfte in Worringen und so wurde auf die Orte der Umgebung zurückgegriffen. 1250 wurde die Wasserburg Hackenbroich erstmals urkundlich erwähnt. Sie befand sich im Besitz des Edlen Burkhard von Broich. Seit 1274 unterhielt das Kölner St. Andreas Stift in Dormagen ein Hofgericht. Vogt des Gerichts war der Graf von Jülich. Im gleichen Jahr wurde erstmals die Ortschaft Delhoven erwähnt. 1288 war Dormagen Schauplatz der Schlacht von Worringen. Dabei wurde Zons weitgehend zerstört. Im Jahre 1291 verkaufte der Ritter Bruno von Rinverde seinen im westlich von Dormagen gelegenen ehemaligen Rheinbett errichteten Walhovener Hof an das Andreas-Stift in Köln. Ende des 14. Jahrhunderts war ein Hermann von Walhoven Abt des Klosters Knechtsteden. Das alte Dormagener Schöffensiegel erschien 1320 erstmals auf einer Urkunde. Es zeigte den Dormagener Pfarrpatron St. Michael mit dem kurkölnischen Kreuz im Schild. 1373 wurde Zons wieder aufgebaut, zur Zollstation erklärt und durch den Kölner Erzbischof Friedrich von Saarwerden zu einer Stadt mit einem eigenen Gerichts- und Verwaltungsbezirk ernannt. Bereits vor 1374 war Dormagen mit Rheinfeld und halb Horrem zu einer jülischen Enklave in kurkölnischem Gebiet geworden. Im Jahre 1409 wurde die Burg Hackenbroich in einem Krieg zwischen Johann VI. von Reifferscheid und dem Kölner Erzbischof und Vinzenz von Moers zerstört.

Frühe Neuzeit

Die Eltern des späteren Kölner Chronisten Hermann von Weinsberg heirateten 1517 in Dormagen. Die Mutter des Chronisten war die Tochter eines in Dormagen tätigen Zöllners. Im Jahre 1518 war in Köln die Pest ausgebrochen und zahlreiche Kölner Bürger flohen nach Dormagen und Knechtstedten. 1554/55 gehörte Dormagen mit Riveden zum jülisch-bergischen Amt Bergheim. Zwischen der noch auf kurkölnischem Territorium befindlichen Piwipp („Biwitte“ = Beim weißen Stein) und Monheim existierte im Jahre 1566 schon ein Fährbetrieb und diente zum Warenaustausch zwischen dem Bergischen Land und Kurköln. Während des Dreißigjährigen Krieges blieb Dormagen von den Kriegswirren nicht verschont. Im Jahre 1637 zerstörrten Soldaten das Rittgut Mertenshofen bis auf die Grundmauern. Der Besitzer des Gutes, der Direktor des Lehnsarchivs des Herzogtum Jülich-Berg ordnete den sofortigen Wiederaufbau an. 1642 überfielen hessische Soldaten in Dormagen 30 stationierte bayrische Dragoner des Generals Wahl, dabei wurden 12 Dragoner getötet. Schließlich griffen im Jahre 1645 verbündete französische und hessische Truppen die Stadt Zons an. Am 10. November 1669 sollte der neue Landtag des Herzogtum Jülich-Kleve-Berg in Dormagen tagen. Allerdings erschienen an diesem Tage nur wenige Mitglieder des Landtages, da das nötige Mobiliar in Düsseldorf geblieben war. Hieraufhin wurde ein Tag später der Landtag abgebrochen und am 23. November wurde er in Düsseldorf fortgesetzt. Seit 1696 war Dormagen eine preußische Poststation und wurde dreimal in der Woche von der zwischen Köln und Nimwegen verkehrenden Postkutsche angefahren. 1714 fand der erste reformierte Gottesdienst in Dormagen in der Kapelle des Mertenshofen statt. Nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges hielt in Dormagen eine zweite Postkutsche. Diese fuhr von Köln nach Kleve. Im Jahre 1784 wurde Dormagen von einem verheerenden Hochwasser heimgesucht. 1794 wurden die Gebiete und Orte um Dormagen, Nievenheim und Zons von Frankreich besetzt und wurden später ein Teil des französischen Staatsgebietes. Das Kloster Knechtsteden plünderten die Einwohner von Dormagen, Delhoven und Straberg mit Hilfe der französischen Soldaten. Im Jahre 1796 erfolgte die Gründung des Kantons Dormagen im Arrondissement Köln im Département de la Roer. Der Kanton Dormagen umfasste die Orte Zons, Nievenheim, Gohr, Straberg, Delhoven, Hackenbroich, Rommerskirchen, Nettesheim, Stommeln, Fühlingen, Merkenich, Rheinkassel und Worringen und hatte über 10.000 Einwohner.

19. und 20. Jahrhundert

Im 15. Januar 1814 besetzten russische Kosaken Dormagen, damit endete die französische Herrschaft. Nach dem Wiener Kongress wurde Dormagen - wie das Rheinland insgesamt - Preußen zugeschlagen. Zunächst blieb der Kanton Dormagen im Regierungsbezirk Köln. 1816 wurde er aufgelöst und die Bürgermeisterei Dormagen kam zum Landkreis Neuss. 1821 wurde ein bedeutender Römerfund, das Mithrasheiligtum nahe dem Mertenshof - heute ist dort der neue Friedhof - gemacht. Im Jahre 1832 war Dormagen Sitz eines Friedensgerichts für die Bürgermeistereien Dormagen, Nievenheim, Zons, Nettesheim, Grimlinghausen, Norf und Rommerskirchen. Zwischen 1833 und 1890 wanderten rund 60 Menschen von Dormagen nach Nordamerika aus. Das heutige Stadtgebiet verließen im gleichen Zeitraum rund 300 Menschen, sie fanden in den USA eine neue Heimat. Eine große Anzahl ließ sich in Osage County im Bundesstaat Missouri nieder. Im Jahre 1855 kam Dormagen an das Eisenbahnnetz: Gleich östlich des Dorfes Horrem wurde die Eisenbahnlinie Köln-Neuss-Krefeld gebaut und hier wurde ein Bahnhof errichtet. 1864 begann mit dem Bau der Zuckerfabrik die Industrialisierung in Dormagen. Im Jahre 1876 erhielt Dormagen die erste Telegraphenstation. Die erste Stadtfernsprechanalge mit neun Teilnehmern wurde 1897 eingerichtet. Im Jahre 1898 wurde der Brauereibetrieb in Dormagen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die 1895 gegründete Brauerei war der zweite industrielle Betrieb in Dormagen. Die Franziskaner gründeten 1901 im Raphaelshaus eine Erziehungsanstalt für schulentlassene Jungen. 1916 siedelte sich das Bayer-Werk an, das bis heute der größte Arbeitgeber in Dormagen ist. Nach dem Ersten Weltkrieg, besetzten englische und schottische Truppen die Stadt. Im Dezember 1919 wurden sie von französische Einheiten abgelöst, die im Dezember 1920 abrückten und von belgischen Einheiten ersetzt werden. Diese zogen am 15. Dezember 1923 ab. Seit 1921 wurde die Wasserversorgung in Dormagen durch die Bayer AG sichergestellt. 1922 wurde die südlich von Dormagen gelegene Bürgermeisterei Worringen aufgelöst und die Schiffs-Order-Station Piwipp wurde ein Teil der Bürgermeisterei Dormagen. Die erste Postommnibuslinie zwischen Dormagen und Neuss startete im Jahre 1925. Schon 1933 war Dormagen im Griff der Nazis. Es kam auch in Dormagen zu Pogromen. Seit 1935 besitzt Dormagen ein Stadtwappen mit dem Drachentöter St. Michael. Bedingt durch die kriegswichtigen Betriebe der I.G. Farben im Stadtgebiet, wurden viele Zwangsarbeiter nach Dormagen verbracht. Das Ende des Zweiten Weltkrieges erlebten die Dormagener mit der Besetzung durch die Amerikaner im März 1945. In den 1950er und 1960er Jahren wuchs die Einwohnerzahl erheblich. Im Dezember 1960 waren 34 % der Gesamtbevölkerung Heimatvertriebene. 1969 erhielt das Amt Dormagen nach dem Zusammschluss der beiden Gemeinden Dormagen und Hackenbroich die Stadtrechte. Im Rahmen der kommunalen Neugliederung 1975 wurden die Städte Dormagen und Zons sowie das Amt Nievenheim mit den Gemeinden Gohr, Nievenheim und Straberg zur heutigen Stadt Dormagen zusammengeschlossen.

Einwohnerentwicklung

Jahr/Datum Einwohner
1767 585
1835 2.660
1935 6.400
1939 5.552
1950 8.929
1968 23.655
1969 30.498
31. Dezember 1974¹ 54.982
31. Dezember 1975¹ 55.734
31. Dezember 1976¹ 55.962
31. Dezember 1977¹ 56.001
31. Dezember 1978¹ 56.234
31. Dezember 1979¹ 56.802
31. Dezember 1980¹ 57.379
31. Dezember 1981¹ 57.639
Datum Einwohner
31. Dezember 1982¹ 57.399
31. Dezember 1983¹ 56.529
31. Dezember 1984¹ 55.274
31. Dezember 1985¹ 55.184
31. Dezember 1986¹ 55.258
31. Dezember 1987¹ 55.693
31. Dezember 1988¹ 56.293
31. Dezember 1989¹ 56.697
31. Dezember 1990¹ 58.018
31. Dezember 1991¹ 58.609
31. Dezember 1992¹ 59.306
31. Dezember 1993¹ 59.521
31. Dezember 1994¹ 59.856
31. Dezember 1995¹ 60.547
31. Dezember 1996¹ 61.351
Datum Einwohner
31. Dezember 1997¹ 61.824
31. Dezember 1998¹ 62.187
31. Dezember 1999¹ 62.319
31. Dezember 2000¹ 62.571
31. Dezember 2001¹ 62.992
31. Dezember 2002¹ 63.347
31. Dezember 2003¹ 63.464
31. Dezember 2004¹ 63.501
31. Dezember 2005¹ 63.596
31. Dezember 2006² 63.474
31. Dezember 2007² 63.530

Politik

Stadtrat – Aktuelle Sitzverteilung

CDU SPD Zentrum Grüne FDP BfD UWG Gesamt
2004 20 16 3 2 2 2 1 46

Bürgermeister

Ab 1803:

  • 1803-1816: Thomas Delhoven
  • 1816-1829: W. Verhagen
  • 1829-1837: Franz Michael Fischer
  • 1837-1838: Peter Matthias Schumacher
  •  : Franz Mathieu
  • -1856: Johann Baptist Dorff
  • 1856-1858: Eduard de Leuw
  • 1858-1873: Anton Noel
  • 1873-  : Franz Joseph Wirtz
  • Gustav Wachtel, Kommissarisch
  • Carl Bochem
  • .........
  • 1910-1923: Peter Krisinger
  • 1924-1933: Joseph Schönenbrücher (DNVP - seit 1933)
  • 1933-1935: Joseph Eger
  • 1935-1945: Wilhelm Möllers (NSDAP)
  • 1945-1946: Johann Kaiser
  • 1946-1948: Johann Gassen
  • 1948-1952: Dr. Walter Meskat, SPD
  • 1952-1965: Dr. Franz Gerstner, CDU
  • 1965-1979: Dr. Gustav Geldmacher, CDU
  • 1979: Peter-Olaf Hoffmann, CDU
  • 1979-1987: Jürgen Alef, SPD
  • 1987-1989: Peter-Olaf Hoffmann, CDU
  • 1989–1999: Heinz Hilgers, SPD
  • 1999-2004: Reinhard Hauschild, CDU
  • seit 2004: Heinz Hilgers, SPD

Amtsdirektor und Stadtdirektor

  • 1946-1948: Johann Kaiser
  • 1948-1961: Johannes Bock
  • 1961-1973: Arno Janzen
  • 1973-1980: Peter Daners
  • 1980-1986: Paul Wierich
  • 1986-1994: Eberhard Hücker

Wappen

Das heutige Wappen zeigt einen Löwen und das Kurkölnische Kreuz. In der Mitte ist der Rhein dargestellt, um seine Bedeutung für Dormagen hervorzuheben. Bis 1935 war auch noch der der Erzengel Michael als Namenspatron der größten Pfarrei des Stadtgebiets zu sehen.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Dormagen und seine Stadtteile - mit ihrer bis zu den Römern zurückreichende Geschichte - bieten den Bewohnern und Besuchern manche Sehens- und Erfahrungswerte.

Bauten

Stolpersteine

Seit 2005 werden auch in Dormagen sogenannte „Stolpersteine“ durch den Künstler Gunter Demnig verlegt. Bei diesen 10 cm langen Steinen handelt es sich um kleine Messingplatten im Straßenpflaster, die an die Opfer der Judenvernichtung und der politischen Verfolgung im Nationalsozialismus erinnern.

Natur und Erholung

Im Osten Dormagens liegt der Rhein, an dessen Ufer, vor allem zwischen Dormagen und Zons, sich ausgedehnte Felder mit Kopfweiden befinden. Südwestlich bietet der Tannenbusch vor allem Familien mit Kindern eine gute Erholungsmöglichkeit. Neben einem Spielplatz enthält er auch einen kleinen Tierpark, einen Geopark und einen Trimmdichpfad.

Südlich, bei Hackenbroich/Hackhausen, grenzt Dormagen an den Chorbusch, wo sich ausgedehnte Waldspaziergänge anbieten. Vorbei an vielen Pferdehöfen erreicht man schnell das Schloss Arff, welches schon zu Köln-Roggendorf gehört.

Im Westen liegt der Mühlenbusch, der von Rosellerheide bis nach Knechtsteden reicht und dort in den Chorbusch übergeht. Hier fließt auch der künstlich angelegte Norfbach, der bei Neuss in die Erft mündet.

Feste Zons und Märchenspiele

Eine touristische Attraktion ist der direkt am Rhein gelegene Stadtteil Zons mit seiner gut erhaltenen mittelalterlichen Bebauung. Die Feste Zons wurde im 14. Jahrhundert vom damaligen Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden als Zollstation zwischen Neuss und Köln errichtet. In Zons finden im Sommer auf der Freilichtbühne sehr beliebte Märchenspiele statt. Ein Geheimtipp sind die Gastspiele der Opernbühne Düsseldorf.

Kunst und Knechtsteden

Im Südwesten Dormagens liegt das Kloster Knechtsteden. Im 12. Jahrhundert erbaut, gehört die romanische Gewölbebasilika heute zu den wichtigsten kirchlichen Gebäuden der Region. Derzeit bewohnen Spiritaner das Kloster. In der Klosterbasilika finden seit 1992 alljährlich in der zweiten Septemberhälfte die Festlichen Tage Alter Musik statt, die über die Grenzen Dormagens hinaus bekannt sind.

Seit 1985 gibt es den Kunstverein Galerie-Werkstatt Bayer Dormagen, der seit 1990 in den Räumlichkeiten des Klosters seinen Sitz hat. Rund 250 Dormagener sind dort derzeit Mitglieder.

Sport

Religion

Dormagen ist katholisch geprägt: 50% der Einwohner sind römisch-katholisch. Jeder fünfte Dormagener (21%) gehört der evangelischen Kirche, 28% sonstigen Religionen an. Die größte katholische Pfarrei ist St. Michael mit 10.900 Mitgliedern.

  • Katholische Kirchen:
  • St. Michael (Dormagen-Mitte)
  • St. Maria-vom-Frieden (Dormagen-Nord)
  • St. Katharina (Hackenbroich)
  • St. Agatha (Straberg)
  • St. Aloysius (Stürzelberg)
  • St. Raphael (Autobahnkapelle)
  • St. Gabriel (Delrath)
  • St. Josef (Delhoven)
  • St. Martinus (Zons)
  • St. Odilia (Gohr)
  • St. Pankratius (Nievenheim)
  • Zur Hl. Familie (Horrem)
  • Basilika Knechtsteden (Knechtsteden)
  • Evangelische Kirchen:
  • Christuskirche (Dormagen-Mitte)
  • Lukaskirche (Stürzelberg)
  • Friedenskirche (Zons)
  • Matthäuskirche (Delhoven)
  • Johanneskirche (Hackenbroich)
  • Gemeindezentrum Arche (Rheinfeld)
  • Gemeindezentrum im Seniorenzentrum Markuskirche ab 2008 (Horrem)
  • Kreuzkirche (Nievenheim)
  • Evangelisch-Freikirchliche Kirchen:
  • Baptisten-Kirche (Dormagen-Mitte)
  • Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Dormagen-Nievenheim)
  • Neuapostolische Kirchen:
(Horrem)
Mitten in Horrem steht das Gotteshaus der Neuapostolischen Kirchengemeinde Dormagen. Es wurde 1972 eingeweiht und bietet ca. 250 Gottesdienstbesuchern platz. In Dormagen leben insgesamt 268 neuapostolische Christen.

Vereine

Das Leben in Dormagen ist auch geprägt durch das Vereinsleben. Die folgenden Vereine haben ihren Sitz und Vereinsmittelpunkt in Dormagen:

Wirtschaft und Infrastruktur

Einzelhandel

In Dormagen gibt es im Einzelhandel rund 80.000 m² Fläche. Davon liegen rund 28.000 in den etwa 150 Geschäften in der Innenstadt, 33.000 im Top-West-Gebiet und die restlichen 19.000 m² befinden sich in den einzelnen Stadtteilen. Die Kaufkraft liegt nach Erhebungen des Einzelhandelsverbands in Dormagen bei etwa 350 Millionen Euro. Dabei werden nur etwa 250 Millionen in der Stadt selbst ausgegeben, der Rest verteilt sich (mit steigender Tendenz) auf die naheliegenden Großstädte. 400 Geschäfte gibt es insgesamt in Dormagen. Die rund 150 Innenstadtgeschäfte machen etwa 40 Prozent des Umsatzes, das Top-West-Gebiet erwirtschaftet ungefähr ein Drittel mit knapp 50 Geschäften und den Rest des Umsatzes (fast 30 %) machen die 180 Händler der Stadtteile unter sich aus.

Ein besonderes Einkaufserlebnis bietet die Rathaus-Galerie in der Innenstadt Dormagens. Mit bis zu 90.000 Besuchern in der Woche und ihren rund 40 Geschäften ist die Rathaus-Galerie ein wichtiger Anziehungspunkt der Innenstadt.

Industrie

In Dormagen sind etwa 17.000 Menschen in den rund 2.800 Dormagener Betrieben beschäftigt. Knapp 9.000 arbeiten im rund 600 Hektar großen Chemiepark Dormagen (seit 1. Januar 2008 Chempark), wo neben INEOS, der Bayer AG und Lanxess noch 18 andere Firmen ansässig sind. Somit ist der Chemiepark der größte Arbeitgeber und Ausbilder im Rhein-Kreis-Neuss. Bedeutende Arbeitsplätze haben noch die Industrie- und Gewerbegebiete in St. Peter, in Delrath, in Hackenbroich, an der Roseller Straße und im Top West vorzuweisen. Erwähnenswert sind hier vor allem die „Coatema Coating Machinery GmbH“, die zahlreiche Spezialmaschinen für die Textilindustrie entwickelt und herstellt, sowie die im Juni 2006 von „Coatema“ verselbständigte „Solarcoating Machinery GmbH“. Letztgenannte Firma entwickelt und baut Produktionsanlagen für flexible Dünnschicht-Solarzellen und automatisierte Produktionsstraßen für Module aus amorphem Silizium oder auch den neueren Materialien CIS, CIGS und DSSC.

Im Jahre 1864 wurde mit der Zuckerfabrik der erste Industriebetrieb in Dormagen eröffnet. Diese firmierte später unter der Bezeichnung Rheinische Actien-Verein für Zuckerfabrikationen, Dormagen. In den folgenden Jahren hatte die Firma Schwengers & Söhne in Uerdingen die Aktienmehrheit. Diese ging 1926 in die Firma Pfeifer & Langen über und 1930 fusionierte Pfeifer & Langen mit der Dormagener Zuckerfabrik. Bereits 1979 wurde die Produktion der Zuckerfabrik eingestellt.

Bereits 1895 bestand in Dormagen eine Brauerei, die 1898 in eine Aktien-Brauerei umgewandelt wurde. Im Jahre 1967 erwarb die Firma Harzheim aus Köln die Dormagener Brauerei von der Dortmunder Actien-Brauerei. Gleichzeitig wurde die Biermarke von ABD-Kölsch in Kess-Kölsch geändert. 1979 kam es abermals mit dem neuen Namen Garde-Kölsch zu einem Namenswechsel und die Braustätte in Dormagen hieß nun das Brauhaus zur Garde. Noch 1998 waren in diesem 35 Mitarbeiter tätig. Wenige Jahre später wurde die Produktion eingestellt, die Brauerei abgerissen, der Getränkevertrieb an ein anderes Unternehmen verkauft.

Verkehr

Durch Dormagen führt die Bahnstrecke von Neuss nach Köln. Dormagen gehört sowohl dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr als auch dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg an. Dormagen liegt an der A57 (Anschlussstelle 25). Sie verläuft nach Norden in die Richtung Neuss-Krefeld-Niederlande und nach Süden nach Köln-Zentrum. Außerdem liegt Dormagen an der B 9 sowie durchläuft die Ortschaft Gohr die B 477.
Durch die Stadt führt die Kaiserroute, ein Radfernweg von Aachen nach Paderborn.

Für den öffentlichen Nahverkehr ist das StadtBus Dormagen Unternehmen zuständig. Dieses betreibt auch die Industriebahn Nievenheim-Zons.

Für den Güter- und Frachtverkehr ist die Lage Dormagens am Rhein von zusätzlicher Bedeutung. Dormagen besitzt einen Containerhafen in Dormagen-Stürzelberg, außerdem verfügt die Bayer AG über einen Umschlageplatz überwiegend für flüssige Güter und für Salz. Der größte Teil der transportierten Güter geht jedoch heute - wie fast überall - über die Straße.

Medien

Bildung

Gymnasien:

Realschulen:

Hauptschule:

Gesamtschule:

Grundschulen:

Sonstige Schulen:

Öffentliche Einrichtungen

Dormagen hat eine Volkshochschule und seit 1964 eine Stadtbibliothek. Es gibt eine städtische Musikschule, zu der auch ein Jugendsinfonieorchester und eine Jugendbigband gehören.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Sonstiges

Die Dormagener wurden früher im Rheinischen Dialekt als „Wenkbüggele“ bezeichnet, wörtlich zu übersetzen als „Windbeutel“ oder „viel Wind machen“. Dies bedeutet soviel wie Angeber und meint damit, dass die Dormagener dazu neigten, aufschneiderisch zu sein.

Literatur