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Sempach

Sempach
Basisdaten
Kanton: Luzern
Amt: Sursee
BFS-Nr.: 1102Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 6204
UN/LOCODE: CH SPA
Koordinaten: (657278 / 220505)Koordinaten: 47° 7′ 59″ N, 8° 11′ 37″ O; CH1903: (657278 / 220505)
Höhe: 513 m ü. M.
Fläche: 11.68 km²
Einwohner: 3897

(01. März 2007)

Website: www.sempach.ch
Karte

Sempach (mundartlich Sämpech) ist eine politische Gemeinde mit altem Stadtrecht im Amt Sursee des Kantons Luzern in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Sempach

Das Städtchen Sempach liegt am Südostende des Sempachersees. Die südliche und südöstliche Gemeindegrenze verläuft entlang der Grossen Aa und der Kleinen Aa. Sie wechselt beim Weiler Gottmännigen (Gemeinde Neuenkirch) in nördliche Richtung bis kurz vor Hildisrieden. Von dort geht die Grenze nordwestwärts den Südhang des Eichbergs hinauf bis in die Nähe der Quelle des Rotbachs und führt mitten durch den Golfplatz Sempachersee. Innerhalb der Anlage dreht die Gemeindegrenze nach Westen und erreicht im Morentalerwald mit 735 m.ü.M. den höchsten Punkt der Gemeinde. Vom Wald an geht die Grenze in Südwestrichtung hinunter zum Sempachersee, welchen sie östlich von Eich erreicht.

In der Gemeinde gibt es mehrere grosse Waldgebiete. An der Kleinen Aa südöstlich des Dorfs liegt der Allmendwald. Nördlich von ihm der Schwarzlachen, der von der Autobahn A2 durchschnitten wird. Im Osten der Gemeinde finden wir den Steinibühlwald, in dessen Westen der Steinibühlweiher liegt. Der Mussiwald wächst nordöstlich des Städtchens in die Höhe. Ausserdem ist ein ansehnlicher Teil des Ufers des Rotbachs bewaldet.

Die Gemeinde besteht aus dem Städtchen Sempach, dem Weiler Kirchbühl (573-581 m.ü.M.) nördlich davon und zahlreichen Häusergruppen und Einzelgehöften.

Vom Gemeindeareal von 895 ha (ohne Seeanteil) ist 68,7% landwirtschaftliches Nutzgebiet. 16,3% sind Siedlungsfläche und nur 14,5% von Wald und Gehölz bedeckt. Sempach grenzt an Eich, Hildisrieden, Neudorf und Neuenkirch.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 700
1850 1086
1900 1028
1930 1248
1941 1229
1960 1345
1970 1619
1980 2237
1990 3096
2000 3483

Die Einwohnerzahl stieg zwischen 1798 und 1850 stark an (+55,1 %). Danach folgte bis 1960 ein Auf und Ab. Einem Wachstum zwischen 1860 und 1880 schlossen sich zwei Jahrzehnte Bevölkerungsabwanderung an - so dass die Zahl der Bewohner im Jahr 1900 niedriger lag als fünfzig Jahre früher (-5,3 %). Zwischen 1900 und 1930 gab es dann eine Wachstumsphase (+21,4 %), gefolgt von einem leichten Rückgang bis 1941 und einem leichten Bevölkerungsanstieg bis 1960. Seither wächst die Einwohnerzahl rasch an (1960-2004: +174,6 %).

Sprachen

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 93,80% Deutsch, 2,18% Albanisch und 0,75% Spanisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen

Früher waren alle Bewohner Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Zusammensetzung der Einwohnerschaft wie folgt aus: Es gibt 76,89% römisch-katholische, 13,92% evangelisch-reformierte und 0,32% orthodoxe Christen. Daneben findet man 3,53% Konfessionslose, 2,47% Muslime und 0,43% Anhänger anderer nichtchristlicher Religionen. Die Muslime sind albanischer Herkunft, die Anhänger anderer nichtchristlicher Religionen Hindus tamilischer Herkunft.

Herkunft - Nationalität

Von den 3810 Einwohnern (Ende 2006) waren 3'558 Schweizer und 252 Ausländer. Anlässlich der letzten Volkszählung waren 87,80 % (einschliesslich Doppelbürger 91,79 %) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Serbien (meist Albaner), Deutschland, Italien, Spanien, Portugal und Grossbritannien.

Verkehr

Die Gemeinde ist durch die Postautolinie Sursee – Eich - Sempach Station ans Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen. Der Ortsteil Sempach Station verfügt über einen Bahnhof an der Bahnlinie Luzern – Olten, der Bahnhof ist etwa 1,5 km vom Ortskern Sempach entfernt. Der Ort liegt an der Hauptstrasse Luzern – Sempach – Sursee und hat einen eigenen Autobahnanschluss an der A2.

Geschichte

Die Stadt Sempach auf einem Kupferstich von Matthäus Merian, 1654

Wie alle Gemeinden rund um den Sempachersee ist die Gemeinde schon früh besiedelt worden. Dies belegen Ausgrabungen, bei welchen neolithische und bronzezeitliche Pfahlbauten zum Vorschein kamen. Auch zur Zeit der Römer und der alemannischen Landnahme war die Gegend bewohnt (römische Siedlungsreste und Alemannengräber beweisen dies). Historisch erstmals erwähnt wird der Ort im Jahr 1150 in den Besitzurkunden des Klosters Muri, der Acta Murensia. Bereits kurze Zeit später wurden die Habsburger die neuen Herren über die Gemeinde. Sie erhielt von diesen um 1220 das Stadtrecht. Die Habsburger gründeten damals entlang der so genannten Baslerstrasse etliche Städtchen, um sich den Weg von Basel nach Italien über Luzern und den Gotthardpass zu sichern.

Durch die Expansionspolitik der Stadt Luzern bedroht, schloss sich das Städtchen am 6. Januar 1386 dieser an. So entging sie im Gegensatz etwa zu Rothenburg oder Wolhusen der Zerstörung durch die Eidgenossen. Die Habsburger waren nach diesem Akt wütend und beschlossen, dem Städtchen und den Eidgenossen eine Lektion zu erteilen. Dies führte am 9. Juli 1386 zur Schlacht bei Sempach, die den Habsburgern eine empfindliche Niederlage eintrug. 1393 wurde hier der Sempacherbrief ausgehandelt. Die Zugehörigkeit von Sempach zu Luzern wurde von den Habsburgern allerdings erst 1415 anerkannt.

Sempach bildete bis 1798 eine eigene Vogtei mit wesentlich mehr Rechten für die Bürgerschaft als in den Landgemeinden. Von 1798 bis 1803 war es Hauptort des Distrikts Sempach. Seither gehört es zum damals neu geschaffenen Amt Sursee. Bereits im 18. Jahrhundert verlor das Städtchen viel von seiner früheren Bedeutung, als am linken Ufer des Sempachersees eine neue grosse Strasse (Luzern-Neuenkirch-Sursee) erstellt wurde und es fortan abseits der Hauptverkehrsachse lag. Der Name scheint vom ehemaligen Sempacker zu stammen, Ein Gebiet im Mündungsgebiet der Aa auf welchem früher Sempen (einheimische Krautpflanze) gepflanzt wurden, welche Hauptbestandteil des damaligen Habsburger Nationalgerichts Kohlsuppe war.

Sonstiges

Mit der Schweizerischen Vogelwarte befindet sich auch das wichtigste Zentrum der Vogelkunde innerhalb der Schweiz in Sempach.