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Krabbenkamp

Der Krabbenkamp ist ein Ortsteil der Stadt Reinbek in Schleswig-Holstein. Umschlossen vom Verlauf der Bille (Naturschutzgebiet) und der Eisenbahnlinie Hamburg – Berlin im Norden, befindet sich der knapp 1000 Einwohner zählende Ortsteil in einer Insellage. Die Besiedlung mit zahlreichen Reihen- und Einzelhäusern geschah ab 1978 in zwei Bauabschnitten. Die am nächsten gelegenen Orte sind Wohltorf und Aumühle. Das Gelände, das vormals zu Aumühle und dem Kreis Herzogtum Lauenburg gehörte, wurde Mitte der 1950er-Jahre nach Stormarn umgekreist. Die Wohnungsbaugesellschaft Neue Heimat plante hier den Bau einer großen Trabantensiedlung mit Hochhäusern.

Bedingt durch die Lage zwischen den lauenburgischen Gemeinden Aumühle und Wohltorf und der schlechten Verkehrsanbindung an Reinbek, findet die gesellschaftliche Ausrichtung durch Kindergarten, Grundschule und Kirche nach Wohltorf statt. Die nächsten Einkaufsmöglichkeiten liegen ebenfalls in Aumühle und Wohltorf.

Neben dem reinen Wohngebiet südlich der Eisenbahnlinie Hamburg–Berlin gehört auch die nördlich an der Sachsenwaldstraße gelegene Fürst-Bismarck-Quelle zum Krabbenkamp. Wegen fehlender öffentlicher Gebäude im Wohngebiet stellt die Bismarck-Quelle regelmäßig für politische Wahlen Räumlichkeiten als Wahllokal zur Verfügung.

Der Ortsname Krabbenkamp bedeutet vermutlich Feld mit vielen Engerlingen.

Historische Eisenbahnbauten

Bis zum Ausbau der Eisenbahnstrecke Hamburg – Berlin in den 1990er-Jahren konnte man auf beiden Seiten der Bahngleise noch Reste von früheren Bahnanlagen für die Verladung von landwirtschaftlichen Produkten finden. Um 1900 verband eine schmalspurige Feldbahn den Krabbenkamp mit dem der Familie Bismarck gehörenden Gut Schönau bei Ohe und der Fürst-Bismarck-Quelle. Von der Feldbahn wurde hier in einem mehrgleisigen Verladebahnhof Silk auf Waggons der Königlich Preußischen Staatseisenbahn umgeladen. Während der Verladeplatz um 1880 südlich der Bahnstrecke lag, auf einer Fläche, die heute als Bolzplatz genutzt wird, ist er in den 1930er-Jahren auf den Karten der Deutschen Reichsbahn nördlich der Hauptbahngleise direkt neben der Blockstelle Silk eingezeichnet. Der Schmalspurbetrieb wurde vermutlich während der Kriegsjahre eingestellt. Auf der Reichsbahnkarte von 1947 findet sich nur noch das normalspurige Verladegleis. Die letzten sichtbaren Reste der Anlage und der Blockstelle Silk wurden während des hochgeschwindigkeitstauglichen Ausbaus der Strecke in den 1990er-Jahren entfernt. Der Name Silk stammt von dem weiter westlich gelegenen Gut Silk.

Koordinaten: 53° 31′ 26″ N, 10° 17′ 39″ O