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Labiovelar

Artikulationsorte

In der Phonetik beschreibt labiovelar den Artikulationsort eines Lautes. Dabei kann „labiovelar“ entweder für einen labialisierten velaren Konsonanten oder einen an zwei Artikulationsorten gleichzeitig gesprochenen labial-velaren Konsonanten stehen.

Labialisierte Velare

Die labialisierten Velare [], [], [], [ɣʷ] etc. entsprechen den normalen Velaren [k], [g], [x], [ɣ] etc., die mit einer Rundung der Lippen gesprochen werden.

Der üblichste labialisierte Velar ist der labialisierte stimmhafte velare Approximant [w] (wie in engl. witch [wɪtʃ] „Hexe“). Manche Varianten des Englischen unterscheiden hiervon den stimmlosen labiovelaren Frikativ [ʍ] wie in which [ʍɪtʃ] „welcher“.

Auch das Proto-Indoeuropäische verfügte über eine Reihe labialisierter Velare, nämlich [], [] (bzw. nach der Glottaltheorie [kʷˀ]), und [gʷʰ]. In älteren indoeuropäischen Sprachen, nämlich dem Lateinischen, dem Hethitischen und auch älteren germanischen Sprachen sind diese Laute noch nachweisbar. Im Griechischen sowie in vielen keltischen Sprachen haben sie sich zu rein labialen Konsonanten entwickelt, in den anderen Sprachen sind sie mit den Velaren zusammengefallen.

Labial-Velare

Die labial-velaren Konsonanten werden gleichzeitig an den Lippen (lat. labium) und dem Gaumensegel (lat. velum) gesprochen. Es handelt sich hierbei nicht um einen Konsonantencluster sondern einen einfachen Laut, der an zwei Artikulationsorten gleichzeitig gesprochen wird. Solche Laute kommen in Sprachen West- und Zentralafrikas sowie Neuguineas sowie am Wortende im Vietnamesischen vor. Beispiele für labial-velare Konsonanten sind: