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Saiteninstrument

Ein Saiteninstrument (Fachwort: Chordophon) ist ein Musikinstrument, das zur Tonerzeugung Saiten verwendet, die in den allermeisten Fällen ihre Schwingungen auf einen den Klang verstärkenden Resonanzkörper übertragen.

Verschiedene Tonhöhen werden entweder durch Abteilen der Saiten oder dadurch erreicht, dass für jeden Ton (mindestens) eine eigene Saite vorhanden ist. In jedem Fall gilt: je dünner, je kürzer und je straffer gespannt die jeweilige Saite ist, desto höher wird der resultierende Ton.

Geschichte

Bereits Sumerer, Ägypter, Griechen des Altertums spielten auf mit Saiten bespannten Schallkörpern. (Beispielsweise die Kithara oder Lyra). Nach Buchner im Jahre 1985 finden sich die ältesten Darstellungen eines einfachen Monochords oder Musikbogens bereits auf 15.000 Jahre alten Höhlenzeichnungen.

Der einfache Musikbogen gilt somit als „Urform“ aller Chordophone (nicht zu verwechseln mit dem Geigenbogen). Er besteht aus einem biegsamen Holzstab, um dessen Enden ein Stück Darm oder eine Schnur gezogen ist, die so den Stab zum Bogen spannt. Mit einem kleinen Stab angeschlagen oder mit den Fingern gezupft, werden schwirrende Klänge hervorgebracht, die durch einen am Bogen angebrachten Resonanzkörper, etwa eine getrocknete Kalebasse, extrem verstärkt werden können.

Die Weiterentwicklung vom einfachen Bogen zum komplexen modernen Saiteninstrument hat die unterschiedlichsten Typen hervorgebracht, von denen die meisten aber nur über eine begrenzte Zeitspanne hinweg in Gebrauch waren, so auch die in der Antike überaus beliebte Leier (Lyra). Schon Homer beschreibt die 4-saitige Leier, die Phorminx.

Dabei wurden mehrere Saiten aufgespannt und mit einem Resonanzkörper aus Holz, Schildkrötenpanzer, später auch aus Metall versehen. Die Saiten wurden über Stege (Joch genannt) gespannt, wovon das obere Querjoch die Saiten hielt und spannte. Die Saiten verliefen parallel zur Resonanzdecke. Gespielt wurde das Instrument mit den Fingern oder dem Plektrum durch Zupfen oder Anreißen. Mit der zweiten Hand wurden die Saiten bedämpft oder verkürzt und somit die Tonhöhe bestimmt.

Die historische Leier gehört mit zahlreichen antiken Funden zu den bestdokumentierten Instrumenten des Altertums. Die ältesten Funde weisen nach Mesopotamien ins 3. Jahrtausend v. Chr. Im Verlauf der Geschichte wurde die Leier den Erfordernissen angepasst und unterlag vielfältiger Wandlung. Dabei entstanden Formen mit bis zu 15 Saiten. Etwa seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. ist sie auch auf der iberischen Halbinsel und später bei den Kelten nachweisbar. Hier ist es bereits die siebensaitige Form. Sie ist auch der Vorläufer der Mittelalterlichen Handharfe und der Drehleier.

Beispiele für andere Saiteninstrumente, die zum Teil schon mit dem Bogen gespielt wurden, finden sich in allen Kulturen, so die bekannte Spießgeige in Südostasien, die Sitar in Indien oder auch in Afrika und die verschiedenen arabischen Formen.

Klassifizierung

Saiteninstrumente lassen sich auf verschiedene Weisen systematisch einordnen.

Ein gebräuchlicher Ansatz ist die Klassifizierung nach der Methode, mit der die Saiten zur Schwingung angeregt werden, dann nach Bauart-Merkmalen weiter unterteilt:

Der Instrumentenbauer hingegen unterscheidet unabhängig von der Spielweise zwischen drei Grundformen von Saiteninstrumenten:

Demnach ist beispielsweise der Kistenbass eine Harfe, die Kantele eine Zither und die Geige eine Laute.

 Wiktionary: Saiteninstrument – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik